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Hervorragende Linsenernte trotz Regenmangel

Linsen kommen mit der Trockenheit gut klar. Die Erträge und Qualitäten überzeugen. Landwirte bauen in der Region seltene Sorten an. Ob die Schotenfrucht im Klimawandel Zukunftspotenzial hat?

Jörg Kühl
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Lesezeit 2 Min
Hervorragende Linsenernte trotz Regenmangel
Noch sind die Linsen mit den Samen des Leindotter vermischt. Später werden sie gereinigt und gesiebt. Der Leindotter dient als Stützpflanze. Foto: Jörg Kühl  Foto: Kühl, Jörg

Dass auf der Alb schmackhafte Linsen gedeihen, ist zumindest in schwäbischen Haushalten bekannt. Auch in der Region gibt es Betriebe, die die eiweißreiche Schotenfrucht anbauen. Anders als viele Kulturarten, die in diesem Jahr unter dem Regenmangel litten, kommen die Linsen auch mit weniger Wasser aus. Die Ernte ist in diesem Jahr überdurchschnittlich. Ist die Linse eine Ackerfrucht mit Ausbaupotenzial?

Der Mainhardter Landwirt Gerhard Scholl und sein Schwaigerner Kollege Thomas Schmälzle bauen die aus dem französischen Hochland stammende Grün-Marmorierte Linse an, Scholl bereits seit zehn Jahren. Seine Ware ist unter dem Begriff "Räuberlinse" im Heilbronner und Schwäbisch Haller Raum bekannt. Schmälzle kultiviert zusätzlich die schwarze Sorte Beluga. "Wir wollen unseren Kunden etwas anbieten, das sie nicht überall bekommen", so der Landwirt, der auch Mohn, Trockenreis, Buchweizen und Quinoa anbaut.

Warum die Linse an trockene Verhältnisse besser angepasst ist, als andere Kulturpflanzen

Landwirt Thomas Schmoll aus Hausen an der Zaber baut auf insgesamt 12,5 Hektar die Grüne Berglinse an, die gemeinhin als Alblinse bekannt ist. Er nennt sie "Hausener Linse".

Alle drei Betriebe berichten über überdurchschnittliche Qualitäten und Erträge, und das trotz des viel zu trockenen Ackerjahrs. Die Linse gilt als genügsam. Sie gedeiht auch in höher gelegenen Lagen und solchen, wo nicht so viel Regen fällt.

Bei Thomas Schmoll variiert der Ertrag sonst zwischen 800 und 1500 Kilogramm pro Hektar. In diesem Jahr wird die 1500er Marke locker übertroffen. Der Landwirt nimmt eine Pflanze in die Hand und zerreibt sie ein wenig. "In beinahe jeder Schote sitzen zwei Samen", erklärt der Hausener. Im Hänger kommen die noch ungereinigten Linsen gemischt mit den Samen des Leindotter an. Dieser dient als Stützpflanze. Beide Samenarten werden per Gebläse gereinigt und mit Sieben getrennt. Der Leindotter wird später zu einem hochwertigen Öl verarbeitet.

Der zweite Nutzen der Linse ist vielen unbekannt

Linsen sind nicht nur in der Küche gefragt, sie verbessern auch den Boden. Der Anbau von Leguminosen, so die Bezeichnung für Stickstoffbinder, ist in Zeiten explodierender Düngemittelpreise für die Betriebe immer interessanter. "Danach kann ich Weizen oder Dinkel anbauen", so Landwirt Schmoll.

Auch Kichererbsen, eine andere Leguminosenart, geraten in den Fokus der Landwirte. Drei Betriebe aus dem Heilbronner Land bauen die Kulturart das zweite Jahr testweise an. Bisher sehe es sehr erfolgversprechend aus, berichtet Fabian Braunstein, Leiter des Eberstädter Betriebs Rukwied, der sich am Versuch beteiligt: "Jede Schote ist mit zwei oder mehreren Kernen gefüllt."

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