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Wohnraum schaffen steht für die Fraktionen im Obersulmer Gemeinderat im Fokus

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Bei den Etatreden der Obersulmer Gemeinderatsfraktionen wurde Radweg in Sülzbach vorgeschlagen. Neue Gewerbeflächen werden gefordert.

Die Garagen sind abgerissen. An dieser Stelle bekommt der Bauhof neue Garagen sowie Büro- und Personalräume. Eine der Investitionen 2023. 
Foto: Sabine Friedrich
Die Garagen sind abgerissen. An dieser Stelle bekommt der Bauhof neue Garagen sowie Büro- und Personalräume. Eine der Investitionen 2023. Foto: Sabine Friedrich  Foto: Friedrich, Sabine

Sie blickten auf das Weltgeschehen, auf die ständig neuen Auflagen und Regelungen der großen Politik, die das Arbeiten der Kommunalverwaltungen erschwerten, und sogar der blamable Auftritt der Fußballnationalmannschaft bei der WM war den Sprechern der Gemeinderatsfraktionen in ihren Etatreden kurze Streifzüge wert. Was Obersulm betrifft: Da sind sie sich einig, dass Wohnraum, vor allem bezahlbarer, geschaffen werden muss, nicht nur innerorts, sondern auch in Neubaugebieten.

Freie Wähler: Standards herunterschrauben

Bei der Ausweisung von Baugebieten müssten wirtschaftliche Gedanken mit einfließen, meinte Sprecher Ulrich Hohl. Bringe sozialer Wohnungsbau weniger Einnahmen für die Gemeinde?, fragte er. Müssten dann die Preise für nicht sozial Begünstigte steigen? Die Forderung nach einem neuen Gewerbegebiet sei eine "sehr empfindliche Angelegenheit". Wegen des Verkehrs komme nur eine Fläche am Ortsausgang Richtung Ellhofen in Frage.


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Der Anbau ans Feuerwehrhaus in Willsbach sei nötig, vor der Planung müssten aber kostengünstige Varianten geprüft werden. Standards und Ansprüche herunterschrauben, das fordert Hohl. Das gilt für ihn sowohl für die Schulen - nach der Gemeinschaftsschule wolle nun auch die Realschule ebene Naturwissenschaftsräume - wie für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen. "Wer nicht arbeitet (…), braucht keine Spülmaschine auf Kosten der Steuerzahler." Den Neubau der Halle neben dem Sportcentrum sieht die FWV in weite Ferne gerückt.

Grüne: Fahrradstraße in Sülzbach

Armin Waldbüßer lobte die Bürgerbeteiligung beim Radwegkonzept, das derzeit erstellt wird. Er regte dazu eine Fahrradstraße im Bereich der Kümmelstraße an, was bei einer Infoveranstaltung mit den Einwohnern diskutiert werden sollte. Bei den erneuerbaren Energien sieht Waldbüßer die Zukunft auch in der Agriphotovoltaik. "Wir brauchen mehr Geschosswohnungsbau in Obersulm", forderte der Grünen-Sprecher und hatte dafür den Alten Sportplatz in Willsbach, den Sportplatz in Affaltrach und das geplante Baugebiet "Salzberg" in Eschenau im Blick.

Nach dem Auszug der Musikschule könnte die Alte Schule in Affaltrach für die Anschlussunterbringung für Flüchtlinge geprüft werden. Mindestens eine der Obersulmer Grundschulen sollte ab 2026 zur Ganztagsgrundschule werden. Es sei richtig, die Realsteuern nicht zu erhöhen, war Waldbüßer ganz auf der Linie der Verwaltung. Er lobte Bürgermeister Björn Steinbach, dass er den Rathausmitarbeitern viel Raum für Innovation gebe.

CDU: Jahnhalle abreißen statt sanieren

Angesichts von 12,8 Millionen Euro Personalausgaben komme die Gemeinde an einem Einstellungsstopp nicht vorbei, wenn der Aufwärtstrend anhalte, meinte Hermann Hohl. In den vergangenen Jahren sei die Ausweisung von Baugebieten zu kurz gekommen, deshalb sollte über kleinere Gebiete in den Ortsteilen nachgedacht werden. Hohl hofft, dass der "Salzberg" möglichst schnell umgesetzt wird. Für die Bebauung des Alten Sportplatzes wünscht er ebenfalls eine schnelle Lösung und Planung.

Die CDU plädiert für einen Abriss der Jahnhalle. Das bringe weitere Baufläche und ermögliche ein gesamtheitliches Konzept. Die Gemeinde werde nicht darum herumkommen, eine Halle für Flüchtlinge herzurichten. Alternativ könnte ein Wohnheim am Bahnhof Willsbach erstellt werden. Weitere Gewerbeflächen hält die CDU in der Dimbacher Straße und bei der Firma Dringenberg Richtung Willsbach für möglich. Da die Kinderbetreuung 20 Prozent der Ausgaben verschlinge, müssten Alternativen erwogen werden.

SPD: Gebiet "Salzberg" dringend notwendig

Michael Schepperle hatte für die von Radfahrern stark genutzte Kümmelstraße eine andere Lösung: das grüne Band entlang der Sulm mit einem Radweg zu versehen. Er regte an, dass die Gemeinde die Vermietung von Transportfahrrädern unterstütze und forderte eine Optimierung der Stadtbahntaktung. Das Baugebiet "Salzberg" bezeichnete er als "dringend notwendig". Die Vorplanung für die Wohnbebauung des Sportplatz-/Hallenareals in Affaltrach müsse angegangen werden, schließlich laufe das Sanierungsgebiet nur noch bis 2025.

Dazu gehörten auch der Ersatz-Kunstrasenplatz und Umkleiden für die Sportler. "Wir haben einen Haushalt auf Kante genäht", kommentierte Schepperle die Finanzlage. "Der Bedarf an Gewerbeflächen ist enorm", sagte er. Die Gemeinde benötige mehr Gewerbe- und Handwerksbetriebe, nicht nur für die Gewerbesteuereinnahmen. Durch Ansiedlungen würden auch weitere Arbeitsplätze geschaffen und der Berufsverkehr Richtung Heilbronn entlastet.

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