Bad Friedrichshall/Heilbronn
Lesezeichen setzen Merken

Bad Friedrichshall: Bewährungsstrafe für ehemaligen Rathaus-Angestellten

Wegen gewerbsmäßigen Diebstahls hat das Heilbronner Amtsgericht am Mittwoch einen 38-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt.

Adrian Hoffmann
  |  
Amtsgericht Heilbronn
Am Heilbronner Amtsgericht wurde ein ehemaliger Rathaus-Angestellter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Das Heilbronner Amtsgericht hat am Mittwoch, 1. Dezember, einen ehemaligen Angestellten des Bad Friedrichshaller Rathauses zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt. Dem 38-Jährigen wurde vorgeworfen, gewerbsmäßigen Diebstahl in 16 Fällen begangen zu haben. Er räumte die Taten ein. Von einem riesigen Fehler sprach er, der ihm sehr leid tue. Er könne nicht genau sagen, warum er das überhaupt getan habe. In finanziellen Schwierigkeiten steckte er nicht.

Konkret gab der Angeklagte zu, über einen Zeitraum von mehreren Monaten im Jahr 2020 in seiner Tätigkeit als Sachgebietsleiter bei der Verwaltung mit öffentlichen Geldern vorwiegend technische Gerätschaften bestellt und privat einbehalten zu haben. Es handelte sich um Geräte unterschiedlicher Art, wie zum Beispiel eine Handkreissäge oder einen hochwertigen Kaffeeautomaten. Die Waren hatten einen Nettowert von mehr als 5000 Euro.

Mehr zum Thema

Verteidigerin beklagt soziale Folgen für ihren Mandanten

Anwältin Anke Stiefel-Bechdolf beschrieb eine "soziale Ächtung", der ihr Mandant in der Folge der Ermittlungen ausgesetzt war. Der Mann verlor seinen Job im Rathaus und es wurde ihm ein Hausverbot für alle städtischen Einrichtungen erteilt. Somit habe er seine Kinder nicht mehr vom Kindergarten abholen und nicht mit ihnen zum Kinderturnen in die Turnhalle oder auf Spielplätze gehen können.

Die privaten Folgen seines Fehlverhaltens seien enorm gewesen und aus ihrer Sicht das Hausverbot teilweise rechtswidrig. Selbst aus der örtlichen Feuerwehr, wo er gerne Mitglied gewesen sei, habe er zwangsweise austreten müssen. Daher wünschte Stiefel-Bechdolf sich ein Ende des Verfahrens ohne Freiheitsstrafe. "Doch der Wunsch ist manchmal sehr einsam", sagte sie. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte eine Bewährungsstrafe von elf Monaten.

Finanzieller Schaden wurde beglichen

Richter Roman Evertz würdigte in der Begründung seines Urteils das Geständnis des ehemaligen Stadtangestellten und die bereits erfolgte finanzielle Wiedergutmachung des Schadens. Er habe die Argumente der Verteidigung genau geprüft. Er halte es für angemessen und unerlässlich, eine Freiheitsstrafe zu verhängen. Die Taten seien über einen längeren Zeitraum hinweg begangen worden und er möchte "den Eindruck vermeiden, dass man sich freikaufen kann". Zusätzlich zur Bewährungsstrafe wurde der Angeklagte zur Zahlung von 2000 Euro an die Jugendhilfe Unterland verurteilt.

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
  Nach oben