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MASSENBACHHAUSEN

Die richtige Frau am richtigen Ort

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Marta Engel nach 28 Jahren als Erzieherin und Leiterin im Kindergarten Regenbogen verabschiedet

Von Stefanie Pfäffle
Ein letztes Mal badet Marta Engel quasi in der Fröhlichkeit "ihrer" Kinder im Kindergarten Regenbogen.
Foto: Stefanie Pfäffle
Ein letztes Mal badet Marta Engel quasi in der Fröhlichkeit "ihrer" Kinder im Kindergarten Regenbogen. Foto: Stefanie Pfäffle  Foto: Pfäffle, Stefanie

Nico Morast beginnt mit einem Augenzwinkern. "1989 sind Sie zur Gemeinde gestoßen, das heißt, wir sind fast gleichzeitig in den Kindergarten gekommen", meint der Bürgermeister zu Marta Engel. So lange war die 65-Jährige als Erzieherin in Massenbachhausen tätig, seit 2005 als Leiterin des Kindergartens Regenbogen. Am vergangenen Freitag hatte sie nun ihren letzten Arbeitstag, am Montag wurde sie feierlich von Eltern, Kindern, Kolleginnen und der Gemeinde verabschiedet.

Anfänge

"Es fällt mir richtig schwer, Ade zu sagen", gibt Engel offen zu. Der Kindergarten und das Umfeld seien so super, aber jetzt sei auch der richtige Zeitpunkt dafür. In Schwäbisch Hall und Tübingen ist Marta Engel als Erzieherin tätig, bevor sie 1984 mit ihrer Familie nach Massenbachhausen zieht. Bei der Volkshochschule gibt sie bald Kurse für musikalische Früherziehung - die Musik sollte auch später im Kindergarten eine große Rolle spielen - und als die Gemeinde 1989 eine eigene Gruppe eröffnet, bewirbt sich Marta Engel und wird genommen. "Es war schnell klar, dass eine nicht ausreicht, es kam also eine zweite hinzu", erinnert sie sich. Im Januar wird schließlich der Regenbogen zweigruppig eröffnet, eine Gruppe bleibt noch in der Sinsheimer Straße, aber Marta Engel zieht mit um. Über all die Jahre ist sie Zweitkraft, Gruppenleiterin und zuletzt Leiterin der Einrichtung.

Kleinere Gruppen

Viel hat sich seit den Anfängen geändert. "Als ich Praktikantin war, waren es 45 Kinder und eine Erzieherin, eine Nonne, heute sind es im Schnitt 23 Kinder", zeigt sie die wichtigste Veränderung auf. Der Stellenwert des Kindergartens habe sich enorm verändert, vom reinen Bewahren hin zur Bildungsstätte. "Das ist auch noch nicht zu Ende, es wird noch besser werden", ist sie sich sicher.

Fünf Gebiete

Morast macht gleich fünf Gebiete aus, in denen sich Marta Engel bewährt hat. Das wichtigste sind natürlich die Kinder, die ein fröhliches Lied für sie singen. Tränen trocknen, Windeln wechseln, Welt erklären - da kommt viel zusammen. Dann sind da die Eltern, denen muss man zuhören, sie verstehen, beraten und Lösungswege finden. Mit der Grundschule und dem katholischen Kindergarten entwickelte Engel das Programm "Schulreifes Kind", die enge Kooperation besteht weiter. Das Team gilt es zu leiten, zu organisieren, zu motivieren und gemeinsam mit ihm eine Konzeption zu erstellen. Und dann ist da noch der Träger, die Gemeinde. "Sie haben uns immer sehr kompetent beraten und eigenverantwortlich gehandelt", hebt der Bürgermeister hervor. "Das ging, weil Sie die richtige Person am richtigen Platz waren."

Unterstützung

Der Fünfer-Spagat zwischen all den Aufgaben sei ihr immer gelungen. Im Alltag merke man diese Riesenpalette gar nicht, stellt Marta Engel fest. "Aber dass alles so gut geklappt hat, daran sind die Verwaltung und der Gemeinderat nicht unschuldig, denn sie haben immer wohlwollend entschieden." Sie bedankt sich auch bei ihren Kolleginnen und den Eltern.

Perspektive

Langweilig wird der Erzieherin sicher nicht werden. Zunächst einmal geht Marta Engel auf eine schöne Reise mit ihrem Mann Günter, der inzwischen auch Pensionär ist. "Außerdem haben wir Enkel und werden Dinge machen, zu denen wir sonst nicht gekommen sind. Hauptsache, wir bleiben gesund."

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