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Kommentar: Schlechte Noten für das Kultusministerium

Auch wenn die Corona-Debatten fast alles überlagern, dürfen weitere wichtige Zukunftsfragen nicht an den Rand gedrängt werden. Ein Kommentar von Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer zum ersten BaWü-Check.

Uwe Ralf Heer
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Uwe Ralf Heer
Uwe Ralf Heer, Chefredakteur der Heilbronner Stimme.

Bei der baden-württembergischen Landtagswahl im März treffen die Wähler eine Entscheidung für fünf Jahre – also auch für die Zeit nach Corona. Deshalb darf das Thema Pandemie nicht alleine wahlentscheidend sein – wenngleich es großen Einfluss auf die Landtagswahl haben wird, wie in unserer ersten landesweiten Zeitungsumfrage deutlich wird.

Die repräsentative Befragung untermauert die allgemeine Einschätzung, dass die Bürger mit dem Krisenmanagement der Landesregierung zufrieden sind – nicht jedoch mit dem Corona-Umgang von Kultusministerium und Schulen. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt der Schulpolitik schlechte Noten. Und was Kultusministerin Eisenmann als Herausforderin von Ministerpräsident Kretschmann noch mehr beunruhigen muss: Nur zehn Prozent aller Baden-Württemberger haben von ihr eine gute Meinung, einem Drittel ist sie sogar noch unbekannt.

Das muss in der CDU-Wahlkampfzentrale die Alarmglocken schrillen lassen. Man müht sich zwar um ein frisches, moderneres und online-gerechteres Auftreten. Aber das zündet nicht, weil es Susanne Eisenmann nicht authentisch genug verkörpert. Gegen den Amtsbonus, das ihm entgegengebrachte Vertrauen und die Bodenständigkeit des Landesvaters scheint sie (noch) chancenlos zu sein.

Die Umfrage spielt aber auch all jenen in die Karten, die dem Regierungstreiben aus der Ferne zuschauen. Die Opposition kann damit gut leben: An Kretschmann gibt es eh kein Vorbeikommen und die CDU wirkt geschwächt. Das öffnet dem vielerorts prognostizierten Koalitions-Bündnis aus Grünen, SPD und FDP weiter alle Tore.

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