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B27: Kirchheim gibt neue Verkehrsuntersuchung in Auftrag

Die Gemeindeverwaltung und die Bürgerinitiative "B27 raus aus Kirchheim" wollen die Ortsdurchfahrt entlasten. Eine Messung hat nun ergeben: Die Schadstoffgrenzwerte an der B27 werden nicht dauerhaft überschritten.

Linda Möllers
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Kirchheim gibt neue Verkehrsuntersuchung in Auftrag
Die Schadstoffmessung an der B 27 brachte keine ausreichenden Ergebnisse. Eine weitere Untersuchung soll nun Verbesserungspotenziale aufzeigen.  Foto: Hettich

Die Bürgerinitiative (BI) "B27 raus aus Kirchheim" und die Gemeindeverwaltung verfolgen seit längerem ein gemeinsames Ziel: den Verkehrsfluss auf der B 27 durch den Ort zu verbessern und irgendwann eine Ortsumfahrung zu erreichen. Schließlich fahren mehr als 20.000 Fahrzeuge täglich auf der Bundesstraße durch die Ortsmitte. Von einer Umgehungsstraße ist man in Kirchheim jedoch weit entfernt - im Bundesverkehrswegeplan hat sie keinen Vorrang.

Gemeindeverwaltung und BI wollen die Beeinträchtigungen beim Verkehr auf der Bundesstraße deshalb so gering wie möglich halten und mit Maßnahmen immer wieder Verbesserungen erreichen - dazu nimmt die Gemeinde die Sache auch finanziell selbst in die Hand. Im Juni 2021 montierte Andreas Munz von der BI ein Messsystem, eine "Immission Monitoring Box" (IMB) der Firma Bosch, an der Einmündung des Bachmühlwegs in die B27 (Schiller-Kreuzung). Das System zeichnete seitdem die Partikel- und Stickstoffbelastung, den Ozonwert sowie die Kohlenmonoxid- und die Schwefelbelastung auf. Ein weiteres Messgerät, das "Noise Traffic Data Module (NTDM)", maß die Lärmbelastung und die Zahl der Fahrzeuge.

Hohes Verkehrsaufkommen

An der Kreuzung gibt es ein hohes Verkehrsaufkommen, viele anfahrende und bremsende Fahrzeuge. Man sei deshalb davon ausgegangen, dass die Schadstoffbelastung dort sehr hoch sein würde, sagte Bürgermeister Uwe Seibold im Stimme-Gespräch.

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Zwar zeigte die Messung nun, dass die Stickstoffoxid-Belastung durch den täglichen Durchgangsverkehr an der B27 hoch und nochmals gestiegen ist. Auch wurde der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zwar erreicht - aber er wurde nicht dauerhaft überschritten. Die Messung wollte der Gemeinderat nun an anderen Stellen nicht mehr weiterführen. Stattdessen beschloss er, dass die Firma Bosch im Rahmen eines "umweltsensitiven Verkehrsmanagements" untersucht, wie sich der innerörtliche Verkehrsfluss optimieren lässt. Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich dafür, 11.250 Euro in diese Analyse zu investieren. Gemeinderat Stephan Henning (Wählergemeinschaft) zweifelte den Mehrwert der weiteren Untersuchung jedoch an.

Untersuchung beschleunigt Ortsumfahrung nicht

Bosch erstellt nun anhand von GPS-Daten eine Modellkarte, um unter anderem "Emissions-Hotspots" zu ermitteln. Es sollen so auch Schwerpunkte ausgemacht werden, um dort dann mit kleineren Maßnahmen den Verkehrsfluss zu optimieren - etwa durch eine bessere Abstimmung der Ampeln aufeinander. Die Analyse hat schon in Herrenberg Erfolg gebracht. Bis die neue Untersuchung Ergebnisse bringt, könnte ein Jahr vergehen. Die BI und die Verwaltung hoffen, neue Erkenntnisse zu erhalten. Die Ortsumfahrung wird dadurch zwar nicht schneller kommen. "Aber mehr können wir derzeit nicht tun", sagt Uwe Seibold. "Wir bleiben weiter wachsam und setzen langfristig Stein für Stein zum Mosaik zusammen."

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