Heilbronn
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Versprochen - gehalten: Acht Jahre OB Mergel

Mit einem umfangreichen Wahlprogramm war Harry Mergel 2014 in den damaligen OB-Wahlkampf gezogen. Was ist aus seinen Ankündigungen geworden? Heute kann man sagen: Viele Vorhaben wurden umgesetzt, manche Dinge wurden auf den Weg gebracht.

Joachim Friedl
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Versprochen - gehalten: Acht Jahre OB Mergel
Oberbürgermeister Harry Mergel bei der Abschlussfeier der Bundesgartenschau. Die Veranstaltung verschaffte Heilbronn ein neues Selbstwertgefühl. Foto: Archiv/Veigel

Am 16. März 2014 haben die Heilbronner mit Harry Mergel (SPD) einen neuen Oberbürgermeister gewählt. Damals war der gebürtige Heilbronner mit einem umfangreichen Wahlprogramm und dem Versprechen, die Stadt moderner zu machen und zukunftssicherer aufzustellen, angetreten. Vieles von dem wurde trotz der Flüchtlingskrise 2015/2016 und zuletzt der Corona-Pandemie umgesetzt, manches auf einen guten Weg gebracht.

Nicht jedes Projekt trägt den Stempel "Harry Mergel"

Zur Ehrlichkeit gehört aber auch dazu, dass nicht jedes Projekt den Exklusiv-Stempel "Harry Mergel" trägt. Genannt seien in diesem Zusammenhang die bundesweit beachtete Bundesgartenschau, der Bildungscampus und die Experimenta II, Deutschlands größtes und innovativstes Science Center. Fraglos hat er jedoch diese für Heilbronn bedeutenden Glanzpunkte nach Kräften unterstützt und gefördert.

Zahlreiche Zusagen wurden umgesetzt

Unter dem Titel "Versprochen und gehalten" hat Harry Mergel (65) auf 27 Seiten für jedermann nachzulesen und im Internet unter harrymergel.de abrufbar aufgelistet, welche Zusagen in der bisherigen achtjährigen Amtszeit umgesetzt wurden und wo in den kommenden Jahren nachgebessert werden muss. In Summe kommt man beim Durchblättern auf 64 Themenfelder, von denen vier nach seiner eigenen Beurteilung nicht oder nur teilweise realisiert wurden.

Wo noch nachgebessert werden muss

So finden Bürgerversammlungen alle zwei Jahre und nicht wie angekündigt jedes Jahr statt, stockt noch immer der Ausbau der Neckarschleusen, bleiben die hohen energetischen Standards bei Neubauten hinter den Erwartungen zurück und es gibt nach wie vor kein Kulturbonusheft für ehrenamtlich tätige Mitbürger.

In der Rückschau muss man Mergel, der einer Handwerkerfamilie aus der Südstadt entstammt, unter dem Strich konstatieren, Heilbronn mit ruhiger Hand nach vorne gebracht zu haben. Das gilt auch mit dem Wissen, dass die Menschen Wünsche haben und man es nicht allen recht machen kann. Dass er in seiner Heimatstadt von vielen Mitbürgern nur "Harry" genannt wird, hat seinem Durchsetzungsvermögen selten geschadet.

In wichtigen Bereichen die Stadt nach vorne gebracht

Auf seine Fahnen schreiben kann sich Harry Mergel fraglos eine neue Kultur des Miteinanders in der Stadt, die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Heilbronn und die konsequente Weiterentwicklung der Wissensstadt bis zur Universitätsstadt, wobei es zu einer richtigen Uni-Stadt noch ein weiter Weg ist.

Der Bau von Wohnungen wurde verdoppelt

Allgegenwärtig ist die Stadtkonzeption Heilbronn 2030, die 2017 auf den Weg gebracht wurde und jetzt im zweiten Quartal aktualisiert werden soll. Sie soll Basis für das künftige Handeln von Politik und Verwaltung sein. Gehalten hat Mergel auch die Umsetzung des Handlungsprogramms Wohnen aus dem Jahr 2015: Die Fertigstellung von Wohnungen konnte von jährlich durchschnittlich 217 auf mehr als das Doppelte gesteigert werden.

Bei all seinen Erfolgen hat sich Mergel nie in den Mittelpunkt gerückt, sondern stets die Gemeinschaftsleistung, an der vor allem der Gemeinderat einen großen Anteil hat, betont. Baute er vor acht Jahren noch auf einen breiten Unterstützerkreis aus der Bürgerschaft - darunter der Lidl- und Kauflandgründer Dieter Schwarz und seine Frau Franziska -, so setzt er nun auf seinen guten Namen.

Eine einmalige Konstellation in Baden-Württemberg

Und auf ein kommunalpolitisches Bündnis aus CDU, Grünen, SPD, FWV und FDP. Eine in Baden-Württemberg einmalige Konstellation bei einer Oberbürgermeisterwahl und ein Zeichen der Harmonie. Gleichwohl mitunter so mancher kommunalpolitisch interessierte Mitbürger in der Vergangenheit eine wohltuende Streitkultur vermisst hat.


Wahlkampfdetails

Für Wahlkampfkosten gilt in der Regel die Formel ein Euro pro Einwohner. Die Stadt Heilbronn zählt momentan etwas mehr als 126 000 Bürger. So viel wird Harry Mergel nicht ausgeben. Er setzt, wie er sagt, insgesamt 30.000 Euro ein. Der Großteil des Betrags stammt von ihm, der Rest sind Parteispenden. Bei der Prospektverteilung, der Plakatierung und bei Vor-Ort-Aktionen wird er von Parteifreunden unterstützt, erfährt aber auch Hilfe anderer politischen Gruppierungen. Aufstellen wird er 600 Wahlplakate an 300 Standorten in der Stadt. Er versichert, bei einer Wiederwahl die kommenden acht Jahre als Rathauschef durchzuziehen. 

 
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