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Bus-Firmen im Land fordern Finanzspritze wegen hoher Spritpreise

Die Spritpreise sind seit dem Krieg in der Ukraine stark gestiegen. Das belastet besonders Busunternehmen, die nicht einfach die Preise erhöhen können. Deshalb fuhren am Dienstag Reisebusse mit einem Protest-Korso durch Stuttgart. Auch ein Heilbronner Busunternehmer war vor Ort.

Christoph Donauer
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Lesezeit 2 Min
Bus-Firmen im Land fordern Finanzspritze wegen hoher Spritpreise
Die Busunternehmen im Land pochen wegen stark gestiegener Spritpreise auf Unterstützung. Dafür fuhren sie am Dienstag in einem Korso durch Stuttgart.  Foto: privat

Die stark gestiegenen Spritpreise setzen den Busunternehmen im Nahverkehr zu. Am Dienstag sind deshalb Bus-Firmen aus dem ganzen Land nach Stuttgart gefahren, um mit einem Korso durch die Innenstadt zu protestieren. Die Forderung: Das Land soll die Mehrkosten für Diesel übernehmen.

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Denn im Nahverkehr können die Bus-Firmen die Ticketpreise nicht einfach erhöhen und müssen die höheren Kosten aus eigener Tasche bezahlen. Das Land Baden-Württemberg hatte der Branche deshalb im März versprochen, Fördergelder früher auszuzahlen. Doch bisher gibt es keine Einigung, die Verhandlungen sind festgefahren.

Nicht nur für Kraftstoff sind die Preise gestiegen

Für Andreas Kühner von Gross-Reisen in Heilbronn ist das inakzeptabel. "Die Kosten, die wir stemmen müssen, gehen durch die Decke." Die Preise für Diesel-Kraftstoff, den Zusatzstoff Adblue und Reifen seien enorm gestiegen, berichtet er. "In der aktuellen Situation muss man manchmal sogar froh sein, wenn man überhaupt noch Diesel bekommt."

Der Unternehmer kritisiert, dass das Land nicht längst reagiert hat. Erst habe man Entlastungen bis nach Ostern versprochen, dann bis nach Pfingsten. Kühner vermutet, dass das Land darauf wartet, dass der Bund die Mehrkosten stemmt - und andersherum. "Jeder wartet, ob nicht ein anderer bezahlt." Zwar habe der Heilbronner Landkreis als Aufgabenträger die Busunternehmen bereits unterstützt. "Aber die Mittel müssen eigentlich vom Land kommen."

Schlange aus Bussen fährt durch Stuttgart

Um auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen, war Kühner bei dem Bus-Korso durch Stuttgart vor Ort. Die Schlange aus Bussen startete am Cannstatter Wasen und endete am Stuttgarter Karlsplatz mit einer Kundgebung. Eigentlich wollten mehrere Busunternehmen aus dem Heilbronner Landkreis teilnehmen, mehrere sagten ihre Teilnahme jedoch ab - wegen Personalmangel oder weil alle Fahrzeuge im Einsatz sind.

Aus Kühners Sicht gehört der Nahverkehr zur Daseinsvorsorge. "Wir können die Busse nicht stehen lassen, weil etwa Schüler auf uns angewiesen sind." Es brauche daher eine langfristige Unterstützung der Branche. Denn der Ukraine-Krieg sei absehbar nicht vorbei. "Man muss sich darauf einstellen, dass diese Situation noch lange Zeit andauern wird."

Omnibusunternehmer-Verband befürchtet, dass das Land Hilfen an Bedingungen knüpft

Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) befürchtet, dass das Landesverkehrsministerium die Finanzspritze an Bedingungen knüpft. "Hinter den Kulissen wird über eine Paketlösung gesprochen; offenbar hat das Land auch Wünsche Richtung Aufgabenträger (z.B. die Mobilitätsgarantie) und andere Zukunftsprojekte, die es an eine Dieselfinanzspritze andocken möchte", heißt es in einer Mitteilung.

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In der aktuellen Krise sei das nicht hilfreich, wird Verbandsvorsitzender Klaus Sedelmeier zitiert: "Wir brauchen eine Soforthilfe angesichts der hohen Dieselkosten. Jetzt!"

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