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Mehr regionale Erzeugnisse

Projekt für Bio-Menüs am Bildungscampus begeistert

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Das Ferdinand-Steinbeis-Institut hat große Projekte in der Pipeline: Unter anderem setzt es sich für mehr regionale Bio-Erzeugnisse in Mensen und Co. ein. Auch an Wasserverlusten in Heilbronn wird weiter geforscht.

Das Ziel vom Ferdinand-Steinbeis-Institut ist, transparent zu machen, welche Produkte es zu welcher Jahreszeit gibt und wie viel daraus gemacht werden kann.
Das Ziel vom Ferdinand-Steinbeis-Institut ist, transparent zu machen, welche Produkte es zu welcher Jahreszeit gibt und wie viel daraus gemacht werden kann.  Foto: Daniel Vogl

Mithilfe von Wissenschaft echte Probleme lösen, das ist es, was das Ferdinand-Steinbeis-Institut antreibt. "Wir sind das ein bisschen andere Forschungsinstitut", sagt Geschäftsführer Michael Köhnlein, der zusammen mit Heiner Lasi das Ferdinand-Steinbeis-Institut leitet.

An jedem Projekt, an dem geforscht werde, seien nicht nur Wissenschaftler beschäftigt, sondern auch Unternehmen sowie Menschen mit unterschiedlicher Expertise involviert, beispielsweise KI-Experten, Soziologen oder Juristen. Ein Projekt, das derzeit an Fahrt gewinne und an dem seit knapp zwei Jahren geforscht wird, heißt Regio-Bio-Match.

Ferdinand-Steinbeis-Institut mit neuem Bio-Projekt – darum geht es

Konkret geht es darum, wie regionale Bio-Erzeugnisse verstärkt in Kantinen, Großküchen und Mensen gebracht werden können. Alle Akteure im Prozess der Außer-Haus-Verpflegung haben unterschiedliche Interessen und Ansprüche, die teilweise im Konflikt zueinander stünden, fasst Projektleiterin Karoline Frank zusammen.

Zum Beispiel die Kantine, die ihre Produkte am liebsten von nur einem Großhändler beziehen möchte und nicht von 40, oder die Landwirte, die liefern könnten, aber ihre Erzeugnisse ohne Vorverarbeitung und Listung bei den Kantinen gar nicht anliefern dürfen.

Ferdinand-Steinbeis-Institut will Plattform, um Angebot und Nachfrage zu bündeln

Alle Akteure habe man an einen Tisch gebracht, um sich über die unterschiedlichen Sichtweisen auszutauschen. "Erstmal wurde viel geschimpft", sagt Karoline Frank mit einem Augenzwinkern. Man habe herausgefiltert, an welchen Stellen es hakt.

Schnell sei klar geworden: "Das Ganze schreit nach einer Plattform, auf der Angebot und Nachfrage gebündelt werden." Gesagt, getan. Derzeit befinde man sich in der technischen Umsetzung, auch eine App soll folgen.

Ziel: Zu zeigen, welche Produkte es zu welcher Jahreszeit gibt

Das Ziel, vereinfacht ausgedrückt: transparent zu machen, welche Produkte es zu welcher Jahreszeit gibt und wie viel daraus gemacht werden kann. Das Herzstück sei ein Matching-Algorithmus, der Bio-Menüs in der Großküche vorschlägt, bei dem vorab schon Verfügbarkeit, Menge, Veredelung und Lieferung der Zutaten abgeprüft sind.

Heutzutage sei man gewohnt, jedes Lebensmittel zu jeder Zeit zu bekommen, betont die Projektleiterin. Hier brauche es ein Umdenken. "Dann gibt es eben keine Tomaten im Dezember oder Erdbeeren im Februar", nennt Karoline Frank zwei Beispiele.

Land Baden-Württemberg zeigt Interesse an Projekt

Außerdem verweist sie auf die Bundesregierung, die sich vorgenommen hat, dass bis zum Jahr 2030 insgesamt 30 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch

30 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche sollen in Deutschland ab 2030 ökologisch bewirtschaftet werden.
30 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche sollen in Deutschland ab 2030 ökologisch bewirtschaftet werden.  Foto: stock.adobe.com

bewirtschaftet werden sollen. Ein Anreiz zur Umstellung sei aber nur da, wenn Landwirte wissen, dass sie ihre Erzeugnisse auch loswerden.

Das Projekt wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" gefördert und durch das Land Baden-Württemberg und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums finanziert. Das Interesse sei groß, freuen sich Geschäftsführer Michael Köhnlein und Projektleiterin Karoline Frank.

Institut forscht weiter an Wasserverlusten in Heilbronn

Ein weiteres Projekt, an dem das Ferdinand-Steinbeis-Institut zusammen mit der Heilbronner Versorgungs GmbH forscht, geht gegen Wasserverluste vor. Im Team sind unter anderem auch Soziologen, Technologen und KI-Experten dabei. In Heilbronn seien Wasserverluste ebenfalls Thema. Laut aktuellen Erhebungen kommen etwa acht Prozent des eingespeisten Trinkwassers nicht beim Endverbraucher an. Ob eine undichte Stelle im Wasserrohr oder eine permanent rinnende Toilettenspülung: Gründe dafür gibt es viele.

Das Versuchsfeld war überschaubar: In einer Straße mit fünf Häusern und einem Mehrfamilienhaus im Heilbronner Süd-Westen wurden Sensoren und digitale Wasseruhren eingebaut. Mithilfe der verbauten Technologie wurden Daten gesammelt, um künftig abzuleiten, wie Algorithmen gestaltet werden müssen, damit undichte Stellen ausfindig gemacht werden. Derzeit sei man auf der Suche nach einem größeren Testgebiet in Heilbronn.

 
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