Stimme-Lesersommer bei Top-Botschafter des Württemberger Weins
Wie der Spross einer Weinkellerei aus Leingarten seine Top-Tropfen aufs internationale Parkett hebt: Christian Hirsch öffnet beim Stimme-Lesersommer seinen Eiskeller - und einige gute Flaschen Wein, mit denen er deutschlandweit gut ankommt.

In der VIP-Lounge bei DFB-Länderspielen, bei Lufthansa, Deutscher Bahn und großen Hotelketten wie Mercure: Christian Hirschs Weine werden weit über die Region hinaus geschätzt, aber auch in Leingarten, vor der eigenen Haustür, im eigenen Gewölbekeller, in der gemütlichen Probierstube. Dies zeigte sich diese Woche einmal mehr im Rahmen der Stimme-Reihe Lesersommer. Der vor genau vier Wochen 40 Jahre alt gewordene Oenologe ließ dabei zehn Leser hinter die Kulissen seines Familienbetriebes blicken, der übrigens seit genau acht Wochen ihm selber gehört. Wobei der dynamische Schwabe bereits vor gut zehn Jahren neben den Eltern Rita und Artur Hirsch die Zügel in die Hand nahm.
Generationenwechsel im Familienbetrieb
Gegründet wurde der Betrieb in den 1950er Jahren von Großvater Herbert Hirsch, einem Holzfassküfer, der über die Heirat mit Else Frank "auf Trauben umsattelte", wie der Enkel den Besuchern zum Sektempfang berichtete. Zulauf bekam die Weinkellerei, als sich die örtliche Genossenschaft der Heuchelbergkellerei anschloss und mancher Wengerter die Trauben nicht nach Schwaigern abliefern wollte. Die Erzeugergemeinschaft umfasse heute noch 45 Mitglieder mit 47 Hektar, wobei inzwischen 30 über die persönliche Marke "Christian Hirsch Weine" vermarktet würden, 17 Hektar als Edition Hirsch.
In den USA vom Wein "angefixt"
Von klein auf sei er zwischen den Rebzeilen aufgewachsen, "so richtig angefixt vom Wein" aber erst während des Geisenheimer Studiums, als er in Kalifornien zunächst ein elfwöchiges Praktikum einlegte und bald darauf sogar ein Stipendium für die Robert-Mondavi-Universität in Davis bekommen habe.
In dem Jahr habe er "nicht nur viel gelernt, sondern auch viel erlebt" und am Ende festgestellt, dass ihm die kräftigen Weine im Bordeaux-Stil besser munden als die fruchtigen Württemberger. 2013 ließ ihn der aufgeschlossene Vater eine eigene Linie aufbauen, die heute 35 verschiedene Tropfen umfasst. Clou des Ganzen: Fast alle Rotweine reifen in einem seiner 450 Barrique-Fässer, je nach Qualitätsstufe bis zu 60 Monate, aber auch fünf Prozent der Weißen hätten ein Fässchen "geküsst".
Top drei der Weinverkostung
Gelagert werden die Fässer in einem anno 1876 gebauten Gewölbekeller, der früher von der örtlichen Brauerei im Löwen als Eiskeller genutzt wurde. "Selbst im Sommer ist es hier nicht wärmer als elf Grad", berichtete Hirsch bei einem eindrucksvollen Abstecher mit Kostproben im Dämmerlicht, denen sich ein Probe von sechs abgefüllten Weinen anschloss. Bei der abschließenden Abstimmung landete sein Rosé Saignée auf ersten Platz, der Riesling 90 Grad Südwest aus 50 Jahren alten Reben auf dem zweiten und die Cuvée CH Rot auf dem dritten. Insgesamt schlossen sich alle Leser dem Votum von Joachim Baumgärtner aus Lauffen an, der dem Lesersommer eine Eins mit drei Plus-Zeichen gab.
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