Flein
Lesezeichen setzen Merken

Blumenschmuckwettbewerb in Flein: Worauf die Jury achtet

Schöne Gärten sorgen für ein schönes Ortsbild. Eine Bewertungskommission hat in Flein den ersten Rundgang absolviert. Warum sich die Teilnahme lohnt.

Sabine Friedrich
  |    | 
Lesezeit 3 Min
Woirauf achtet die Jury des Blumenschmuckwettbewerbs in Flein?
Manche Vorgärten sind geradlinig angelegt, manch andere bieten ein buntes Allerlei an Grün und Blühendem mit Deko-Elementen, wie dieses Beispiel zeigt. Fotos: privat  Foto: privat

Es ist kein zusätzlicher Aufwand für die Teilnehmer. Wer mitmacht, bekommt auf jeden Fall einen Preis. Dennoch ist die Resonanz nicht sehr groß und sie lässt auch nach. Nur 17 Anmeldungen sind diesmal für den Blumenschmuckwettbewerb in Flein eingegangen, fünf weniger als im Vorjahr. Das bedauern die Gemeinde und der Obst- und Gartenbauverein (OGV). Die Jury hat den ersten Rundgang absolviert, im August folgt die zweite Runde.

"Ich finde es total interessant. Mir macht das Spaß", sagt Annette Klumpp, die sich vor wenigen Tagen wieder ins Golfwägele von Amtsbotin Angelika Reber gesetzt hat, um mit ihr die Adressen anzusteuern. Die beiden sind Mitglieder im OGV und seit Jahren mit der Bewertung beauftragt. "Man kriegt selber Anregungen", fährt Klumpp fort. Und wenn man Hobbygärtner vor Ort antreffe, komme man ins Gespräch. Manch einer holt sich dann auch einen Tipp von Fachfrau Klumpp, die Floristin ist.

Wenig Interesse aus den Neubaugebieten

"Unser Dorf soll schöner werden": Das ist der Gedanke, der hinter dem Wettbewerb steht. "Wenn die Gärten schön sind, ist auch Flein noch ein bisschen schöner", sagt Heidrun Wagner vom Rathaus, die sich um Veröffentlichungen, Anmeldung und Organisation der Preisverleihung kümmert. Vorwiegend Frauen stellten sich der Konkurrenz, weiß Wagner. Meist ist es Jahr für Jahr dasselbe Teilnehmerfeld. "Aus den Neubaugebieten ist die Beteiligung gleich null", beobachtet OGV-Vorsitzender Hans-Peter Schmitt. Das liege wohl auch daran, dass die kleinen Grundstücke wenig Platz für Garten ließen, Bepflanzung Geld koste. Und Zeit für Pflege und Gießen, wie Klumpp sagt. Ihr fällt auf, dass immer weniger Balkone mit Blumenkästen bestückt sind, farbenprächtig Blühendes sich immer seltener über Geländer ausbreitet.

"Die Leute meinen, sie müssten Wunder was bieten." Keineswegs, sagt Klumpp, die die Scheu vor dem Mitmachen nehmen will. "Es gibt einen kleinen Preis als Anreiz" und man tue der Natur was Gutes.

Nur die Straßenseite wird begutachtet

Bewertet wird nur die Sichtseite, also die Bepflanzung, die von der Straße aus zu sehen ist und die allein zur Ortsansicht beiträgt. Der Wettbewerb hat drei Kategorien: Vorgärten, Balkone und Hofeinfahrten. In die Wertung kommen Pflanzenvielfalt, Pflegezustand sowie Gestaltung und Nutzung der Gegebenheiten. Auch auf einem ein Quadratmeter kleinen Fleckchen könne man gestalten, so die Floristin.

 

Mehr zum Thema

Region
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Tag der offenen Gärten in der Region

Am 19. Juni öffnen private Gartenanlagen im Hohenlohekreis und im Landkreis Heilbronn die Pforten für Besucher.

Klumpp freut sich über die Kreativität der Leute. "Es gibt viele fantasievolle Menschen", lobt sie, was sie zu sehen bekommt. Etwa eine Hofeinfahrt mit einer langen Mauer, die mit einer Reihe von Blumenkästen zum Farbtupfer wird. "Das sieht toll aus." Sie und Reber entdecken alte Schuhe, aus denen Blumen sprießen, viele bunte Töpfe, Steine und Tonfiguren oder einen Zaun in Buntstift-Optik. Mal ist das Farbkonzept Ton in Ton gehalten, mal kunterbunt. Hänge-Petunien kämen häufig vor und auch die Geranie, die robust sei und Hitze aushalte.

Wie sieht der Garten ein paar Monate später aus?

Woirauf achtet die Jury des Blumenschmuckwettbewerbs in Flein?
Immer seltener sind Balkone mit Bepflanzung zu sehen. Das ist der Eindruck der Jury des Fleiner Blumenschmuckwettbewerbs. Dabei verschönert die üppige Blütenfülle, die über das Geländer wächst, die Straßenansicht.  Foto: privat

Wie hat sich der Garten entwickelt? Dieser Frage geht die Jury im zweiten Rundgang nach. "Wir haben schon das Tollste erlebt", erzählt Reber. Da muss die anfängliche Punktzahl von neun oder zehn nach unten korrigiert werden, weil die Pflege vernachlässigt worden ist oder Hitze Blumen und Grün arg zugesetzt hat. Oder umgekehrt: Die Blumen sind geradezu explodiert. Das ist dann die Augenweide, die punktet.

"Wir legen Wert auf Blühendes wegen der Insekten", betont Reber. Steingärten, die nun verboten sind, mit einem einzelnen Bambus oder nur grüner Rasen tue nichts für Insekten, die mehr und mehr für die Bestäubung von Obstgehölzen fehlten, geht Klumpp auf die bedenkliche Entwicklung ein. Wenigstens Lavendel setzen, lautet ihr Appell. An dem laben sich die Tierchen gerne, und er ist winterhart.

 

Mehr zum Thema

Für die Sinne, Leib und Teller
Brackenheim
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Für die Sinne, Leib und Teller: Zu Besuch in einem naturbelassenen Garten

Zu Besuch im Garten von Gertraud Keller, der Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins Hausen.

Was es zu gewinnen gibt

Nach zwei Jahren Corona-Pause gibt es in diesem Jahr wieder eine öffentliche Preisverleihung für die Gewinner des Blumenschmuckwettbewerbs. Heidrun Wagner von der Gemeindeverwaltung macht aus den "wunderschönen Fotos", die Angelika Weber in Vorgärten, Hofeinfahrten oder von Balkonen macht, eine Präsentation.

Die Teilnehmer sind alle Gewinner. Für die volle Punktezahl ist ein Einkaufsgutschein über 30 Euro der Preis. Wer neun Punkte hat, wird mit 20 Euro belohnt. Ein dritter Platz und ein Trostpreis von zehn Euro werde kaum vergeben, so Wagner.

 
Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben