Glasfaser-Vandalimus: Kein Internet nach "Sabotage" in Güglingen
In Güglingen und Pfaffenhofen müssen Haushalte ohne Internet auskommen. Hintergrund ist die Zerstörung von Glasfaser-Kabeln – in massivem Ausmaß.

Carmen Fesenbeck, Sprecherin der Deutschen Giganetz GmbH, hat sich erschrocken gezeigt über die Dimension des Glasfaser-Vandalismus, der vergangenen Donnerstag in Güglingen verübt wurde. Ein unbekannter Täter zerschnitt "mit Spezialwerkzeug", so Fesenbeck, Dutzende Glasfaserleitungen am Verteilergebäude in Güglingen – diese sind offen zugänglich. Vandalismus gebe es leider immer wieder, sagt Fesenback, allerdings: Eine solche "Sabotage" habe sie noch nicht erlebt.
Der Schaden sei beträchtlich. Mehrere Teams von Mitarbeitern seien seit Tagen mit der Reparatur beschäftigt. In einer Mitteilung der Polizei Heilbronn vom Montag heißt es, Bewohner des Stadtgebiets Güglingen und der Gemeinde Pfaffenhofen müssten wohl noch mehrere Tage ohne Internet auskommen.
Tatsächlich funktioniert bei einigen Internet und Telefon bereits wieder. Sukzessive und von Straßenzug zu Straßenzug sollen die Kunden nun wieder online gehen können.
Vandalismus an Glasfaser-Leitungen in Güglingen: Ersatzschaltung ermöglicht Verbindung nach Pfaffenhofen
Nach Erkenntnissen der Polizei muss es bereits am Donnerstagabend gegen 21 Uhr zur Tat gekommen sein. Die bisher unbekannte Person habe am betreffenden Gebäude in der Heilbronner Straße alle freiliegenden Glasfaserkabel zerschnitten. Der verursachte Sachschaden werde auf zirka 50.000 Euro geschätzt.
Auch Güglingens Bürgermeister Ulrich Heckmann (parteilos) äußerte sich zu dem Vorfall auf seinem Facebookprofil. "Praktisch alle Kundenanschlüsse aus Güglingen sind durchtrennt worden", hatte der 53-Jährige bereits am Freitag mitgeteilt. Es sei gelungen, durch eine Ersatzschaltung das PoP-Gebäude wieder mit dem Backbone zu verbinden und damit auch die Verbindung nach Pfaffenhofen wieder herzustellen.
Im nächsten Schritt würden einzeln die 30 Verteiler der Netzverteiler-Bereiche in Güglingen wieder verbunden "und neue Kabel eingeblasen". Dann müsse jeder Kunde im Verteilergebäude angebunden werden, erklärt Heckmann. Eines sei mit Blick auf die Zerstörung klar: "Das war kein Dummer-Jungen-Streich."
Vandalismus an Glasfaser-Leitungen in Güglingen: Probleme für Mitarbeiter im Homeoffice
In Zeiten von Homeoffice kann ein solches Geschehen für einige Menschen herausfordernd sein. Er habe als "Mobile-Office-Arbeiter" am Freitag einen Arbeitstag verloren, sagt etwa Andreas Lang, der in der IT arbeitet. Es gehe ihm aber gar nicht nur darum. Der Freitag sei der Monatserste gewesen und da habe er online immer viel zu erledigen.
Ein anderer Facebooknutzer beklagt in der Gruppe "Unsere Heimat Zabergäu": Der Hauptknoten der Glasfaser-Leitungen sei frei zugänglich. "Unglaublich. Ist übrigens auch nach der Reparatur immer noch so." Er hoffe, dass "der Glasfaserladen" selbst dafür hafte. "Es lässt ja auch keiner sein Haus offen stehen und wundert sich, dass Gelegenheit Diebe macht."
Die Polizei sucht Zeugen und fragt: Wer hat zur Tatzeit verdächtige Wahrnehmungen gemacht oder kann Angaben zum Täter oder zu der Täterin machen? Hinweise sind erbeten unter Telefon 07135/6507 an den Polizeiposten Güglingen.
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