Interview
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Künstlerischer Ansatz soll KI für die Öffentlichkeit greifbarer machen

Thomas Bornheim ist der Projektleiter des KI-Salons in Heilbronn. Im Interview erklärt er, was es damit auf sich hat und warum es wichtig ist, dass die Menschen in der Region sich mit KI und dem geplanten Innovationspark Künstliche Intelligenz beschäftigen.

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Künstlerischer Ansatz soll KI für die Öffentlichkeit greifbarer machen
Thomas Bornheim.  Foto: privat

Der geplante Teil des Innovationsparks Künstliche Intelligenz (IPAI) im Gewerbegebiet Steinäcker soll auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Neben einem großen Kommunikationszentrum und anderen Angeboten wird der sogenannte KI-Salon dort einen Standort haben. Was genau das bedeutet, erklärt der Projektleiter des KI-Salons, Thomas Bornheim.

 

Herr Bornheim, was ist der KI-Salon?

Thomas Bornheim: Das Konzept entwickelt sich stetig weiter. Im Prinzip bietet der KI-Salon Veranstaltungen, Ausstellungen, Workshops und so weiter zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) an. Das soll einerseits die Community, die sich mit dem Thema befasst, befruchten und andererseits die Bürger mitnehmen und aufklären. Dafür nutzt der KI-Salon verschiedene Standorte, zum Beispiel die Maschinenfabrik. Und er wird eben auch Teil des Innovationsparks sein.

 

Auf dem großen Areal des IPAI soll geforscht und gearbeitet werden. Warum ist es wichtig, dass auch die Öffentlichkeit das Gelände nutzt?

Bornheim: KI hat das Potenzial, wirtschaftliche und gesellschaftliche Prozesse fundamental zu verändern. Es ist also wichtig, dass das Thema sichtbar ist und wir auch über ethische Komponenten und Gefahren sprechen. Kunst schafft es sehr gut, das Thema zu vermitteln, auch emotional. Hier setzt der KI-Salon mit seinen Veranstaltungen an.

 

Der künftige IPAI ist nicht gerade mitten in der Stadt. Wie will es speziell der KI-Salon schaffen, dass der Standort nicht zu einer eigenen Blase wird und die Bürger dort wirklich vorbeischauen?

Bornheim: Als ich bei Google im Silicon Valley gearbeitet habe, war genau das ein großes Problem. Die Unternehmen haben sich abgeschottet, waren in ihrem eigenen Universum unterwegs und haben nur für sich produziert. Dass das hier nicht so ist, finde ich sehr schön. Wir wollen uns untereinander, zum Beispiel zu ethischen Herausforderungen bei KI, austauschen und Foren schaffen, um uns mit Fragen und Bedenken von Bürgern auseinanderzusetzen. Ich denke, der KI-Salon wird es vor allem über Veranstaltungen schaffen, die Menschen auf das Gelände zu locken. Wenn ich sehe: Oh, da hält jemand einen interessanten Vortrag im KI-Salon, dann gehe ich dafür auch in die Böllinger Höfe.

 

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Warum sollte es die Bürger interessieren, was auf dem IPAI passiert?

Bornheim: KI wird viele Lebensbereiche extrem verändern. Dabei sollten wir aufpassen, zum Beispiel, welche Daten wir preisgeben. Und, dass wir die Entwicklung verstehen. Zum einen ist es für Ökosysteme wie dem IPAI mit ihren lokalen Strukturen wichtig, eingebunden und nicht abgeschottet zu sein. Zum anderen sollten die Bürger sich ebenfalls mit KI und ihren Auswirkungen auseinandersetzen.

 

Wird der IPAI die Stadt verändern?

Bornheim: Ja. Es werden viele offene und schlaue Menschen in die Stadt kommen und sie bereichern. Auch für Unternehmen, die in der Region schon angesiedelt sind, werden sich Wachstumschancen auftun. In einer Zeit, die wirtschaftlich gesehen nicht einfach ist, ist ein solches Projekt sehr gut für Heilbronn.

 

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