Bilanz zum Gas-Monitor Heilbronn: Die Menschen in der Region haben kräftig Gas eingespart
Der Heilbronner Energieversorger HNVG und das Ferdinand-Steinbeis-Institut ziehen eine positive Bilanz des Gas-Monitors Heilbronn. Eine Gasmangelklage wurde durch Einsparungen und das milde Wetter verhindert.
"Runter vom Gas" - unter diesem Motto hatten die Heilbronner Versorgungs GmbH (HNVG) und das Ferdinand-Steinbeis-Institut (FStI) im zurückliegenden Herbst die Verbraucher in der Region zum sorgsamen Umgang mit Gas aufgerufen. Jetzt im Frühling, wo sich die Heizperiode dem Ende zuneigt, ziehen die Verantwortlichen ein positives Fazit.
Haushalte haben mehr eingespart als die Industrie
Denn die HNVG-Kunden haben in den zurückliegenden Monaten kräftig Gas eingespart. Das zeigt ein Blick auf den Gas-Monitor, den HNVG und FStI gemeinsam entwickelt haben und der unter gasverbrauch.hn im Internet abrufbar ist. So haben die Menschen und Unternehmen in der Region seit August 2022 18 Prozent weniger Gas verbraucht als im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021. In absoluten Zahlen heißt das: Statt 1156,5 Millionen Kilowattstunden haben die HNVG-Kunden nur 947,9 Millionen Kilowattstunden Erdgas verbraucht. Private Haushalte und Gewerbe haben 20,4 Prozent Gas eingespart, die Industrie dagegen nur 12,6 Prozent.
Es bedurfte keiner wirtschaftlichen Anreize
Für Eva Deuchert vom Ferdinand-Steinbeis-Institut ist das ein Erfolg. "Die Menschen haben ohne große wirtschaftliche Anreize Gas in hohen Mengen gespart", sagt sie. Das zeige, dass die Menschen das Richtige tun, wenn man es ihnen richtig erklärt, sagt Deuchert. Auch der vergleichsweise milde Winter habe dazu beigetragen, den Gasverbrauch zu reduzieren.
Bis Weihnachten sparten die Verbraucher kräftig Gas ein
Vor allem in der Zeit von Oktober bis Weihnachten 2022, als die Sorge vor einer Gasmangellage im Land groß war, sparten die HNVG-Kunden viel Gas ein. An Weihnachten wollten es die Leute aber warm haben, die Einsparbemühungen ließen sichtlich nach. "Und danach haben die Menschen nicht mehr so richtig in den Sparmodus zurückgefunden", sagt Eva Deuchert. Dazu mag auch beigetragen haben, dass die Gefahr einer Gasmangellage gebannt war und die Bundesnetzagentur Entwarnung gab.
"Es ist gut gelaufen", ziehen Deuchert und ihre FStI-Kollegin Claudia Franz ein positives Fazit. Über den Gas-Monitor, der auch bei stimme.de zu finden ist, konnten sich die Menschen in der Region jederzeit über den Stand des Gasverbrauchs im HNVG-Gebiet und die erzielten Einsparungen informieren. Künftig wird das FStI die Daten auf dem Dashboard nicht mehr wöchentlich aktualisieren, sondern nur noch einmal im Monat.
Bald soll es einen landesweiten Energie-Monitor geben
Doch das Thema Energie wird das Ferdinand-Steinbeis-Institut weiterhin beschäftigen. "Wir denken bereits über einen Energie-Monitor für ganz Baden-Württemberg nach", sagt Eva Deuchert. Die Idee, die noch finanziert werden muss: Für jede Kommune im Land soll der Verbrauch an Strom, Gas und Fernwärme abgerufen werden können. Durch die Vergleichbarkeit könne man dann sehen, wie unterschiedlich die Kommunen mit Energie umgehen.
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