Schwaigern
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Neuer Anlauf in der Kernerstraße in Schwaigern

Architekturbüro Baldauf aus Stuttgart präsentiert Konzept bei Infoabend in der Frizhalle. 36 Wohneinheiten, Kita und Bäume als verbindende Einheit.

Freidhelm Römer
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Lesezeit 2 Min
Neuer Anlauf in der Kernerstraße
Für viel Diskussionsstoff und einen erfolgreichen Bürgerentscheid hatte die geplante Bebauung durch die Hoffnungsträgerstiftung in der Kernerstraße gesorgt. Foto: Schmidt/Archiv  Foto: Schmidt

Die Frage, wie das rund 6000 Quadratmeter große Grundstück in der Kernerstraße bebaut werden kann, beschäftigt die Stadt Schwaigern schon seit längerer Zeit. Nachdem ein Bürgerentscheid am 27. September 2020 das Vorhaben der Hoffnungsträgerstiftung aus Leonberg mit dem Bau von drei Hoffnungshäusern gekippt hatte, nimmt die Stadt nun einen neuen Anlauf mit einem neuen Ansatz.

Rund 60 Bürger hatten sich am Mittwochabend auf den Weg zu einem Informationsabend über die städtebauliche Entwicklung eines Grundstücks in der Kernerstraße gemacht. Das renommierte Architekturbüro Baldauf aus Stuttgart stellte in der Frizhalle zwei Varianten mit geringen Unterschieden für eine vorläufige Planung vor.

Wohnraum schaffen

"Es ist wichtig, dass wir Wohnraum schaffen und optional auch noch eine Kindertagesstätte", gab Bürgermeisterin Sabine Rotermund die Zielrichtung vor. Professor Gerd Baldauf machte dabei von Beginn an deutlich, dass das Bauen im Innenbereich stets schwieriger sei als auf einer freien Außenfläche. "Hier gibt es vielfältige soziale Kontakte, und die Menschen dort möchten in der Regel, dass es so bleibt wie es ist." Aber man müsse die vorhandenen Flächen nutzen. Büromitarbeiterin Vivien Rößler stellte die Varianten vor, und der frühere Radolfzeller Oberbürgermeister Jörg Schmidt moderierte die anschließende Fragerunde der Besucher.

Die Tendenz der Architekten ging zur Variante C, bei der 36 Wohneinheiten und 62 Stellplätze sowie ein sechsgruppiger Kindergarten entstehen könnten. Die übergeordnete Idee der Architekten und Stadtplaner ist es, eine Verbindungslinie mit Bäumen vom Kindergarten "Am Obelisk" über die künftige Wohnbebauung bis zum gräflichen Schlossgarten zu schaffen.

Aufenthaltsqualität im Grünen

Neuer Anlauf in der Kernerstraße
Informationsabend in der Frizhalle mit Professor Gerd Baldauf (von links), Sabine Rotermund, Vivien Rößler und Jörg Schmidt. Foto: Friedhelm Römer  Foto: Römer, Friedhelm

Vivien Rößler sprach von kleinen Gebäudekörpern mit Lücken, Aufenthaltsqualität im Grünen, Flachdächern und einem Kindergarten auf zwei Ebenen, der zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Einfamilienhaus umgenutzt werden könne, falls sich der Bedarf ändern sollte. "Flachdächer stellen hier zwar einen Bruch mit der vorhandenen Struktur dar, sie sind aber ökologisch sinnvoll", so Rößler. Eine Kombination aus begrünten Dächern mit Solarenergie und zusätzlicher Regenwasserrückhaltung wäre möglich.

Eine Reihe von Anregungen nahmen die Planer anschließend aus der Zuhörerschaft für die weitere Planung entgegen. Wolfgang Haas mahnte an, dass die Stadt bisher schon Probleme habe, den momentanen Baumbestand in der Ratgebstraße zu pflegen. Die Bürgermeisterin versprach, dieses Thema ins Gesamtkonzept mit aufzunehmen. Bei der Größe der Wohneinheiten sei man noch offen, tendiere zu Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, so Baldauf auf eine entsprechende Frage von Bernd Mayer.

Marianne Hagmann fand die Planung "ansprechend", regte jedoch an, mehr als die angedachten fünf Stellplätze am Kindergarten für das Personal vorzusehen. "Wir befinden uns in einem frühen Stadium der Studie und nehmen Ihre Anregungen mit für die Detailplanung", erklärte Gerd Baldauf. In der Sitzung des Gemeinderats am 20. Mai soll im weiteren Verlauf zunächst der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan auf dem Grundstück beschlossen werden.

Rückblick

Die Bürgerinitiative Kernerstraße hat sich im Herbst 2020 mit einem Bürgerentscheid durchgesetzt: Die Stadt Schwaigern hatte zuvor ein Grundstück in der Kernerstraße an die Hoffnungsträgerstiftung aus Leonberg verkauft, die dort drei Hoffnungshäuser mit 24 Wohnungen bauen wollte. Darin sollten zum Großteil Geflüchtete leben, aber auch Einheimische waren im Konzept, das in mehreren Kommunen umgesetzt wird, vorgesehen. Den Grundstücksverkauf an die Stiftung hatte der Gemeinderat im Juli 2019 bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschlossen.

 
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