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Generalunternehmen soll neue Kita in Leingarten bauen

Auf dem Gelände des bisherigen Feuerwehrhauses entsteht ein Gebäude in Modulbauweise. Die Baukosten haben es in sich.

Claudia Kostner
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Generalunternehmen soll neue Kita in der Leingartener Südstraße bauen
Die Übergangskita auf der Festwiese bietet Platz für bis zu 75 Kinder. Diese werden voraussichtlich im Frühjahr 2024 in den Neubau in der Südstraße umziehen.  Foto: Kostner, Claudia

Es gibt nicht wie üblich einen Teilnahmewettbewerb für Architekten, sondern lediglich eine beschränkte Ausschreibung für Generalunternehmer: Bei der Planung der neuen Kindertagesstätte Südstraße beschreitet die Stadt Leingarten "im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, den ständigen Preissteigerungen und Rohstoffverknappungen" neue Wege, so Bürgermeister Ralf Steinbrenner. Geplanter Baubeginn ist im April 2023. Die Verwaltung geht von Baukosten in Höhe von rund 5,4 Millionen Euro und einer Bauzeit von rund zehn Monaten aus.

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Bau- und Hauptamt haben in Zusammenarbeit und laut Steinbrenner "auf Basis bestehender, funktionierender Einrichtungen" eine Planungsgrundlage für die Ausschreibung erarbeitet. Bauamtsleiter Ralf Eschelbach präsentierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein L-förmiges, zweigeschossiges Gebäude in Holz-Modulbauweise mit Platz für drei Ü3- und zwei U3-Gruppen sowie der Option auf eine sechste Gruppe. Die Hauptausrichtung erfolgt Richtung Osten, die Erschließung über die Südstraße.

Über die Details der Raumeinteilung hätten er und die für Kindergärten zuständige Simone Elfner sich viele Stunden lang beraten. "Ich muss Ihnen sagen, wir sind begeistert von dem Gebäude", versicherte Eschelbach dem Gremium.

Zweifel am Vorschlag der Verwaltung

Aus dessen Mitte gab es jedoch Zweifel am geplanten Vorgehen der Verwaltung. "Das sieht für mich auf den ersten Blick so aus wie die Container der Übergangskita auf dem Festplatz", kritisierte Bernd Stahl. "Ich fühle mich nicht gut aufgehoben, wenn wir so viel Geld für einen Kindergarten ausgeben, der vom Bauamt gezeichnet ist", plädierte der CDU-Stadtrat für einen Architektenwettbewerb.

FWV-Sprecher Daniel Kiesow sah eine Diskrepanz zwischen Planung und Kosten: "5,4 Millionen Euro klingen für mich nicht nach einem Zweckbau. Ich fühle mich nicht ganz wohl damit." Auch André Göbl äußerte Bedenken. "Ich kann mir nichts drunter vorstellen, das ist mir zu ungewiss" so der SPD-Stadtrat.

"Dies ist ein offener Prozess, ein Vorschlag der Verwaltung. Sie sind Herr des Verfahrens", erklärte Bürgermeister Ralf Steinbrenner. "Es gibt zwei Wege - mit deutlich unterschiedlicher Zeitachse und deutlich unterschiedlichen Kosten." Er wies darauf hin, dass die Kita Akazienrain 1998 ebenfalls in Modulbauweise entstanden sei. Und vor einer Ausschreibung der Kita Südstraße müsse sowieso erst der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg dem Raumkonzept zustimmen, versuchte er, weitere Bedenken gegenüber dem Verwaltungsvorschlag auszuräumen.

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Leingartener "designmäßig verwöhnt"

"Ich habe Vertrauen in diese Planung", sagte Gernot Hagen (FWV). Für ihn sei der Neubau eng mit der Übergangskita verbunden, die so schnell wie möglich wieder weg solle. "Die Bevölkerung zeigt uns ja jetzt schon den Vogel, was wir auf der Festwiese gemacht haben."

Die Leingartener seien durch die Neubauten von Feuerwehrhaus und Hallenbad "designmäßig verwöhnt", meinte sein Fraktionskollege Sebastian Hauff. "Aber jetzt sind andere Zeiten, und deshalb ist ein funktionaler Bau der richtige Weg." Er verstehe die ganze Diskussion nicht, meldete sich CDU-Stadtrat Thilo Klar kopfschüttelnd zu Wort. "Es ist nicht der erste Kindergarten, den wir in Leingarten bauen, und wir planen ja hier nicht bis auf den letzten Kleiderhaken. So wie es vorgestellt wurde, kann ich gut mitgehen." Jürgen Brame (Grüne) war ebenfalls mit der Planung einverstanden: "Alles ist sehr funktional und von der Lage her gut eingepasst." Er bezweifle jedoch, dass die 5,4 Millionen Euro ausreichen, weil das Energiekonzept noch fehle. "Das ist schon drin in der Berechnung, aber aufgrund der aktuellen Situation gibt es keine Festpreise mehr", informierte ihn Bauamtsleiter Eschelbach.

Am Ende waren alle überzeugt: Der Beschluss fiel einstimmig für das Raumprogramm, den Neubau der Kita und die beschränkte Ausschreibung unter verschiedenen Generalunternehmen.

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Photovoltaik auf dem Dach

Den Beschluss für den Standort der neuen Kita auf dem bisherigen Feuerwehrgelände in der Südstraße 31 hat der Gemeinderat in seiner Februarsitzung gefasst. Inzwischen läuft das Bebauungsplanverfahren. Das Gelände hat eine Gesamtfläche von 2500 Quadratmetern. Im Erdgeschoss des 1240 Quadratmeter großen, L-förmigen Kita-Gebäudes sollen drei Ü3-Gruppen, im Obergeschoss zwei U3-Gruppen untergebracht werden. Außerdem gibt es Schlaf- und Ruheräume, Mehrzweckraum, Küchen, Sanitär-, Personal-, Verwaltungs-, Neben-, Abstell- und Technikräume. Aufgrund der Grundrissgeometrie ist bei Bedarf Platz für eine sechste Gruppe. Die Dachfläche soll mit Photovoltaik belegt und extensiv begrünt werden. Das Gebäude wird nach KfW 40 realisiert, "weil das die einzige Möglichkeit ist, Fördergelder zu bekommen", so Bauamtschef Ralf Eschelbach. Ein Energiekonzept steht noch aus. 

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