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Nördlicher Landkreis ist bei der Bildung breit aufgestellt

Im Kocher-, Jagst- und Seckachtal wissen Familien die wohnortnahen Schulen zu schätzen. Die zentralen weiterführende Bildungsstätten werben mit ihren Stärken.

Simon Gajer
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Lesezeit 2 Min
Platznot am Eduard-Mörike-Gymnasium ist bald Geschichte
Die Schüler und Lehrer des Eduard-Mörike-Gymnasiums in Neuenstadt brauchen dringend mehr Platz. Eine Erweiterung der Schule ist deshalb schon länger beschlossene Sache. Jetzt wurde der Auftrag für einen Neubau vergeben. Foto: Archiv/Seidel  Foto: Seidel

Die Bildungslandschaft im nördlichen Landkreis ist in Bewegung. Im positiven Sinn. Das zeigen die jüngsten Großinvestitionen in die Schulen. In Neuenstadt wächst beispielsweise das Eduard-Mörike-Gymnasium. In Möckmühl wird der Jagsttal-Schulverbund umfassend saniert. Neudenau bringt die Grundschule im Stadtteil Siglingen auf Vordermann. Diese Projekte ermöglichen es einerseits, die Kinder zeitgemäß zu unterrichten und gerade nicht irgendwie in ein Klassenzimmer zu stecken. Zugleich machen die Investitionen aber auch eines sehr deutlich: Die Kommunen, die als Schulträger bei solchen Maßnahmen in der Verantwortung stehen, glauben an ihre Bildungsstätten. Die Gemeinderäte stärken sie und damit auch die eigene Infrastruktur.

Kommunen bekennen sich zu den wohnortnahen Grundschulen

Der nördliche Landkreis zeichnet sich durch sein Bekenntnis zu wohnortnahen Grundschulen aus. Weiterführende Schulen bündeln die Standorte Möckmühl im Jagst- und Neuenstadt im Kochertal. Fast alle Schularten sind hier vorhanden, es fehlt nur eine Gemeinschaftsschule. Widdern bildet bei den Schulen eine Ausnahme: Es ist ein Glücksgriff für Schüler, dass die beiden einzigen Schulen in der Stadt, die Grundschule Widdern und die Feinauschule als Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum, eng nebeneinander liegen. Die enge Kooperation der eigentlich getrennten Einheiten musste während Corona pausieren, davor profitierten alle Seiten von dem Miteinander, das über die Jahre entstanden ist.

Die weiterführenden Schulen werben mit ihren Profilen

Neuenstadt und Möckmühl sind zwar für viele Familien die erste Wahl, wenn es um die weiterführenden Schulen geht. Weil aber die Familien selbst entscheiden, wo ihr Kind nach der Grundschule weiterlernen soll, gehen die weiterführenden Schulen in die Offensive. Selbst wenn sie einen guten Ruf haben. Davon jedenfalls berichtet Mike Massa, der die Schulen in Neuenstadt als Geschäftsführender Schulleiter vertritt. Neuenstadt sei stolz auf seinen Schulstandort, zu dem auch die Lindenschule als Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum gehört. Mike Massa weiß: „Wir haben für jeden Schüler etwas.“

Die Schulgemeinschaft Neuenstadt weiß sich beim Gemeinderat und der Verwaltung in guten Händen. Auch „überdurchschnittliche Wünsche“ erfülle der Schulträger, dankt Mike Massa den Verantwortlichen in den Gremien. Das habe man gerade auch während der Pandemie erlebt. Die Stadt besorgte die Ausstattung, übernahme vieles bei der Organisation. Sie habe vorausschauend gehandelt, erzählt der Geschäftsführende Schulleiter. Eine Sorge treibt derzeit dennoch alle Schulen um: der Lehrermangel. Doch dafür ist das Land zuständig, nicht Neuenstadt.

Gerade kümmern sich in Neuenstadt auch die Lehrer um ukrainische Schüler, die vermehrt in die Schulen kommen. Dabei zahlt sich enge Zusammenarbeit der Bildungsstätten aus. Probleme zu lösen: „Das geht ganz schnell“, sagt Mike Massa.

In Möckmühl erhalten die Bildungsstätten Anschlüsse ans Glasfasernetz

Ähnlich sieht es in Möckmühl aus. Gerade auch wegen der ukrainischen Schüler, die in die Region kommen, wäre mehr Personal gut, sagt Marcus Dunke, Geschäftsführender Schulleiter in der Stadt. Ein wichtiges Thema packen Verwaltung und Gemeinderat in Kürze an, die Schulen werden mit einem Glasfaseranschluss versorgt, freut sich Marcus Dunke.

Keine Frage: Ein Selbstläufer ist es auch für die weiterführenden Schulen in Möckmühl nicht, Fünftklässler zu bekommen. „Wir spüren die Konkurrenz“, sagt Marcus Dunke. Bei wichtigen Informationsveranstaltungen können das Gymnasium sowie der Schulverbund, zu dem der Realschul- und der Werkrealschulzug gehören, mit ihren Konzepten und Schwerpunkten überzeugen. Die weiterführenden Schulen liegen zwar direkt nebeneinander, überlaufen ist Möckmühl dennoch nicht. Viele Familien sehen gerade darin einen Vorteil. „Die Eltern schätzen die relativ kleinen Schulen“, sagt Marcus Dunke. Er beschreibt die Schulen als klein und familiär. Die kleinen Lerngruppen kämen gut an.

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