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Abriss Gemeindehalle Affaltrach
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Obersulm bekommt eine Kalthalle und einen Kunstrasenplatz

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Die Trainingskapazitäten in Obersulm sollen verbessert werden. Die Prioritäten bei den Sportstätten wurden neu gewichtet. Ein Ersatz für die Gemeindehalle Affaltrach ist nicht finanzierbar.

Bessere Trainingsmöglichkeiten für Hand- und Fußball eröffnen sich, wenn der Sportplatz der Realschule mit genormten Maßen überdacht wird.
Bessere Trainingsmöglichkeiten für Hand- und Fußball eröffnen sich, wenn der Sportplatz der Realschule mit genormten Maßen überdacht wird.  Foto: Berger, Mario

Der Abriss der Gemeindehalle Affaltrach ist seit Jahren besiegelt. An ihrer Stelle und auf dem Sportplatz soll mit Wohnbebauung eine städtebauliche Neugestaltung erfolgen. Es hatte sich schon länger abgezeichnet, nun hat der Gemeinderat beschlossen, dass für die Halle kein Ersatz beim Sportcentrum gebaut wird. Der Grund: Es fehlt das Geld.

Es gibt dennoch gute Nachrichten in Sachen Sportstättenentwicklung. Die Prioritäten wurden neu festgelegt: Ganz oben auf der Liste stehen nicht überraschend eine Kalthalle und ein Kunstrasenplatz. Dieser Grundsatzbeschluss fasste das Gremium bei der Gegenstimme von Alexander Heinrich (FWV).

Die Gemeindeverwaltung wollte den Fahrplan festzurren. Bei der Klausurtagung im November war die Sportstättenentwicklungsplanung intensiv diskutiert worden. Zudem hatte Bürgermeister Björn Steinbach Gespräche mit der TSV-Handballabteilung und den Fußballvereinen geführt. Diese befürworten einen Kalthalle. "Ich halte es für sinnvoll, dass man relativ günstig Sportstätten schafft", sagte Steinbach.

Sportplatz der Realschule wird überdacht – Original Spielmaße für Handball

Der Sportplatz der Realschule wird überdacht. Das bringt mehr Kapazitäten und bessere Trainingsbedingungen. Die Fläche hat original Spielmaße für Handball und Hallenfußball. Auch die Schule begrüßt laut Bürgermeister ein wetterunabhängiges Sportfeld. Im Haushaltsplan 2024 hat Kämmerin Margit Birkicht 387.000 Euro – so hoch werden die Kosten geschätzt – eingestellt.

Zwischen dem Trainingsplatz und dem Sportcentrum in Affaltrach soll der Kunstrasenplatz entstehen. Jetzt geht es an die Planung.
Zwischen dem Trainingsplatz und dem Sportcentrum in Affaltrach soll der Kunstrasenplatz entstehen. Jetzt geht es an die Planung.  Foto: Berger, Mario

Erst 2025 ist eine Planungsrate von 90.000 Euro für den Kunstrasenplatz zwischen dem Trainingsgelände und dem Sportcentrum im Etat enthalten, 900.000 Euro 2026 für den Bau. Es soll aber schon jetzt in die Planung eingestiegen werden.

Bisher galt die Beschlusslage, mit dem Abriss der Gemeindehalle in Affaltrach eine zweigeteilte Halle beim Sportcentrum zu bauen. Mit dem 2023 fertiggestellten Multifunktionsgebäude sei der Grundschulsport versorgt, betonte der Bürgermeister. Braucht es diesen Neubau überhaupt noch, der weit mehr kosten würde als die einst geschätzte Sanierung der alten Halle für sieben Millionen Euro?

Nein, sagt selbst der Ortschaftsrat. Denn es finden nur noch wenige Veranstaltungen in der Gemeindehalle statt. "Wir haben genügend Hallen, die für Festlichkeiten reichen", gab Ortsvorsteher Harald Hohl die Haltung des Gremiums wieder. Die Seniorenfeier könne in die Eichelberger Kelter verlegt werden.

"Es ist die richtige Vorgehensweise", wertete Armin Waldbüßer für die Grünen die Beschlüsse. "Wenn der Sportplatz in Affaltrach wegfällt, muss man Ersatz schaffen mit einem Allwetterplatz", sagte der Fraktionssprecher. Die Finanzen seien nicht so rosig, deshalb könne die Gemeinde nur das Notwendige machen. "Für die Sportstätten ist eine gute Lösung gefunden", meinte Monika Steg für die SPD.

Obersulm: Wegfallende Halle in Affaltrach als emotionales Thema

Ihr ist klar, dass es ein "sehr emotionales Thema" ist, die Halle ohne Ersatz abzureißen. Für die örtlichen Veranstaltungen müssten andere Räumlichkeiten gefunden werden. Für die Seniorenfeier sei ein Fahrverkehr nötig. Steg regte an, bei der Neugestaltung in der Ortsmitte eine Begegnungsstätte (Café) zu schaffen, so wie das 2016 mit Bürgern angedacht worden sei.

"Wir müssen nicht mehr von Ortsteil-Hallen reden, sondern von Obersulmer Hallen", betonte Helmut Hornung (Grüne). Ihm war klar: "Wir werden auf Widerstand stoßen von vielen Einheimischen. Aber wir gewinnen eine attraktive Ortsmitte." Damit an die Thematik ein Knopf dran kommt, ging auch die CDU bei den Grundsatzbeschlüssen mit, obwohl sie lange an einer Kulturhalle festgehalten hatte.

Alexander Heinrich (FWV) kritisierte, dass in Sülzbach mit den schlechtesten Bedingungen nichts investiert werde, obwohl man die meisten Spieler und Trainer stelle. Die Sülzbacher trainierten schon jetzt in Affaltrach und würden das auch auf dem neuen Kunstrasenplatz dort tun, entgegnete der Bürgermeister.

Obersulm: Eschenauer Halle ist nicht vergessen

Was ist eigentlich mit der Eschenauer Halle mit langer Mängelliste? Die wurde mit keinem Wort in der Obersulmer Gemeinderatssitzung erwähnt. Dabei waren die Sanierung und der Anbau von Umkleiden und Nebenräumen schon für 2017 geplant. Die Minimallösung der Sanierung belief sich 2015 auf 1,26 Millionen Euro. Aus Kostengründen wurde das Projekt geschoben.

2015 hatte der Gemeinderat die Prioritätenliste von 2008 neu festgelegt, und damals der Eschenauer Halle den Vorzug gegeben - vor einem Neubau in Affaltrach und einem Kunstrastenplatz beim Sportcentrum.

"Die Halle ist auch noch auf dem Schirm", antwortet Bürgermeister Björn Steinbach auf Nachfrage der Heilbronner Stimme. Im Sanierungsgebiet "Post-/Michelbachstraße", in dem Affaltracher Halle und Sportplatz liegen, dränge jedoch die Zeit. Denn für die Neugestaltung der Ortsmitte mit Wohnbebauung winken Zuschüsse aus dem Landessanierungsprogramm.

 
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