Heilbronn
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Heilbronner Landrat im Live-Talk: Die große Klammer ist der Wandel

Norbert Heuser spricht in Stimme.tv mit Chefredakteur Uwe Ralf Heer über seine neue Rolle als Chef des Landratsamts und die Aufgaben der Zukunft.

Wolfgang Müller
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Heilbronner Landrat im Live-Talk: Die große Klammer ist der Wandel.

Nein. Namentlich kennt Norbert Heuser alle seine rund 1600 Mitarbeiter noch nicht. Seit gut drei Monaten im Amt hat der Heilbronner Landrat erst knapp 200 seiner Beschäftigte im Landratsamt die Hand schütteln können. Herausreden wollte sich Heuser am Freitag weder bei dieser noch bei den anderen Fragen, die Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer im im halbstündigen Live-Talk "Ohne Ausrede" von Stimme.tv gestellt hat.

Mehr Verantwortung als Macht

"Welche Macht hat eigentlich ein Landrat?", wollte Heer wissen. Zwei Drittel seiner Arbeit sei staatlich. Ein Drittel falle auf den Kreistag. "Im Gremium habe ich kein Stimmrecht, also so gesehen gar keine Macht", antwortete der 56-Jährige mit einem Augenzwinkern. Er spreche lieber von kreativem Wirken und von "Verantwortung, die ich auch spüre".

Große Herausforderungen für die Zukunft

Auf drei Schwerpunkte seiner Arbeit in den kommenden Jahren wollte sich Heuser nicht beschränken. Zu groß seien die Herausforderungen. Allen voran nannte der Landrat die Bildung. In seiner Amtszeit wolle er "die Lösung für die Realisierung des neuen Berufsschulstandorts finden und bestmöglich auch realisieren." Ein Thema sei der ÖPNV. "Die große Klammer wird aber der Transformationsprozess sein." Klimaschutz und Nachhaltigkeit seien ebenso wichtig.

Nicht über Luca-App gestolpert

Die Polizei hat dem Landratsamt kein Bein gestellt. "Ich bin froh, dass die Mitarbeiterin so reagiert hat", sagte Heuser. Zuvor hatte die Polizei im Zuge von Ermittlungen telefonisch nach Daten der Luca-App gefragt - aber keine Auskunft erhalten.

Klinkmitarbeiter sind am Anschlag

Als Landrat ist Heuser im Aufsichtsrat der SLK-Kliniken. Mit Blick auf die Corona-Pandemie fragte Heer, wie viele Wellen die Mitarbeiter dort noch ertragen können. "Sie sind alle wirklich am Anschlag, und wir sind mitten in der fünften Welle." Heuser appellierte an die Bürger, sich impfen zu lassen.

 

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Kein Ausschluss und keine Garantie

Eine Bestandsgarantie für die Klinik Löwenstein wollte Heuser nicht abgeben. "Da wäre ich ja naiv." Er könne auch nicht ausschließen, dass die Kommunen bei steigenden Flüchtlingszahlen nicht Sporthallen als Unterkünfte bereitstellen müssen. "Ich hoffe nicht, dass wir etwas beschlagnahmen müssen. Aber ausschließen kann ich nichts."

Abfallwirtschaft wird neu aufgestellt

Ob auch die Bürger im Landkreis den gelben Sack bekommen werden, sei noch nicht klar. Neue Verträge bei der Abfallwirtschaft und damit auch ein neues Konzept stehen auf der Agenda des Landkreises. 2022 würden die Weichen gestellt, so Heuser.

Raum schaffen für innovative Technologie

Stehe der Landrat für neue Industriegebiete inklusive Flächenversiegelung, wollte Heer wissen. "Ich bin ein Verfechter von Flächenschonung. Aber manchmal muss man auch einen Schritt zurückmachen um zwei nach vorne gehen zu können. Raum schaffen für innovative Technologie sei essenziell. "Wenn man keine Flächen mehr ausweist, wird die Region abgehängt."

 

 

 
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