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Eine Million Euro für mehr Sicherheit in Schwaigern

Zwei neue Löschgruppenfahrzeuge für die Feuerwehrabteilungen Massenbach und Stetten. Was zeichnet sie aus?

Freidhelm Römer
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Eine Million Euro für mehr Sicherheit in Schwaigern
Zwei neue Löschgruppenfahrzeuge für die Feuerwehr-Abteilungen Stetten und Massenbach: Dominik Glasbrenner (Abteilung Massenbach, v. l.), Kommandant Jürgen Kachel, Bürgermeisterin Sabine Rotermund und Markus Eggelsperger (Stetten).  Foto: Römer, Friedhelm

Für die Schwaigerner Feuerwehr war es ein Grund zum Feiern. Die Abteilungen aus Massenbach und Stetten haben zeitgleich zwei nagelneue Fahrzeuge bekommen und kürzlich vor Ort in Stetten gemeinsam mit dem Gemeinderat in Augenschein genommen. Kostenpunkt für die beiden Löschgruppenfahrzeuge LF 10 TH: Knapp eine Million Euro. "Wir wissen, dass wir hier viel Geld investieren, aber es ist zum Schutz der Bevölkerung", sagte Bürgermeisterin Sabine Rotermund. Da die Fahrzeuge baugleich sind, halbiere sich der Ausbildungsaufwand.

Den potenziellen Nachwuchs ansprechen

Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass die Feuerwehr eben nicht nur Brände löscht, sondern auch bei Unfällen zur Stelle ist und technische Hilfe leistet, wie auch bei Hochwasser und Sturmschäden im Einsatz ist. Schwaigerns Feuerwehrkommandant Jürgen Kachel machte unterdessen deutlich, dass die Anschaffungen auch eine Rolle bei der Nachwuchsgewinnung spielen: "Wenn Sie junge Leute ansprechen wollen, können Sie denen nicht mit alten Fahrzeugen kommen."

Die beiden baugleichen Fahrzeuge lösen die älteren LF8/6-Modelle der Baujahre 1995 (Massenbach) und 2002 (Stetten) ab und bieten viel neueste Technik. Dazu gehört eine absenkbare hydraulische Dachbeladung mit Saugschläuchen für die Wasserentnahme zum Beispiel aus einem Bach sowie einer dreiteiligen Schiebleiter, allerdings ohne Aufstiegsleiter. Letztere seien in der Vergangenheit für den einen oder anderen Unfall verantwortlich gewesen. "Das sind die ersten LF10-Fahrzeuge mit elektronischer Dachbeladung und für uns ein Highlight", sagte Erik Stephan von der Firma Ziegler aus Giegen. Ziegler zeichnete für das Fahrzeuggestell und den Aufbau verantwortlich, die Firma Barth aus Fellbach für die Beladung.

Eine Million Euro für mehr Sicherheit in Schwaigern
Die hydraulische Dachbeladung ist eine neuartige Konstruktion, die die Schwaigerner Feuerwehr offenbar noch effizienter arbeiten lässt. Fotos: Friedhelm Römer  Foto: Römer, Friedhelm

Mehr Effizienz

Fachberater Andreas Möntmann, selbst Feuerwehrmann, der die Ausschreibung übernommen hatte, stellte zudem die Effizienz heraus: "Für die Bedienung des bisherigen Fahrzeugs haben Sie neun Personen benötigt. Jetzt reichen sechs." In Zeiten, in denen das Feuerwehrpersonal vielerorts schrumpft, dürfte dieser Aspekt nicht ganz unwichtig sein. Jedes Fahrzeug kostet 475 000 Euro. Schwaigern erhält dafür jeweils einen Zuschuss in Höhe von 92 000 Euro vom Regierungspräsidium, den der Landkreis Heilbronn an die Stadt weiterreicht.

Der stellvertretende Kommandant des Kreisfeuerwehrverbandes, Martin Kuhmann, beglückwünschte die Leintalstadt zum Gesamtpaket: "Ihr habt den richtigen Weg beschritten, sowohl was die Ausstattung betrifft, als auch mit dem neuen Feuerwehrmagazin." Schließlich hat auch er die Zukunft der Feuerwehr im Blick. "Die Mitgliedergewinnung ist eine Herausforderung", so Kuhmann. Positiv hob er hervor, dass die Kreisfeuerwehr im Bezug auf die Mitglieder der drittstärkste Verband in Baden-Württemberg sei. Auch der Stettener Abteilungskommandant Markus Eggelsperger zeigte sich beeindruckt von der großen Leistungsfähigkeit der neuen Fahrzeuge.

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Um für die bevorstehenden Aufgaben noch besser gerüstet zu sein, wird der Schwaigerner Gemeinderat bald über die mögliche Anschaffung einer Drehleiter diskutieren. Bei der Aufstellung des jüngsten Feuerwehrbedarfsplans, den das Gremium in Auftrag gegeben hatte, empfahl Roland Demke, Leitender Branddirektor und Schulleiter der staatlichen Feuerwehrschule Würzburg, genau diese Anschaffung. "Eine Drehleiter sollte vorgesehen werden, weil es in Schwaigern viele hohe Gebäude gibt", so Demke. Im Bedarfsplan wird eine Drehleiter für 2024/25 vorgesehen. Die Kosten belaufen sich auf rund 700.000 Euro.

 
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