Wüstenrot weiht ersten Energieerlebnispfad Deutschlands ein
Die Gemeinde Wüstenrot ist auf ihrem Weg zur Energie-Plus-Gemeinde ein gutes Stück vorangekommen. Die Kommune weihte den erstem Energieerlebnispfad Deutschlands und die für 3,8 Millionen Euro energetisch komplett sanierte Burgfriedenhalle ein.

Beim Einweihungsfestakt würdigten Minister Peter Hauk und Regierungspräsidentin Susanne Bay die Kommune mit ihren erfolgreichen Energieprojekten und neuen Zielen als Vorbild und Vorreitergemeinde auf dem Weg zur "Energieüberschusskommune". Wüstenrot hat bei seinen Projekten von der über zehnjährigen Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Hochschule für Technik profitiert. Die Hochschule konnte ihre wissenschaftlichen Forschungen in Wüstenrot praktisch erproben und, wie die kalte Agrothermie, zur Serienreife bringen.
Im Mittelpunkt des Abends standen zwei neue Vorhaben. Ein Carsharing-Projekt für den ländlichen Raum, das Wüstenrot gemeinsam mit Nachbar-Kommunen plant, ist in Arbeit. Auf der Agenda steht auch die Erforschung und Einführung bidirektionaler Ladesäulen, um künftig Elektrofahrzeuge als Pufferspeicher für Strom zu verwenden. "Wie lebendig Energiewende sein kann, das sehen wir hier in Wüstenrot", betonte Susanne Bay in ihrem Grußwort. Sie reiste mit einem E-Auto des Carsharing-Projektpartners Hagelauer an.
Vierblättriges Kleeblatt des Energiesparens
Professor Dirk Pietruschka von der Hochschule für Technik Stuttgart und Wüstenrots Energiemanager Thomas Löffelhardt stellten die Projekte vor. Moderator Andreas Eisinger, Stadionsprecher des Karlsruher SC, führte die Gäste, darunter die Wüstenroter Landtagsabgeordnete Isabell Huber (CDU), ihren Kollegen Armin Waldbüßer(Grüne), die Bürgermeister benachbarter Kommunen, Gemeinderäte, Wissenschaftler und Projektpartner sowie die zahlreich erschienenen Wüstenroter Bürger durch mehrere Talkrunden auf der Bühne. "Heute ist ein Glückstag für unsere Gemeinde, für unsere Region und ein Glückstag für mich", betonte Bürgermeister Timo Wolf.
Wüstenrot könne sich an einem kommunalen vierblättrigen Kleeblatt des Energiesparens und neuer Energieformen freuen. "Sie ist einfach eine Halle der Superlative, in Größe und Funktion einfach perfekt", würdigte Wolf als erstes Blatt die sanierte Burgfriedenhalle. Wolf dankte für die Unterstützung des Landes, ohne die eine Sanierung nicht möglich gewesen wäre. "Hier setzen wir Maßstäbe - für eine erstklassige didaktische Präsentation nahezu aller Aspekte einer modernen Energiewirtschaft", ging Wolf als Zweites auf die Einweihung des Energieerlebnispfads mit neun Stationen ein.
Ergänzung zum ÖPNV
Die Tafel für die erste Station an der Burgfriedenhalle weihte der Bürgermeister mit Minister Hauk und Susanne Bay neben dem Halleneingang ein. Peter Hauk, Isabell Huber und Armin Waldbüßer testeten die Energiefahrräder, die mobiler Bestandteil des Energieerlebnispfads sind. "Das dritte Kleeblatt: Carsharing im ländlichen Raum ist für mich bahnbrechend, weil die Antwort auf ein nicht lösbar scheinendes Problem gefunden wurde", schwärmte Timo Wolf. Seine Kollegen Klaus Schifferer (Löwenstein) und Björn Steinbach (Obersulm) haben ihre Bereitschaft signalisiert, beim Projekt dabei zu sein. "Es ist ein ergänzendes Angebot zum ÖPNV", meinte Schifferer.
Als viertes Glücksblatt würdigte Timo Wolf die Kooperation seiner Kommune mit der Stuttgarter Hochschule für Technik. "Wenn ich diese Entwicklung in Wüstenrot sehe, bin ich als Löwensteiner neidisch", sagte Dieter Bopp.
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