Brackenheim
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Für jeden Euro Elternbeitrag legt die Stadt Brackenheim sieben Euro drauf

Kinderbetreuung und Mittagessen in Kitas und im Schulzentrum werden teurer.

Claudia Kostner
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Lesezeit 2 Min
Für jeden Euro Elternbeitrag legt die Stadt Brackenheim sieben Euro drauf
Für die Betreuung ihrer Kinder, wie hier im Kindergarten Maulbronner Straße, müssen Eltern ab September tiefer in die Tasche greifen.  Foto: Michael Buyer

Die Beiträge für die Betreuung von Kindern in städtischen Einrichtungen steigen zum Kindergartenjahr 2022/2023 um 3,9 Prozent. Damit folgte der Brackenheimer Gemeinderat mehrheitlich der Empfehlung der kommunalen Landesverbände und Kirchen. Auch das Mittagessen wird teurer. Stadträtin Iris Lang (CDU) war es wichtig, den Eltern zu verdeutlichen, dass die Stadt immer noch den Löwenanteil der Betreuungskosten trägt. Aktuell liegt der Kostendeckungsgrad bei 12,7 Prozent.

"Auf jeden Euro, den die Eltern bezahlen, legt die öffentliche Hand sieben Euro drauf", erklärte der Teamleiter Bildung und Betreuung, Volker Armbruster. "Das Defizit im Haushalt beträgt bei der Betreuung im Kindergartenbereich aktuell 4,7 Millionen Euro, in der Grundschule eine Million Euro", ergänzte Kämmerer Jörg Leonhardt und betonte: "In anderen Gemeinden werden deutlich höhere Gebühren verlangt als bei uns."

Stadt weicht in zwei Punkten von Empfehlung ab

Zurzeit kostet die Betreuung für Familien mit einem Kind unter 18 Jahren monatlich 122 Euro, ab September sind es 127 Euro. Zwei-Kind-Familien zahlen jetzt 95, künftig 99 Euro, Drei-Kind-Familien statt bisher 63 dann 66 Euro. Auf die Empfehlung der Verbände, für das vierte Kind statt wie bisher null künftig 22 Euro zu verlangen, verzichtet Brackenheim. Ebenso wird von dem empfohlenen Zuschlag von bis zu 25 Prozent für Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten abgesehen.

Im Ganztageskindergarten und in der Krippe richten sich die Elternbeiträge nicht nur nach der Anzahl der Kinder, die im Haushalt wohnen, sondern zusätzlich nach dem Bruttofamilieneinkommen. Dafür werden in der Heuss-Stadt ab Herbst vier statt drei Einkommensstufen eingeführt: bis 2500 Euro, bis 3600 Euro, bis 4800 Euro und über 4800 Euro. Familien in Stufe eins und mit einem Kind zahlen beispielsweise für die Betreuung an fünf Tagen in der Woche 326 Euro. Für Familien in Stufe zwei werden dafür 346 Euro fällig, in Stufe drei 376 Euro und in Stufe vier 416 Euro. Der Antrag von Stadtrat Dr. Josef Festl, die Differenz zwischen Stufe eins und zwei von 20 auf 30 Euro zu ändern, wurde vom Gremium mehrheitlich abgelehnt.

"Was macht der Anteil dessen, was ich für die Kinderbetreuung bezahle, an meinem Gehalt aus?", wollte Ute Frank (Liste 21) die höheren Einkommensgruppen stärker belastet wissen. Sie regte an, "das für die nächsten Male grundsätzlich zu diskutieren". So sah es auch Peter Luboeinski (Liste 21): "Jemand, der mehr hat, kann auch mehr abgeben." Bürgermeister Thomas Csaszar hielt es dagegen "nicht für sozial, eine Stufe mehr zu belasten".

50 Cent Aufschlag fürs Mittagsmenü

Für alle teurer wird das Mittagessen: in Kindergärten und Krippen um 50 Cent auf 3,50 Euro beziehungsweise 3,40 Euro. "Seit 2007 sind die Preise im Kindergarten nicht mehr erhöht worden, in der Krippe seit 2013", erklärte Armbruster. Und das, obwohl der Caterer aus Sulzfeld zwischenzeitlich mehrfach aufgeschlagen habe.

Die letzte Preisanpassung in der Mensa im Schulzentrum und im Hort Neipperg sei 2016 gewesen, so Armbruster. Dort wird das Essen künftig 30 Cent mehr kosten, das heißt 3,80 Euro für Schüler und 4,80 Euro für Lehrer. Im Hort Neipperg sind es ebenfalls 3,80 Euro.

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