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Imker fordern Milbenkontrolle und lange Blühphasen

Runder Tisch ermöglicht Absprachen zwischen Bienenhaltern, Landwirten und Weinbauern. Dies hilft Konflikte, etwa beim Pflanzenschutz, zu vermeiden. Hier erfahren Sie, was jeder Gartenbesitzer tun kann, um die Bienen mit Nahrung zu versorgen.

Jörg Kühl
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Biene
Bienen können von Neonicotinoiden gelähmt oder sogar getötet werden. Foto: dpa

Für eine lang anhaltende Blühphase zu sorgen und die Varroa-Milbe im Blick zu behalten: Das sind die Forderungen des Bezirks-Imkervereins Heilbronn. Laut dessen Vorsitzendem Torsten Eberhardt kann man die Blühlücke, die sich ab Mitte Juni auftut, durch die Pflanzung von später blühenden Gewächsen wie Lavendel, Storchenschnabel und Vergissmeinnicht überbrücken. Eberhardt richtet seinen Appell an eine breite Öffentlichkeit: Kommunen könnten demnach mithelfen, für blühende Flächen zu sorgen, aber auch jeder private Gartenbesitzer.

Was den Runden Tisch ausgelöst hat

Mit der Landwirtschaft ist der Verein im regelmäßigen Austausch. Seit dem Bienensterben im Rheintal 2008 gibt es einen Runden Tisch, an dem sich Vertreter des Landwirtschaftsamts, Veterinäre, Bauernverband und Weinbauvertreter ein Mal im Jahr absprechen. Eberhardt nennt ein Beispiel: "Wenn Imker über bestimmte Pflanzenschutzmaßnahmen informiert sind, können sie in der fraglichen Zeit Bienenkästen aus dem Spritzbereich bringen." Der Vereinsvorsitzende lobt die "gute Gesprächsbasis" zwischen Imkern und Landwirten.

Was der Vereinsvorsitzende dringend empfiehlt

Was die Varroa-Milbe betrifft, empfiehlt Eberhardt dringend, die befallenenen Völker zu behandeln. Die Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim empfehle dazu ein geeignetes Maßnahmenpaket. "Unsere Mitglieder bekommen regelmäßig Infos über einen Newsletter." Sie enthalten unter anderem Tipps zur Kontrolle und Behandlung der eingeschleppten Milbe. Die Varroa-Kontrolle ist für die Imker demnach ein Muss, um die Weiterverbreitung zu stoppen. "Wenn mein Nachbar seine befallenen Völker nicht behandelt, fliegen die Bienen zu mir rüber und schleppen die Varroa mit rein", so Eberhardt. Der Heilbronner Verein zählt 350 Mitglieder. Er feiert in diesem Jahr sein 140-jähriges Jubiläum.

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