Brackenheim
Lesezeichen setzen Merken

Als Helferin im Ahrtal unterwegs

Dorit Unterseher vom Deutschen Roten Kreuz verbringt viel Freizeit in Dernau. Dort packt sie mit an und hilft Opfern der Flutkatastrophe.

Von Ines Schmiedl
  |    | 
Lesezeit 2 Min
Als Helferin im Ahrtal unterwegs
Sabrina Leyh (links) und Dorit Unterseher vom DRK Ortsverein Brackenheim liegt soziale Arbeit am Herzen, die sie im Verein neu beleben wollen. Foto: Ines Schmiedl  Foto: Ines Schmiedl

In Zeiten, in denen eine Katastrophe die nächste jagt, geraten schlimme Ereignisse aus dem Vorjahr schnell in Vergessenheit. Eine, die regelmäßig seit fast neun Monaten ins Ahrtal fährt, um dort zu helfen, ist Dorit Unterseher, aktives Mitglied beim DRK Ortsverein Brackenheim. "Mich hat selten ein Ereignis so bewegt wie diese Flutkatastrophe im Sommer des vergangenen Jahres", sagt die Physiotherapeutin und Mutter zweier Kinder.

Auf eine Anfrage über den Katastrophenschutz am 15. Juli 2021, wer für 50 Stunden vor Ort helfen könne, hat sie sich sofort gemeldet. Doch erst einmal tat sich nichts, denn zum Glück gab es wenig Verletzte in dem Tal, die hätten bereut werden müssen. Doch dann trudelten die ersten Anfragen ein, dass Helfer gesucht werden, die Schlamm und Dreck wegschippen. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus Brackenheim und Güglingen waren seinerzeit beispielsweise vor Ort. DRK-Mitglied Dorit Unterseher fuhr Anfang September zum ersten Mal nach Dernau und war seither viele Male in dem kleinen Weindörfchen im Landkreis Ahrweiler am Rande des Ahrgebirges. Organisiert werden die ehrenamtlichen Helfer vor Ort über Organisationen wie "Helfer-Shuttle".

Immense Zerstörung

"Ich war beeindruckt von dem Ausmaß der Zerstörung", erinnert sich Dorit Unterseher an ihren ersten Einsatz. Sie packt mit an und schlägt Putz von den Wänden, hilft beim Säubern von Gebäuden. Immer wieder, wenn sie Familie, Halbtagsjob und Ehrenamt organisiert hat, fährt sie ins Ahrtal, um mitzuhelfen. Die Solidarität unter den Helfern und Bewohnern haben sie beeindruckt. "Das ist ein schönes Miteinander. Jeder schaut, wo er den anderen unterstützen kann", so ihre Erfahrung.

Als letztes hat sie zehn Paletten Erde und Mulch, die ein örtlicher Baumarkt gespendet hat, hinbringen lassen. "Das war für meinen Pkw zu viel, da brauchte ich Hilfe", sagt die junge Frau. Denn vor Ort im Ahrtal fehlt es an vielem. In einer Art provisorischem Baumarkt können sich die Betroffenen mit Baumaterial versorgen. Das "Helfer-Shuttle" und ein paar andere Organisationen mobilisieren immer wieder Ehrenamtliche, die mit anpacken. Nicht nur die Gebäude müssen entkernt, abgerissen oder wieder aufgebaut werden, derzeit wird auch ganz übliche Frühlingsarbeit geleistet: Es werden Teile der Landschaft neu modelliert, auch Gärten oder Schulhöfe wieder angelegt. Im Februar wurde beispielsweise quadratmeterweise Rollrasen verlegt.

Manche verbringen ihren Jahresurlaub dort

Zwischendurch wird in den Weinbergen geholfen. "Es sind viele Leute, die mit anpacken, nicht nur Handwerker. Und nicht nur Leute, die in der Nähe wohnen. Es gibt viele Helfer, die ihre Wochenenden dort verbringen", so die Physiotherapeutin: "Manche haben ihren gesamten Jahresurlaub dort verbracht." Sie selbst übernachtet meist nicht in Dernau, sondern fährt die zweieinhalb Stunden morgens hin und abends wieder zurück, um auch Zeit mit ihrer Familie zu verbringen.

Noch ein zweites Projekt treibt Dorit Unterseher um. Gemeinsam mit ihrer Vereinskameradin Sabrina Leyh möchte sie den Bereich Sozialarbeit beim DRK-Ortsverein Brackenheim neu beleben. "Das soziale Helfen liegt uns beiden", sagt Erzieherin Leyh. Langfristig möchten die beiden Frauen sozialen Projekten mehr Gewichtung verleihen, das können generationenübergreifende Themen sein, die beispielsweise Senioren mit Kindern zusammenbringen oder Kinder mit und ohne Handicaps miteinander spielen oder basteln lassen.

Schöne Zusammenarbeit geplant

Derzeit sei es allerdings noch schwierig zu planen, wann der Bereich Sozialarbeit starten soll. "Wir brennen beide für diese Themen, also finden wir auch Wege", sagt Dorit Unterseher. Durch ihre Unterstützung im Ahrtal hat sie auch ihre Kollegin Sabrina Leyh besser kennengelernt. Daraus soll nun hier vor Ort in Brackenheim eine schöne Zusammenarbeit entstehen.

 

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben