Talheim
Lesezeichen setzen Merken

Talheim hat bald keine Wohnbauflächen mehr zu bieten

Wer in Talheim bauen will, muss sich in Geduld üben. Es sei denn, er hat bei den beiden innerörtlichen Baugebieten Glück. Ansonsten ist kaum etwas zu machen.

Von Barbara Barth
  |    | 
Lesezeit  2 Min
Talheim hat bald keine Wohnbauflächen mehr zu bieten
Das letzte Neubaugebiet "Graben/Vorderer Tiefer Graben" ist bald voll. Deshalb sucht Talheim nach Flächen für die Wohnbauentwicklung. Foto: Barbara Barth  Foto: Barth, Barbara

Wir sind am Ende angelangt", sagt Bürgermeister Rainer Gräßle und meint damit neue Wohnbauflächen. Mit dem Gebiet "Graben/Vorderer Tiefer Graben" wird derzeit das letzte Wohnareal bebaut, das Talheim aus dem Flächennutzungsplan von 2001/2002 zusteht. "Jetzt müssen wir schauen, wie und wo es weitergehen soll", so der Rathauschef.

Es ist Geduld gefragt für Häuslebauer

Wer in der Schozachtalgemeinde bauen will, muss sich in Geduld üben. Es sei denn, er hat bei den beiden innerörtlichen Baugebieten - in der Bahnhofstraße und auf dem Kelterplatz - Glück. Ansonsten ist in Talheim kaum etwas zu machen. Die Innenentwicklung, die vom Regionalverband favorisiert wird, lässt sich nur zu 30 Prozent realisieren. 70 Prozent der Baulücken werden von den Besitzern oder den Erben nicht verkauft. Höchste Zeit also für eine Teilfortschreibung des Flächennutzungsplans Flein-Talheim. 5,5 Hektar Wohnfläche gesteht der Regionalverband der Gemeinde Talheim für die nächsten 20 Jahre zu. Das muss nicht zwingend eine zusammenhängende Fläche sein, es können auch kleinere Teilflächen sein.

Eineinhalb Jahre lang hat Michael Koch vom Büro Planung und Umwelt aus Stuttgart nach Potenzialen gesucht und diese in einem dreistufigen Verfahren bewertet. Ringsum Talheim hat er elf Flächen gefunden, die theoretisch möglich wären, praktisch aber oft solche Konflikte aufweisen, dass eine Ausweisung nicht sinnvoll wäre. Straßenlärm oder eine fehlende Anbindung sprechen etwa gegen eine Bebauung. Deshalb empfiehlt Koch zum Beispiel das Areal nördlich der Feuerwehr "jetzt nicht" zu bebauen. Die Bundesstraße 27 und die Horkheimer Straße sind viel befahrene Verkehrsadern. Drei andere Flächen hält der Planer nach eingehender Prüfung für machbar. Im Norden bei den Mühläckern, im Osten beim Hühnerbrünnele und im Süden an der Landturmstraße.

Mehr zum Thema

Für kleinere Fläche noch Platz

Sollte Talheim eventuell schnell eine kleinere Fläche benötigen, gäbe es noch Platz an der Haigernstraße, gegenüber dem jetzigen Neubaugebiet "Graben". "Wenn rechts der Straße bebaut wird, warum nicht auch links?", meinte Michael Koch. Die unter ein Hektar große Fläche könnte im beschleunigten Bauverfahren nach Paragraf 13b realisiert werden. Gemeinderat Benjamin Binnig (CDU) fragte, ob es sinnvoll sei, gleich möglichst viel Fläche anzumelden. Der Bedarf sei wichtig, antwortete Koch. "Wenn 5,5 Hektar angemessen erscheinen, muss man nicht mit zehn Hektar ins Verfahren gehen. Eine solide Begründung ist ausschlaggebend." Allerdings ändere sich im Laufe der Jahre ständig etwas. "Die Planfeststellung ist ein dynamischer Prozess", so Koch.

Heribert Danner (CDU) wollte wissen, wie lange es dauert, bis Talheim ein weiteres Baugebiet haben wird. Hier dämpfte Koch allzu ungeduldige Erwartungen. "Die Fortschreibung ist ein längerer Prozess. Es wird immer Protest gegen die Planung geben, warum gerade auf dieser Fläche nicht gebaut werden sollte." Darum sei es sinnvoll, die Fortschreibung rechtzeitig anzuschieben. Die Windkraft spielt eine immer größere Rolle. Koch wusste von "großen Diskussionen im Regionalverband", wonach Windräder womöglich auch in regionalen Grünzügen erlaubt werden. Dadurch würde der Abstand zur Wohnbebauung geringer werden. Umso wichtiger sei es deshalb für Gemeinden, Konzentrationszonen für Windkraft auszuweisen.

Thomas Maurer (BIT) forderte von einem neuen Baugebiet "eine eigene Anbindung" und ergänzte: "Über vorhandene Straßen läuft schon heute viel zu viel Verkehr." Bürgermeister Gräßle nannte es "eine schöne Aufgabe für Verwaltung und Gemeinderat, die richtige Fläche herauszufinden".

 

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben