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So zukunftsfähig ist die Region Heilbronn-Franken

Die Abschlussveranstaltung der Reihe "IHK ist hier" widmet sich den großen Zukunftsfragen und stimmt verhalten optimistisch.

Von Nicole Theuer
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Lesezeit 2 Min
So zukunftsfähig ist die Region Heilbronn-Franken
Friedlinde Gurr-Hirsch und Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke glauben, dass die Region Heilbronn-Franken für die Zukunft gerüstet ist. Foto: Franz Theuer  Foto: Theuer, Franz

Wie zukunftsfähig ist die Region Heilbronn-Franken? Dieser Frage stellten sich im Eppinger Schwanensaal Marcel Appolt, Thomas Bornheim, Prof. Nicole Graf, Kirsten Hirschmann, Friedline Gurr-Hirsch und Eppingens OB Klaus Holaschke. Auf Einladung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Heilbronn-Franken waren zahlreiche Unternehmensvertreter gespannt, was die Experten auf dem Podium bekunden würden.

"Kirsten Hirschmann und ich waren in den vergangenen Jahren viel unterwegs", erklärte IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring, um mit den Mitgliedsunternehmen im Gespräch zu bleiben.

Was passiert, wenn das Gas abgestellt wird?

Von Bad Mergentheim bis Eppingen konnten Hirschmann und Döring feststellen, dass "wir nach wie vor eine starke Wirtschaftsregion sind, dass der Zusammenhalt zwischen Unternehmen, Lieferanten und Kunden in den vergangenen zwei Jahren groß war." Viele Unternehmer hätten aber derzeit schlaflose Nächte, denn sie treibe die Frage um, was passiert, wenn das Gas abgestellt wird.

Der ländliche Raum werde oft unterschätzt, stellte Moderator und Wissenschaftskabarettist Vince Ebert fest: "Wir leben hier in einer Region, die von inhabergeführten, mittelständischen Unternehmen geprägt ist. Im ländlichen Raum muss man neugierig und kreativ sein, um voranzukommen. Ohne Neugierde sind Innovation und Fortschritt nicht möglich." Der Physiker machte deutlich: "Wir können auf unsere Tugenden wie Perfektionismus und Akribie stolz sein, doch wir müssen auch offen bleiben, denn die Welt wird nicht einfacher, sondern immer komplexer."

Wichtiges Thema: die digitale Infrastruktur

Während der Diskussion zeigte sich: Die Antwort auf die Frage, ob die Region ein Wirtschaftsstandort mit Zukunft ist, ist ebenso komplex wie die Welt und gar nicht so einfach zu beantworten. "Die digitale Infrastruktur ist ein wichtiges Thema", machte Prof. Nicole Graf, Rektorin der Dualen Hochschule Baden-Württemberg deutlich, das habe sich im Lockdown gezeigt. "Wir müssen den ländlichen Raum flächendeckend an die Digitalisierung anschließen", forderte Marcel Appold, Gründer und Geschäftsführer der Firma Camao IDC, denn "der richtige Ort zum Arbeiten ist genau dort, wo sich der Mitarbeiter wohlfühlt, und daher braucht er ein schnelles Internet."

Region hat sich gut positioniert

Ob die Region mit dem Silicon Valley mithalten könne, fragte Ebert Thomas Bornheim, der sieben Jahre in San Francisco lebte und für Google gearbeitet hat. "Wir haben auf jeden Fall ein starkes Bildungssystem", befand der Gründer der Programmierschule 42 Heilbronn. Es sei schön zu wissen, dass sich die Region gut positioniert habe, "doch wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen und darauf, dass unsere Wirtschaft nicht zu einseitig wird", befand Friedlinde Gurr-Hirsch, Vorsitzende der Bürgerinitiative pro Region.

Eine der dringendsten Aufgaben, so Eppingens OB Klaus Holaschke, "ist die Antwort auf die Frage: Wie schaffen wir es personell? Wir haben einen Fachkräftemangel." Abschließend stellte Kirsten Hirschmann fest: "Ich blicke positiv in die Zukunft. Die Unternehmer haben Zuversicht und sind vorausschauend unterwegs."

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