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Junge Union Heilbronn hofft auf Merz

Beim digitalen Stammtisch der Jungen Union Heilbronn zeigt das Stimmungsbild eine klare Richtung: Die Nachwuchspolitiker wünschen sich durch Friedrich Merz frischen Wind in der CDU. Aber auch klare klare Forderungen an den künftigen CDU-Vorsitzenden werden laut.

Christoph Donauer
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Junge Union Heilbronn hofft auf Merz
Für einige JU-Mitglieder in Heilbronn ist Friedrich Merz Favorit für den Parteivorsitz. Aber auch Norbert Röttgen (links) und Helge Braun (rechts) haben Fans. Foto: dpa

Wer soll die CDU künftig führen und warum? Über diese Fragen diskutierten Mitglieder des Heilbronner Kreisverbands der Jungen Union am Dienstagabend beim digitalen Stammtisch.

Dabei ist die erste Frage nach einer kurzen Umfrage unter den Teilnehmern schnell beantwortet: Die meisten wünschen sich Friedrich Merz zum Parteichef, Helge Braun und Norbert Röttgen erhalten nur je eine Stimme von den Anwesenden.

Röttgen hat Erfahrung, Braun ist besonnen - aber Merz "verdammt schlagfertig"

"Norbert Röttgen verkörpert eine andere Politikergeneration als Friedrich Merz", findet Leonhard Reinwald. Er sei als Außenpolitiker geeignet für die Parteiführung und könne Jüngere mobilisieren. "Wenn auch ich ihn nicht als Kanzler sehe", sagt Reinwald.

Für JU-Mitglied Jonas ist die Wahl auf Helge Braun gefallen, weil dieser ein vielversprechendes Team aufgestellt habe. "Er ist ein ruhiger Mensch, der sehr besonnen ist." Friedrich Merz sei dagegen "viel zu laut" und "nicht so sympathisch".

Christian Maier bekennt sich dagegen zu Friedrich Merz. Zwar habe es in der Tat mehrere "krasse" Aussagen des Sauerländers gegeben. Seit Merz zurück im Parlament ist, sei es jedoch besser geworden. "In letzter Zeit hat er nicht mehr diese Ausreißer gehabt. Und er ist einfach verdammt schlagfertig." Für einen Oppositionsführer sei das wichtig.

Fehlentscheidungen sollen sich nicht wiederholen

Andreas Hackel befürwortet, dass diesmal die Parteimitglieder über ihren Vorsitzenden entscheiden können - auch wenn er eigentlich kein Freund dieser Praxis sei. Es sei derzeit aber richtig, denn: "Wir standen an einem Punkt, an dem die Partei drohte auseinanderzubrechen." Eine "katastrophale Situation" wie im Frühjahr, als in einer "Fehlentscheidung" die Wahl auf Armin Laschet für die Kanzlerkandidatur fiel, dürfe sich nicht wiederholen, mahnt Hackel.

Merz' Alter macht ihn zu "keiner langfristigen Lösung"

Er selbst unterstütze Friedrich Merz. Er sei eine "Projektionsfläche konservativer Sehnsüchte", sagt Hackel. "Dieser Teil unserer Mitglieder wurde jetzt zwei Mal enttäuscht. Wenn er noch mal enttäuscht wird, wird nie Ruhe in die Partei kommen." Mit Blick auf Merz' Alter (66) sieht er in ihm aber "keine langfristige Lösung".

Auf den neuen CDU-Vorsitzenden warten gewaltige Aufgaben, sind sich die Anwesenden einig. Vor allem bei den Themen Innere Sicherheit und Migration könne die Union nicht mit dem Ampel-Koalitionsvertrag einverstanden sein, meint Felix Schurr. "Die Leute müssen wieder Kernthemen mit der Union verbinden." Jannes Martin stimmt zu: "Beim Thema Innere Sicherheit können wir gut punkten."

CDU soll auf Krisen und Skandale schneller reagieren

Für Leonhard Reinwald ist ein Grundproblem, dass seine Partei keine moderne Öffentlichkeitsarbeit macht. Wenn es Vorwürfe gegen den CDU-Vorsitzenden gebe, müssten Pläne für Reaktionen in der Schublade liegen. Spätestens seit dem CDU-kritischen Video des Youtubers Rezo sei das bekannt. "Bei Friedrich Merz wird auch genügend kommen."

Auch das Zukunftsteam von Armin Laschet sei im Wahlkampf zu spät vorgestellt worden, meint Christian Maier. Er wünsche sich, dass der neue CDU-Chef zwei, drei Kernthemen in den kommenden Jahren besetzt "und an denen konsequent dranbleibt".

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