Brackenheim
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In Brackenheim kommt der Kreisverkehr noch immer gut an

Seit fast sieben Jahren ist die Ortsdurchfahrt Brackenheim ampelfrei. Die Stadtverwaltung denkt über weitere Anlagen nach.

Linda Möllers
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Lesezeit 2 Min
In Brackenheim kommt der Kreisverkehr noch immer gut an
Die Begeisterung für den Kreisverkehr, der in der Ortsdurchfahrt seit 2015 die Ampelkreuzungen abgelöst hat, ist bei viele Brackenheimern ungebrochen. Foto: Mario Berger  Foto: Veigel, Andreas

Es sind nur zwei provisorische Ampelanlagen, die eine Baufirma an einem Montag im April kurzzeitig auf den beiden Seiten der Maulbronner Straße für Asphaltarbeiten installiert. Und doch lösten die Ampeln in der Brackenheimer Ortsdurchfahrt einen Rückstau aus, wie man ihn in der Stadt nur noch selten gewohnt ist - genau genommen seit Dezember 2015 nicht mehr.

Denn seitdem regeln die drei Kreiselanlagen vor der Volksbank, am Bürgerzentrum und am Jugendhaus den Verkehrsfluss durch den Ort.

Schon Alt-Bürgermeister Rolf Kieser, in dessen Amtszeit das Kreisel-Konzept verwirklicht wurde, wusste, dass eine Staugefahr während der Hauptverkehrszeiten ebenso wenig ausgeschlossen ist wie Unfälle. Und doch tragen die Anlagen zu einem besseren Verkehrsfluss bei und verkürzen die Staulängen in den Hauptverkehrszeiten. Das Konzept bewährt sich bis heute.

Anstoß kam durch ein Planungsbüro

Eine Verkehrszählung durch ein Ludwigsburger Planungsbüro gab 2010 den entscheidenden Anstoß. Der eigentliche Bau der Kreisel war dann ein Kraftakt, auch für die Brackenheimer. Denn zeitgleich liefen aufwendige Baumaßnahmen wie die Arbeiten am Busbahnhof und eine Sperrung der Ortsdurchfahrt Botenheim ab. Im September 2015 gingen dann die beiden Kreisverkehre vor der Volksbank und am Jugendhaus in den Betrieb, im Dezember schließlich der dritte und letzte Kreisel.

Bei vielen Brackenheimern kommt das Konzept weiterhin gut an: "Einen Stau wie heute durch die provisorischen Ampeln gibt es sonst nicht", weiß Heinz Wessel. "Die Kreiselregelung hat auf jeden Fall Verbesserungen mit sich gebracht." Und auch Sigrid Lenz und Beate Dylka sind von der ampelfreien Durchfahrt nachhaltig begeistert. "Es gibt wirklich nichts Besseres", gerät Sigrid Lenz nahezu ins Schwärmen. "Vorher stand man immer so lange, bis die Ampel umschaltete. So pendelt es sich wunderbar ein."

Auch bei der Stadtverwaltung ist man von den Kreisanlagen überzeugt. "Für den durchfahrenden Verkehr sind alle drei Anlagen ein Gewinn", sagt Bürgermeister Thomas Csaszar. "Sie haben den Rückstau, der vorher an den Ampeln entstanden ist, wesentlich verbessert." Bei so viel positiver Erfahrung wundert es nicht, dass man bei der Stadt weitere Kreisanlagen plant. Zumal die Innenstadtentwicklung zu den wichtigen Themen für Brackenheim gehört. Und so überlege man entsprechend, wo weitere Kreisel nötig sein könnten, sagt Thomas Csaszar.

Die möglichen Standorte

"Es stehen drei weitere Kreisanlagen zur Diskussion", so der Rathauschef auf Anfrage: Erstens in der Maulbronner Straße am Ortseingang auf Höhe der Geriatrischen Reha-Klinik und dem Haus Zabergäu, weil dort auch das Baugebiet "Schulzentrum III" mit den vorhandenen Einkaufsmärkten und perspektivisch das Krankenhausareal entwickelt werden sollen. Dadurch sei ein Leitsystem für einen sicheren Fußgängerübergang notwendig, die Bushaltestelle muss zeitgemäß und barrierefrei ausgebaut und der Radwegeverkehr sicherer geleitet werden, so Csaszar.

Mit dem Land und dem Landkreis Heilbronn führe man schon intensive Gespräche, es gebe konkrete Planungen. Ob die Voraussetzungen für eine Kreisanlage in Meimsheim, wo vier Straßenarme aufeinandertreffen, gegeben sind, befindet sich noch in Abstimmung.

Ein dritter Standort wäre die Georg-Kohl-Straße in Richtung Dürrenzimmern auf Höhe Feuerwehr/Shell-Tankstelle an der Abzweigung Richtung Neipperg - "dort hakt es noch", findet auch der Brackenheimer Heinz Wessel.

Daten und Fakten

Statt der anfänglich geplanten 1,2 Millionen Euro kostete der Umstieg von den Ampelkreuzungen auf den Kreisverkehr 2,8 Millionen Euro. Weil die Ortsdurchfahrt eine Landesstraße ist, übernahm das Land knapp 1,3 Millionen Euro. Rund 215 000 Euro kamen vom Landkreis Heilbronn.

Die Stadt Brackenheim investierte rund 1,3 Millionen Euro. Es wurden fast 300 Kubikmeter Beton verbaut, für die Bauweise entschied man sich, weil sie als langlebig gilt. Die drei Kreisverkehre haben einen Durchmesser von jeweils 30 Meter, die Fahrbahnbreite liegt bei neun Meter.

 

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