Optimistische Planung für die Kindergärten in Massenbachhausen
Bürgermeister Nico Morast informiert den Gemeinderat über die perspektivische Entwicklung des Kindergartenbedarfs. Katholischer Kindergarten eröffnet voraussichtlich im Juni im Neubau. Ganztagsbetreuung nicht so stark nachgefragt.

Nicht nur der Finanzhaushalt wird in den Kommunen jedes Jahr aufs Neue geplant. Eine wiederkehrende Pflichtaufgabe der Rathäuser ist auch die Ermittlung und Planung des Bedarfs an Kita-Plätzen sowie, damit verbunden, an Räumlichkeiten und Personal. In Massenbachhausen stand die Kindergartenbedarfsplanung in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf der Tagesordnung. Bürgermeister Nico Morast informierte die Ratsrunde über den aktuellen Sachstand.
Massenbachhausen: Als eine von wenigen Kommunen up to date
"Was Räumlichkeiten anbetrifft", freut sich der 38-jährige Rathauschef, "sind wir eine der wenigen Kommunen, die up to date sind und für die nächsten Jahre abgesichert." Es sei rechtzeitig geplant worden. Der gemeindeeigene Kindergarten Regenbogen sei nicht mehr in dem Maße ausgebucht und nachgefragt wie vor ein paar Jahren. Rege Nachfrage bestehe für die beliebteste, verlängerte Öffnungszeit (VÖ) bis 13.30/14 Uhr, für die Ganztagsbetreuung (GT) jedoch nicht. Für Morast ist das ein Zeichen, "dass eine Person in der Familie häufig einen Halbtagsjob wahrnimmt und das Kind mittags abholt und selbst betreut". Nach aktuellem Stand der Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2024/25 werden daher alle Gruppen im "Regenbogen" komplett belegt sein - außer in der GT-Gruppe. Hier gibt es noch Kapazität.
Die Kindergartenbedarfsplanung erfasst die Entwicklung des Bedarfs anhand der Geburtenzahlen in der Gemeinde. Sie berücksichtigt dabei auch die weitere Ortsentwicklung, etwa in Bezug auf neu erschlossene Baugebiete.
Flexibel auf veränderte Nachfrage reagieren
In Massenbachhausen ist schon in der Vergangenheit immer wieder auf verändertes Nachfrageverhalten bei Kita-Plätzen reagiert worden. Derzeit, verkündet Morast, sei man "dran an der Flexibilisierung der Betreuungszeiten im ",Regenbogen"". Man sei dabei, eine App zu entwickeln mit der man die Buchungszeiten vielleicht sogar digital ins Abrechnungssystem einlaufen lassen könne. Dann könnten Eltern zum Beispiel auch Kosten sparen, wenn sie im Prinzip VÖ, aber für zwei, drei Tage pro Woche GT buchen wollen.
Halbjährig Betreuungszeiten festlegen
Ob man das mit der Betreuungszeit dann flexibel handhaben könne, erkundigt sich Udo Neuweiler (FW). Nein, spontan gehe das nicht - Morast lehnt das nicht aus technischen Gründen ab. "Die Erzieherinnen arbeiten ja mit den Kindern, da werden Projekte gemacht", verweist er aufs pädagogische Konzept. "Das geht nicht, dass ich freitags überlege: ,Oh, Montag brauche ich den ganzen Tag"." Mindestens halbjährig müsse man sich festlegen.
Walter Müller erkundigt sich nach dem interkommunalen Kostenausgleich: Für auswärtige Kinder erstattet die Wohnsitzgemeinde Kostenersatz. Im Waldkindergarten habe es das anfangs gegeben, sagt Morast. Doch der sei jetzt voll, "wir haben noch nicht einmal genug Plätze für Einheimische dort."
Für Entlastung bei den vollen Gemeindekindergärten sorgt der neu gebaute katholische Kindergarten, auch wenn die Eröffnung nicht, wie mal anvisiert, im April, sondern voraussichtlich erst im Juni erfolgen wird. Denn dort entstehen zehn weitere, dringend benötigte Krippenplätze für unter Dreijährige.
Die Personalsituation wurde jedoch in der Sitzung nicht weiter erörtert. "Bisher mussten wir in unserer Kommune keine Zeiten einschränken", freut sich aber der Bürgermeister. "Unser Anspruch, ein verlässlicher Partner zu sein, ist uns bisher gelungen." Zwar hätten der katholische Kindergarten und die Gemeindekindergärten verschiedene Arbeitgeber, "aber man sieht sich als ein Team, das die Betreuung sicherstellen will", versichert Nico Morast.
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