Westlicher Landkreis
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Persönliche Begegnungen fehlen den Stadtoberhäuptern

Pandemiebedingt eingeschränkte Abläufe haben sich inzwischen vielerorts eingespielt. Dabei spielt auch Social Media eine Rolle. Wie Kommunen in Pandemie-Zeiten den Kontakt zu den Bürgern halten.

Claudia Kostner
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Persönliche Begegnungen fehlen
Wenn die Lage es nicht zulässt, wird auf andere Kommunikationsmöglichkeiten umgestellt. Bürger können sich jederzeit telefonisch an die Rathäuser wenden. Foto: Archiv/dpa

Mit den steigenden Infektionszahlen gibt es auch in den Rathäusern im westlichen Landkreis wieder Einschränkungen im Publikumsverkehr. Bürgermeister und Mitarbeiter wollen trotzdem so gut es geht, mit den Einwohnern in Kontakt bleiben. In 21 Monaten der Pandemie hat sich das inzwischen eingespielt.

Telefonisch oder per E-Mail ist Sabine Rotermund für die Schwaigerner immer erreichbar, auch außerhalb der offiziellen Bürgersprechstunden, die zu Hoch-Zeiten von Corona ausgesetzt waren. "Aktuell finden sie mit Anmeldung und 3G-Regeln statt", sagt die Bürgermeisterin. Die Themen, die da besprochen werden, seien ganz unterschiedlich - von der Parksituation bis hin zu Projekten der Stadt.

Der Kontakt zu den Bürgern sei nach wie vor gut, findet Rotermund. "Was fehlt, sind Veranstaltungen wie Feste und Konzerte. Da findet der Austausch auf ganz anderer Ebene statt, nicht nur in Bezug auf bestimmte Probleme", erklärt die Rathauschefin.

"Schmerzhafter, als man denkt"

Auch ihr Nordheimer Kollege Volker Schiek empfindet diese Lücke "als schmerzhafter, als man denkt". Er habe zudem immer gerne die Jubilare der Gemeinde besucht: "Das war eine gute Gelegenheit, um zu sehen, wo der Schuh drückt. Eine Rückkopplung dafür, was draußen ankommt." Nordheim habe zu den Kommunen gehört, die nach dem Lockdown im Frühjahr ihre Rathäuser als erste wieder geöffnet haben. "Wir sehen uns als Grundversorger", sagt der Verwaltungschef. Auch jetzt sei offen - unter 3G-Bedingungen: "Das schützt auch unsere Mitarbeiter", betont Volker Schiek.

"Unser Rathaus war zu keinem Zeitpunkt komplett geschlossen", erklärt Brackenheims Bürgermeister Thomas Csaszar. Von den Räumlichkeiten im Bürgerbüro und mit vorheriger Terminvereinbarung sei das gut steuerbar gewesen, selbstverständlich unter Einhaltung der AHA-Regeln. Aus der Bevölkerung habe er dafür positive Rückmeldungen erhalten.

Seit Montag gelte für Besuche im Rathaus die 3G-Regel. Aktuell sei es dank großer Räume unter dieser Bedingung und mit Mundschutz machbar, Präsenztermine anzubieten. Für größere Gruppen seien auch Online-Meetings möglich, wie zuletzt etwa mit dem Freundeskreis Dekanat oder dem Partnerschaftskomitee.

Amtsantritt fast zeitgleich mit Corona

Froh ist Csaszar darüber, dass er im Oktober und November noch die Gesprächskreise in allen acht Stadtteilen mit guter Resonanz abhalten konnte. Im 500 Einwohner kleinen Haberschlacht seien rund 50 Bürger dabei gewesen, freut er sich. Der persönliche Kontakt ist ihm ganz besonders auch deswegen wichtig, weil sein Amtsantritt am 1. Dezember 2019 fast mit dem Auftreten der Pandemie zusammengefallen ist und seine Möglichkeiten, die Brackenheimer besser kennenzulernen, von Beginn an eingeschränkt waren. Dass es weniger Veranstaltungen und Feste gibt, bedauert Csaszar umso mehr: "Der Austausch in geselliger Runde fehlt."

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Nicht nur per E-Mail oder Telefon ist Neckarwestheims Bürgermeister Jochen Winkler für die Einwohner immer erreichbar. Auch über Facebook und Messenger beantwortet er zeitnah Bürgerfragen. Seine Sprechstunde, die er einmal im Quartal an einem Samstag abhält, fällt aufgrund der Corona-Lage dieses Mal aus. Erst im Februar plant er die nächste.

Dass Termine im Rathaus seit 22. November nur noch mit vorheriger Vereinbarung und 3G wahrgenommen werden können, empfindet Winkler zwar als Hürde. "Aber es funktioniert ganz gut", so sein Eindruck. Bei allem Pragmatismus. In einem ist er sich mit seinen Kollegen einig: "Was leidet, ist das Zwischenmenschliche."

Bürgersprechstunden
In Schwaigern bietet Bürgermeisterin Sabine Rotermund an diesem Donnerstag, 2. Dezember, einen Bürgersprechtag im Rathaus an. Von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr haben die Einwohner der Gesamtstadt die Möglichkeit, sich an die Rathauschefin zu wenden. Telefonische Anmeldung unter 07138 2152 ist erforderlich. Aufgrund der Corona-Lage sind die Gespräche auf 15 Minuten begrenzt, und es gilt die 3G-Regel.

Ob er seine für Dienstag, 7. Dezember, von 8 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, geplante Sprechstunde wirklich abhalten kann, wird Leingartens Bürgermeister Ralf Steinbrenner von den neuesten Bund-Länder-Beschlüssen abhängig machen. Ab kommenden Montag gilt auf jeden Fall 3G im Rathaus.

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