Massenbachhausen
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Arbeitskreis "Massenbachhausen hilft" organisiert Treffpunkt für ukrainische Geflüchtete

Jeden Mittwoch können ukrainische Kinder in der Halle in Massenbachhausen toben und ihre Mütter haben Gelegenheit, Rat zu suchen.

Von Stefanie Pfäffle
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Lesezeit 2 Min
Auf andere Gedanken kommen
In der Gemeindehalle können sich ukrainische und deutsche Kinder so richtig austoben, während sich die Erwachsenen austauschen. Foto: Stefanie Pfäffle  Foto: Pfäffle, Stefanie

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Ein paar Jungs schwingen sich mit den Ringen über die Matten, kleine Mädchen sitzen in der Spielecke und puzzeln. Die Erwachsenen sitzen währenddessen an den Tischen und tauschen sich aus. "Die Kinder sollen in Bewegung kommen, sich untereinander kennenlernen, auch die Frauen", beschreibt Ingrid Bender vom Arbeitskreis "Massenbachhausen hilft" das Geschehen am Mittwochnachmittag in der Halle von Massenbachhausen. Es ist ein niederschwelliges Angebot für geflüchtete Menschen aus der Ukraine.

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Kontakt via Whatsapp

Der Arbeitskreis kümmert sich schon seit 2016 um Geflüchtete in der Gemeinde. "Wir sind natürlich auch jetzt noch für alle anderen da, auch wenn die vielleicht gerade etwas zu kurz kommen", gibt Bender offen zu. Sie sei aber über Whatsapp in regelmäßigem Kontakt, und diese Gruppe sei inzwischen auch weitgehend angekommen. Der Unterschied zu der Arbeit in den vergangenen Jahren sei nun, dass die Menschen aus der Ukraine verstreut in verschiedenen Familien unterkommen.

"Klar ist dezentral besser, auch, weil sie dadurch schon Anschluss haben, was für uns eine enorme Arbeitserleichterung bedeutet." Auf der anderen Seite sei es schwerer, sie zu erreichen und potentiell benötigte Hilfe zu leisten. Auch ein Grund für die Treffen, die jeden Mittwochnachmittag stattfinden. Hier finden auch Gastfamilien Unterstützung und Ratschläge. Wo es freie Wohnungen gibt, weiß das Rathaus. "Das ist mit Frauen und Kindern jetzt schon einfacher als mit den jungen Männern. Für die findet sich kaum mal eine Wohnung, obwohl die meisten schon in Lohn und Brot stehen", stellt Ingrid Bender fest.

 

Ort der Begegnung

"Als absehbar war, dass mehr Menschen aus der Ukraine kommen, haben wir von der Verwaltung aus zu einem Treffen eingeladen", erläutert Bürgermeister Nico Morast. Man habe einen Ort der Begegnung schaffen wollen und dafür gern die Halle zur Verfügung gestellt. "Hier können die Kinder toben und die Mütter ihre Sorgen und Nöte austauschen." Dank russischsprachiger Helfer klappt es auch mit der Übersetzung, und Sprach-Apps gibt es ja auch noch.

Infomappe

Aktuell überlegt Ingrid Bender, wie sie das Lernen der deutschen Sprache einbringen kann. Vielleicht werde man auch noch eine Infomappe mit den wichtigsten Anlaufstellen für die Geflüchteten kreieren.

Wichtig sei ihr auch, die Kinder in den Vereinen unterzubringen. Ein 16-jähriges Mädchen würde gerne Volleyball spielen, da wird der Kontakt nach Schwaigern gesucht. Ein Junge kickt bereits beim TSV Massenbachhausen. "Die Vereine sind da sehr offen."

Froh, Unterstützung zu haben

Ira Shramkow ist am 16. März mit ihren beiden Kindern und der Schwiegermutter im Ort angekommen. "Wir haben hier Verwandte, aber es kamen so viele. Deswegen sind wir froh, eine andere Unterkunft gefunden zu haben", erzählt die junge Mutter mittels Übersetzerin. Inzwischen habe sie sich ein bisschen eingelebt, die Gastfamilie helfe sehr dabei, erkläre viel und fahre sie auch mal wohin. "Wir versuchen, so selbständig wie möglich zu sein." Das Treffen in der Halle lobt Shramkow auch. "Es ist toll, was alles angeboten wird."

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