Untergruppenbach
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Untergruppenbach will mit LED-Lampen Energiekosten senken

Um langfristig Energie zu sparen, will die Gemeinde Untergruppenbach ihre Straßenbeleuchtung komplett auf LED-Technik umstellen. Nach aktuellen Planungen nimmt sie dafür gut 780.000 Euro in die Hand.

Andreas Zwingmann
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Lesezeit 2 Min
Untergruppenbach will mit LED-Lampen Energiekosten senken
Ob dekorativ oder funktional − 1351 Lichtpunkte gibt es im Untergruppenbacher Ortsgebiet. Der Löwenanteil der Lampen ist technisch veraltet und soll daher auf zeitgemäße LED-Technologie umgerüstet werden.  Foto: Zwingmann, Andreas

Heller, zukunftssicher und vor allem günstiger - in Untergruppenbach soll die komplette Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt werden. Die dazu nötigen Planungsleistungen hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auf den Weg gebracht. Um bereits kurzfristig Energiekosten einzusparen hat das Gremium außerdem beschlossen, auf Außenbereichswegen die Straßenbeleuchtung in der Zeit von 1 bis 5 Uhr in der Nacht auszuschalten.

Investition wäre nach acht Jahren amortisiert

"Das Thema könnte aktueller nicht sein", betonte Bürgermeister Andreas Vierling. Bereits bei den Haushaltsberatungen hat sich die Gemeinde mit der Frage einer Modernisierung der Straßenbeleuchtung beschäftigt. Doch dafür muss sie zunächst Geld in die Hand nehmen: "Die Kosten von geschätzt 782.500 Euro sind natürlich eine ordentliche Investition", räumte Vierling ein.

Allerdings gebe man aktuell jedes Jahr gut 120.000 Euro für die Straßenbeleuchtung aus. Die Kosten für eine Umstellung würden sich somit nach rund acht Jahren amortisieren, rechnete der Bürgermeister vor. Da man davon ausgehen könne, dass die Strompreise weiter steigen, könne sich dieser Zeitrahmen durchaus noch verkürzen.

Einsparpotenzial von bis zu 80 Prozent

Wird die Straßenbeleuchtung flächendeckend auf LED umgestellt, könnte sich der Stromverbrauch um bis zu 80 Prozent reduzieren. Auch bei den Wartungskosten für die einzelnen Leuchtstellen ergebe sich Einsparpotenzial, betonte Vierling. Diese Angaben konkretisierten sich indes erst, wenn eine detaillierte Beleuchtungsplanung vorliegt.

Diese gehört zu den Vorleistungen, mit denen die Gemeinde jetzt den Energieversorger Zeag beauftragt hat. Als Grundlage für die Neuplanung ist bereits eine Bestandsaufnahme erfolgt. "Im Untergruppenbacher Ortsgebiet gibt es 1351 Lichtpunkte mit insgesamt 1369 Leuchten. Davon sind bereits 115 auf LED-Technik umgerüstet", berichtete Gerald Spiegel von der Zeag den Gemeinderäten. Die bestehenden Straßenlampen seien indes "alt bis sehr alt", so der Experte, der Großteil davon seien Quecksilber- beziehungsweise Natriumdampflampen. "Alte Lampen fallen häufiger aus, oder es sind kaum noch Leuchtmittel lieferbar", erläuterte Spiegel.

Planung nimmt drei Monate in Anspruch

Im Zuge der Beleuchtungsplanung soll nun unter anderem untersucht werden, welcher Lichtpunkt durch welche Leuchte ersetzt werden muss, damit die für die entsprechende Stelle erforderliche Ausleuchtung auch erreicht wird. In diesem Zusammenhang müsste laut Gerald Spiegel auch darüber entschieden werden, wie die Beleuchtung künftig gesteuert wird.

Für die Planungen sind rund drei Monate angesetzt, im Herbst will sich der Gemeinderat dann nochmals mit dem Thema befassen.

Lampen im Außenbereich könnten schon abgeschaltet werden

Weil der Gemeinde aber daran gelegen ist, möglichst zeitnah bereits Energiekosten einzusparen, schloss sich an die Beratungen eine Aussprache zu Lösungen an, die kurzfristig umgesetzt werden könnten. "Wir haben jetzt ein Energieproblem", betonte Marco Schaal (CDU). Sein Fraktionskollege Hermann Steiner regte an, wo möglich bereits jetzt einzelne Straßenzüge abzuschalten.

Verwaltungsintern habe es dazu bereits Überlegungen gegeben. Im Ortsgebiet gebe es durchaus Bereiche, in denen man die Straßenbeleuchtung nachts für einen festgelegten Zeitraum ausschalten könnte, so Bürgermeister Vierling. Dafür infrage kämen etwa der Weg hoch zur Burg Stettenfels oder Rad- und Fußwege im Außenbereich, die nachts kaum genutzt würden. "Hier wäre es durchaus möglich, dass wir in der Zeit von 1 bis 5 Uhr die Beleuchtung erst einmal komplett ausschalten", regte Vierling an.

Der Überlegung, aus Sicherheitsgründen in dieser Zeit nur jede zweite Lampe abzuschalten, erteilte Gerald Spiegel indes eine Absage: "Davon rate ich dringend ab. Das menschliche Auge ist gerade nachts sehr träge und reagiert stark verzögert auf Licht und Dunkelheit."

Suche nach schnell umsetzbarer Lösung

Bei einer Einsparung von mindestens 50 Prozent CO2 wird eine Umrüstung der Straßenbeleuchtung mit bis zu 25 Prozent gefördert. Im Zuge der Planungen soll auch untersucht werden, ob, die in Teilen des Gemeindegebiets verbauten "Begaleuchten" mit einem LED-Einsatz umgerüstet werden können. Dies wäre zwar nicht förderfähig, würde sich aber durch die geringeren Kosten laut Verwaltung dennoch rechnen. Ein Vorteil wäre der Zeitgewinn, denn für den weiteren LED-Umbau müsste der Förderbescheid abgewartet werden, ehe die Maßnahme ausgeschrieben, ausgewertet und vergeben werden kann.

 

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