Brackenheim
Lesezeichen setzen Merken

Gedenkstätte für Opfer der Pandemie eingeweiht

Minister Peter Hauk übergibt den Corona-Hain im Stockheimer Staatswald seiner Bestimmung. Er ist die erste Gedenkstätte dieser Art im Landkreis und vermutlich die erste im ganzen Land.

Von Nicole Theuer
  |    | 
Lesezeit  2 Min
Gedenkstätte für Opfer der Pandemie eingeweiht
Bürgermeister Thomas Csaszar (von links), Ex-Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, Inge Wolfinger, Otto Haass, Ulrich Peter, Max Reger und Minister Peter Hauk an dem neuen Ort des Gedenkens. Foto: Franz Theuer  Foto: Theuer, Franz

Mit einer berührenden Feierstunde, die musikalisch von Star-Tenor Jay Alexander und der Musikschule Eppingen umrahmt wurde, ist am Dienstagvormittag der Corona-Hain im Stockheimer Staatswald seiner Bestimmung übergeben worden. Inge Wolfinger und Ulrich Peter haben über die Paula-Stiftung die vermutlich landesweit erste Gedenkstätte in dieser Form, die an die Opfer der Pandemie erinnern soll, auf den Weg gebracht und finanziert. "Kaum ein Thema hat die Menschen in den vergangenen zweieinhalb Jahren so bewegt wie Corona", machte Max Reger, der Vorstandsvorsitzende von ForstBW deutlich. Weltweit starben mehr als 6,4 Millionen Menschen, alleine in Baden-Württemberg gab es bislang über 16 600 Corona-Tote, zählt er auf. Angesichts der weltpolitischen Lage sei das Thema in den Hintergrund getreten, "doch die Folgen sind weiterhin spürbar und erlebbar. Es ist wichtig, die Verstorbenen in Erinnerung zu behalten und ihnen ein Denkmal zu setzen."

Die neuen Bäume im Hain hauchen dem ausgedünnten Waldstück neues Leben ein

Reger erinnerte daran, dass Inge Wolfinger und Ulrich Peter zunächst die Idee gehabt haben, für jeden Verstorbenen einen Baum zu pflanzen. Doch diese Idee habe sich als nicht umsetzbar erwiesen: "Wir haben nicht die Fläche gefunden, auf die so viele Bäume gepasst hätten." In Gesprächen kam dann die Idee eines Corona-Hains auf. "Hier haben wir anstatt 10 000 Bäume 80 große Bäume gepflanzt", führt Max Reger aus. Auf diese Weise sei ein stark durch Borkenkäfer und Sturm gelichteter Fichtenbestand ökologisch durch die Anpflanzung von Elsbeeren, Speierlingen und immergrünen Eiben aufgewertet worden.

"Es ist ein toller Standort", fand Reger, "den wir gemeinsam weiterentwickelt haben und der durch den Unendlichkeitsweg und die Sitzbänke begleitet wird." Der Forstfachmann erinnert daran, dass man sich hier in einem FFH-Schutzgebiet befinde, was viele Abstimmungen zwischen den Behörden erforderlich gemacht habe. Umso erfreuter zeigte er sich, dass die Umsetzung der Idee mit 18 Monaten relativ zügig erfolgt sei, auch, weil der Gemeinderat den Gedanken schnell aufgegriffen und begleitet habe.

Der Forstminister übernimmt die Schirmherrschaft

Auch Peter Hauk, Minister für Ernährung, ländlicher Raum und Verbraucherschutz, der die Schirmherrschaft für den Corona-Hain übernommen hat, zeigte sich angetan. "Das Ergebnis kann sich sehen lassen", zollte er den Initiatoren und den Mitarbeitern der Forstverwaltung Respekt. "Die Pflege dieses Hains wird eine Daueraufgabe sein, die jedoch von den Kollegen des Forsts gern übernommen wird." Hauk lobte in diesem Zusammenhang das bürgerschaftliche Engagement der Stifter, die das Ziel, einen besonderen Ort des Trostes, Innehaltens und Gedenkens zu schaffen, zielstrebig verfolgt hätten. Bürgermeister Thomas Csaszar erinnerte daran, dass Corona "bei uns in Brackenheim ein besonderes Thema" war: "Wir, Verwaltung und Gemeinderat, wollten ein Signal nach außen setzen und standen deshalb dem Projekt offen und unterstützend gegenüber, haben den Gedanken mitgetragen und werden die Gedenkstätte offensiv begleiten."

Mehr zum Thema

Blick in den Corona-Herbst: Personal ist großer Sorgen-Faktor
ST
Region
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Blick in den Corona-Herbst: Personal ist großer Sorgen-Faktor

Ärzte sprechen bei Stimme-Forum über die Corona-Lage. Warum Impfen für sie weiterhin der Schlüssel in der Pandemie-Bekämpfung ist.

Inge Wolfinger ließ aus Sicht der Stifter Revue passieren, wie es zur Idee der Gedenkstätte kam. Als Corona in Deutschland immer schlimmer wurde, "kamen wir auf die Idee, einen würdigen Rahmen für das Gedenken zu schaffen, denn viele Angehörige konnten sich von den Sterbenden nicht verabschieden".

 


Corona Newsletter



Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben