Lauffen
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Großes Interesse am aufwendig sanierten historischen Hölderlinhaus in Lauffen

Das Besucherkontingent ist am ersten Wochenende nach der Eröffnung des Museumsareals in Lauffen ausgeschöpft. Die Stadt schafft damit eine weitere Attraktion für den Tourismus.

Sabine Friedrich
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Großes Interesse am aufwendig sanierten historischen Hölderlinhaus und der neuen Dauerausstellung in Lauffen
Franziska und Steffen Bohne sind gleich am ersten Wochenende nach der Eröffnung nach Lauffen gekommen. Wie Hölderlin schreiben sie mit Feder und Kiel. Foto: Berger

Was für ein Auftakt-Wochenende für das sanierte Hölderlinhaus in Lauffen: Das durch die Corona-Krise bedingte Anmeldekontingent von jeweils 100 Besuchern ist am Samstag und Sonntag voll ausgeschöpft worden.

"Es ist total befriedigend, zu sehen, dass die Leute kommen und etwas über Hölderlin wissen wollen", stellt Leiterin Eva Ehrenfeld mit einem Strahlen fest. "Schrecklich aufregend" ist für die Leiterin die Eröffnung der neuen Dauerausstellung in dem aufwendig sanierten denkmalgeschützten früheren Wohnhaus der Hölderlins.

Mischung aus Modernem und Altem

"Der Umbau ist extrem interessant und sehr gelungen", stellt denn auch Max Pietro Hoffmann fest. Die Mischung aus moderner Architektur und dem Bewahren des Altbestands gefällt dem Berliner. Deshalb hätte er gerne noch mehr über die Sanierung erfahren. Mit Umbau, Anbau, Ausstellung und Grunderwerb belaufen sich die Kosten auf 5,5 Millionen Euro. 1,5 Millionen Euro, so Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger, muss die Stadt tragen. Der Rest kommt aus Zuschüssen und Spenden.

Die Biografie Friedrich Hölderlins anhand von Textstellen darzustellen, das sei eine super Idee, lobt Hoffman das Konzept der Schau. "Innerhalb weniger Zitate erfährt man viel über ihn", stimmt seine Begleiterin, Mira Herrarte, zu. Die historische Einordnung der Zeit, in der Hölderlin gelebt hat, fehlt Hoffman allerdings. Das Fazit des Grafikdesigners, der gerade zu Besuch in der Region ist: "Es hat sich sehr gelohnt, allein wegen des Gebäudes."

Wie Hölderlin mit Feder und Tinte schreiben

"Eine neue Erfahrung, mit Feder zu schreiben", kommt eine Frau vom Bodensee der Aufforderung nach, sich wie Hölderlin mit Feder, Kiel und Tinte auf Papier zu verewigen. "Das finde ich toll, dazu hatte ich noch nie die Gelegenheit", sagt die Steißlingerin, die Verwandte in Heilbronn hat und den Sonntag zum Museumsbesuch nutzt.

Auf ihrer Etappe von Gundelsheim nach Ludwigsburg macht eine Radtouristin Halt in Lauffen. Die Ästhetik des Gebäudes und der Inhalt der Ausstellung sprechen Ulrike Schönhagen an. Als Deutschlehrerin ist ihr der Dichter, der 1770 in Lauffen geboren wurde, natürlich ein Begriff. Auf ihrem Unterrichtsplan steht er aber nicht. "Es ist ganz schwer, mit den Schülern Lyrik zu machen. Das Metrum ist ganz schwierig zu vermitteln. Das hören sie nicht", meint die Marburgerin.

Qualifiziertes museales Angebot

Die vielen Auswärtigen unter den Besuchern dürften Bürgermeister Waldenberger freuen. Ziel des Hölderlinhauses sei es, das normale Literaturpublikum anzusprechen und neben Wein und Geschichte eine weitere Attraktion für den Tourismus zu bieten. Ein qualifiziertes museales Angebot habe die Stadt bisher nicht gehabt. "Wir haben ein Kulturdenkmal geschaffen von überregionaler Bedeutung", meint er. Und mit den Sälen mit 80 und 200 Sitzplätzen im Anbau und im Klosterhof verfügt das Kulturzentrum über neue Möglichkeiten für Veranstaltungen.

Hölderlinhaus in Lauffen | Lauffen | 02.07.2020 | 15 Bilder | Fotograf: Ralf Seidel

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