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Experten: Hausfinanzierung detailliert planen

Stark gestiegene Kreditzinsen verunsichern derzeit viele Menschen, die sich ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen möchten. Finanzierungsexperten empfehlen daher, das Vorhaben so detailliert wie möglich zu planen.

Andreas Zwingmann
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Lesezeit 2 Min
Hausbau
Die Sonne scheint zwischen einem Gerüst und einem Neubau hindurch.  Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild

Der Bedarf an Wohnraum ist weiter ungebrochen. Steigende Materialpreise, Handwerkermangel sowie die Entwicklung bei den Zinsen für Baukredite, die sich seit Jahresbeginn fast verdreifacht haben, machen den Wunsch nach den eigenen vier Wänden derzeit jedoch für Häuslebauer zu einer Rechnung mit vielen Unbekannten.

Mehr Interessenten ziehen wieder zurück

"Dabei war die Zinswelt Anfang des Jahres eigentlich noch ganz in Ordnung", blickt Oliver Steinmetz, Bereichsleiter Immobilien und Baufinanzierung bei der Kreissparkasse Heilbronn, zurück. Seit aber die Zinsen für Baukredite in die Höhe geschnellt sind, habe sich am Markt rasch eine spürbare Ernüchterung eingestellt. Abgeschreckt von der Entwicklung, machten derzeit mehr Kunden einen Rückzieher, beobachtet der Experte.

"Entscheidend ist, ob der Kunde nachhaltig sein Darlehen bezahlen kann", sagt Steinmetz. "Sprich: Ist der Arbeitsplatz sicher? Wie sieht es mit der Familienplanung aus? Darüber reden wir mit den Menschen ganz offen." Denn unter dem Traum vom Eigenheim dürfe aus seiner Sicht nicht die Lebensqualität leiden. Eine Finanzierung sollte Raum für Freizeit, Genuss oder Hobbys lassen. Daher müsse sie sauber und genauestens durchgeplant sein, rät der Experte, der die nötige Sorgfalt bei einer Kapitaldienstberechnung mit der einer Herzoperation vergleicht. "Man sollte unbedingt die zentralen Fakten geklärt haben: Ist die Preisaufstellung sauber? Gibt es Fixpreise bei den Handwerkern? Ist eine genaue Laufzeit für die Arbeiten vereinbart?", zählt Steinmetz auf.

Verlässliche Kostenaufstellung kaum möglich

Gerade hier liege aber derzeit angesichts der politischen und wirtschaftlichen Lage der Knackpunkt: "Aktuell will sich kaum ein Handwerker festlegen und kalkuliert nur vorbehaltlich möglicher Preissteigerungen." Vor diesem Hintergrund gehe man zunehmend mit den Häuslebauern die Pläne nochmals durch, suche nach nicht unbedingt notwendigen Optionen oder lote aus, wofür es Fördermittel vom Staat geben könnte.

Ob und wie die Kosten für eine Immobilie unter den derzeitigen Voraussetzungen angepasst werden müssen, gleicht dem Experten zufolge "einem Blick in die Glaskugel". Und ja, man lehne auch vermehrt Kreditanträge ab, wenn Finanzierungsmodelle platzen könnten. Auch beim Immobilienkauf halten sich die Menschen derzeit zurück, schildert Steinmetz. "Während wir bis vor kurzem noch 50 bis 100 Interessenten für ein Objekt hatten, sind es derzeit deutlich weniger."

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