Heilbronn
Lesezeichen setzen Merken

Digitale Teilhabe in der Gesellschaft fördern: Heilbronner Verein beteiligt sich an Aktionstag

Zum bundesweiten Digitaltag am Freitag, 24. Juni, sind deutschlandweit über 2000 Veranstaltungen geplant. Auch der Heilbronner Verein "Senioren für Andere" macht mit.

Lisa Könnecke
  |    | 
Lesezeit 2 Min
Die digitale Teilhabe in der Gesellschaft fördern: Heilbronner Verein beteilgt sich am bundesweiten Aktionstag
Der erste Vorsitzende Wolfgang Arndt (von links), Helmut Drauz, Dieter Kiessling und Peter Pfleiderer vom Heilbronner Verein „Senioren für Andere“.  Foto: Berger, Mario

Video-Telefonate mit Freunden und Familien, Funksteckdosen, die per App gesteuert werden, Chat-Bots und Kryptowährungen: Das Leben wird zunehmend digitaler. Um die digitale Teilhabe in der Gesellschaft zu fördern, findet am Freitag, 24. Juni, zum dritten Mal der bundesweite Digitaltag statt. Deutschlandweit können Interessierte bei über 2000 Veranstaltungen und Aktivitäten Digitalisierung erleben - von Seminaren und Live-Streams über Beratungsangebote, Tage der offenen Tür bis hin zu Hackathons, ein Event, bei dem Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenkommen und Lösungen für allgegenwärtige Probleme suchen.

Für einen Großteil der Menschen sind digitale Technologien nicht mehr wegzudenken

Die allgemeine Offenheit für digitale Technologien ist groß: 88 Prozent stehen digitalen Technologien positiv gegenüber. Für 89 Prozent sind digitale Technologien aus dem eigenen Leben nicht mehr wegzudenken; für 80 Prozent machen sie das Leben leichter. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie im Auftrag der Initiative "Digital für alle" anlässlich des Aktionstages. Im April 2022 wurden hiefür 1006 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt.

Bei der Frage, ob die Digitalisierung zu schnell vonstatten geht, zeigt sich ein geteiltes Bild: 57 Prozent kritisieren, die Digitalisierung gehe zu langsam, 23 Prozent halten das Tempo für genau richtig. 18 Prozent geht die Digitalisierung zu schnell. Letzteres finden insbesondere die über 75-Jährigen (36 Prozent). Hier setzt die Arbeit der "Senioren für Andere" an.

 

Mehr zum Thema

Senioren aus der Region werden mit Whatsapp-Betrugsversuchen belästigt
PREMIUM
Zaberfeld
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Senioren aus der Region werden mit Whatsapp-Betrugsversuchen belästigt

Lydia Ott (80) aus Zaberfeld-Michelbach glaubte erst, dass tatsächlich ihr Sohn schreibt. Selbst ihre Enkelin schöpfte keinen Verdacht.

Sich von der Digitalisierung nicht abhängen lassen

In dem Heilbronner Verein engagieren sich Ruheständler ehrenamtlich für andere Senioren. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt darauf, die ältere Generation im Umgang mit digitalen Angeboten fit zu machen und dafür zu sorgen, dass sie von der Digitalisierung nicht abgehängt werden, erklären der erste Vorsitzende Wolfgang Arndt und Terminkoordinator Peter Pfleiderer. Die beiden Männer haben sich im Rahmen ihres Ehrenamts beim Landesmedienzentrum Baden-Württemberg zu digitalen Gesundheitsbotschafter und Medienmentoren ausbilden lassen.

Insgesamt gibt es in dem Verein rund acht Berater, die ihr digitales Know-how an andere weiter geben. Bei den über 74-Jährigen sind es weit über 30 Prozent, die keinen Internetzugang haben. Ein Drittel aller Altersheime in Deutschland hätten immer noch kein Wlan, kritisiert Pfleiderer. "Das ist eine Katastrophe. Es ist wichtig für ältere Menschen, in Kontakt mit ihren Angehörigen zu bleiben."

Vielfältiges Angebot des Heilbronner Vereins "Senioren für Andere"

Das Angebot des Vereins ist vielfältig: So bietet der Verein Einzelberatungen und Anfängerkurse an, in denen ältere Menschen erstmals lernen, wie sie mit einem Handy umgehen. Zudem finden regelmäßig Kurse mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten statt. Zum Beispiel wie der Kommunikationsdienstleister Whatsapp funktioniert, wie man seine Bilder auf dem Handy nachbearbeiten kann, sich Wandertouren aufs Handy lädt oder im Netz seriöse von unseriösen Nachrichten unterscheidet. Ebenfalls Thema: Falsche Polizisten oder der Enkeltrick - Betrugsmaschen Krimineller, die sich als Polizisten beziehungsweise Enkel in einer Gefahrenlage ausgeben und so an schnell überwiesenes Geld kommen wollen.

Das Angebot kommt an: Allein in den vergangenen neun Monaten haben rund 240 Senioren Rat gesucht. "Es sind auffällig viele Frauen", beobachtet Pfleiderer. Der 64-Jährige vermutet, dass sich Männer weniger trauen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Frauen dagegen seien mutiger, nachzufragen und sich digitale Angebote erklären zu lassen. Aber nicht nur die Ratsuchenden profitieren, auch die Berater selbst: "Es ist wie Gehirnjogging. Immer das Neuste zu lernen, hält jung", freut sich Wolfgang Arndt.

Tag der offenen Tür zum bundesweiten Digitaltag

Zum bundesweiten Digitaltag lädt der Verein "Senioren für Andere" ins Seniorenbüro in der Charlottenstraße 11 ein. Einlass ist ab 10.30 Uhr. Es gibt Veranstaltungen zu verschiedenen Themen wie Gesundheitsmanagement oder Intelligentem Wohnen.

 


Mehr Informationen zum Aktionstag

Trägerin des Digitaltags ist die Initiative "Digital für alle". Das breite Bündnis vereint 28 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentlicher Hand. Der Digitaltag 2022 wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat. Der Aktionstag wird durch einen ganztägigen Livestream unter www.digitaltag.eu begleitet. Die offizielle Eröffnung findet um 8.30 Uhr mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser statt. 

 
Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben