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ICE an die See: Bahn verbindet Heilbronn mit Rügen

Der Nahverkehr nimmt auf der Schiene wieder volle Fahrt auf. Seit wenigen Tagen gibt es neue Regionalverbindungen ab Heilbronn. Die Deutsche Bahn lockt Urlauber: Im Hochsommer geht es von Heilbronn mit dem ICE direkt an die Ostsee.

Hettich
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ICE an die See: Bahn verbindet Heilbronn mit Rügen
Fährt bald, aber nicht für lange: Ein ICE verbindet seit April Heilbronn mit Berlin. Ende Juli werden einige Verbindungen sogar bis zur Insel Rügen verlängert. Im Oktober endet das Gastspiel des Schnellzugs schon wieder. Foto: Archiv/Hettich

Warum hält der ICE überhaupt in Heilbronn?

Das hängt mit der Sanierung und Sperrung der Schnellbahnstrecke zwischen Stuttgart und Mannheim zusammen. Teil des Umleitungskonzepts ist ein ICE, der an sechs Tagen pro Woche von Stuttgart über Heilbronn und Würzburg nach Berlin fährt. Nachmittags gibt es eine Verbindung retour. Anfang Oktober wird es mit der ICE-Herrlichkeit in Heilbronn wieder vorbei sein.

 

Und jetzt geht's per ICE an die See?

Das kündigt die Deutsche Bahn ab dem 31. Juli an. Dann wird die besagte ICE-Verbindung jeweils am Freitag und Samstag bis Binz auf Rügen weitergeführt. Samstags und sonntags geht es nonstop zurück. Die Fahrt von Heilbronn an die Ostsee dauert zehn Stunden und ist online derzeit ab knapp 90 Euro für die einfache Fahrt zu haben.

 

Was ist neu im Nahverkehr?

Seit dem Fahrplanwechsel vom vergangenen Wochenende ist die Zeit des Corona-Notfahrplans vorbei, das Zug-Angebot ist wieder komplett. Laut Verkehrsministerium wurden in den vergangenen Monaten hohe Pünktlichkeitswerte jenseits der 90 Prozent erreicht, allerdings bei ausgedünntem Fahrplan.

 

Gelten nach wie vor Corona-Auflagen?

Ja, in Bussen und Bahnen, auch an Bahnsteigen, ist ein Mund-und-Nasen-Schutz weiterhin Pflicht.

 

ICE an die See: Bahn verbindet Heilbronn mit Rügen
Fährt bereits und bleibt dauerhaft: Seit dem vergangenen Wochenende gibt es Direktverbindungen von Heilbronn nach Tübingen. Foto: Andreas Veigel

Welche neuen Verbindungen gibt es im Nahverkehr?

Zahlreiche Regionalzüge fahren seit dieser Woche von Heilbronn nach Tübingen, ohne dass Reisende in Stuttgart umsteigen müssen. Der Anbieter Abellio hat zum Fahrplanwechsel auch die Strecke von der Landeshauptstadt nach Tübingen übernommen und fährt bislang schon auf der Frankenbahn nach Norden bis Mannheim und Osterburken. Einige Verbindungen werden "durchgekoppelt".

 

Ist das eine gute Nachricht?

Für alle, die von Heilbronn und benachbarten Bahnhöfen direkt nach Esslingen, Nürtingen oder Tübingen wollen, ist das ein Komfortgewinn. Deren Zahl dürfte aber überschaubar sein. So gibt es nach Daten des Statistischen Landesamts 25 Berufspendler aus Heilbronn mit Ziel Tübingen. Hans-Martin Sauter ist skeptisch: "Im Nahverkehr sind lange Durchbindungen nicht praktikabel", findet der Vorstand im Regionalverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Lange Strecken bedeuteten vor allem viel Gelegenheit, Verspätungen anzuhäufen. Deshalb habe etwa die Albtal-Verkehrsgesellschaft die ursprünglichen XXL-Linien von Baden-Baden bis Öhringen schnell wieder gekappt.

 

Doppelstockzüge, moderne Regionalwagen in Landes-Optik, museumsreife Silberlinge: Warum ist auf der Frankenbahn ein kunterbunter Fuhrpark unterwegs?

Abellio fährt notgedrungen nach wie vor nach Plan B. Der Anbieter hat nicht alle modernen Züge seines Herstellers Bombardier rechtzeitig bekommen und lieh sich für einen Übergangszeitraum Fahrzeuge in der ganzen Republik zusammen. Auf einigen Verbindungen feiern sogar die vielerorts ausgemusterten n-Wagen, im Volksmund wegen der Dachfarbe "Silberlinge" genannt, ihr Comeback. Auch der zweite Frankenbahn-Anbieter Go-Ahead bekommt Unterstützung durch Doppelstockzüge der DB.

 

Wie sieht es im Busverkehr des Heilbronner-Hohenloher-Haller Nahverkehrs (HNV) aus?

Hier ist bereits seit Anfang Mai das Fahrplanangebot wieder auf Normalmaß aufgestockt worden. Auch die Stadtbahnlinien der AVG sind seit Wochen wieder nach regulären Fahrplan unterwegs.

 

Wie war das mit der Entschädigung?

Hier herrscht Verwechslungsgefahr: Im HNV gibt es für die wegen Corona nicht genutzte Schüler-Tickets einen Ausgleich. Es werden zwei Monatsraten im Mai und Juni nicht abgebucht. Dafür steht vor allem das Land gerade. Für erwachsene Abo-Kunden ist bislang keine vergleichbare Regelung vorgesehen. Stammkunden der Frankenbahn wiederum können eine Entschädigung bekommen, wenn sie zwischen Juli 2019 und Januar 2020 von Verspätungen und Zugausfällen gebeutelt waren. Antragsformulare hierzu gibt es seit wenigen Tagen auf bwegt.de/entschaedigung.

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