Neubau löst mobilen Kioskwagen auf der Löwensteiner Platte ab
Ein Investor errichtet an dem beliebten Aussichtspunkt eine feste Hütte. Die Stadt Löwenstein als Grundstückseigentümer sichert dem Betreiber im Gegenzug ein langfristiges Nutzungsrecht zu.

Wer zwischen Löwenstein und dem Ortsteil Hirrweiler auf der B39 unterwegs ist, dem wird es wohl nicht entgangen sein: Auf der "Platte" tut sich was. Unmittelbar am großen Andachtskreuz entsteht auf der vor allem bei Motorradfahrern beliebten Aussichtsplattform derzeit eine Hütte. Sie wird künftig als feste Einrichtung den - deutlich kleineren - fahrbaren Kiosk ersetzen, an dem sich bislang die Besucher des Aussichtspunkts verköstigen konnten.
Mobile Einrichtung nicht mehr zeitgemäß ausgestattet
Die Hütte wird nach ihrer Fertigstellung von Sina Fierling betrieben, deren Familie bereits seit vielen Jahren den mobilen Verpflegungswagen auf der Platte stellte. "Das Fahrzeug ist in die Jahre gekommen und auch von seiner Ausstattung her längst nicht mehr zeitgemäß", erläutert Bürgermeister Klaus Schifferer auf Stimme-Nachfrage. Daher hätten die Betreiber die Absicht gehabt, ihn durch einen moderneren Wagen oder eine ortsfeste Einrichtung zu ersetzen.
Mit der Stadt, der die Fläche gehört, habe man sich daraufhin geeinigt, dass die Fierlings dort eine Hütte errichten können. "Wir waren im Vorfeld der Entscheidung mit dem Gemeinderat vor Ort und haben uns das Gelände noch einmal angeschaut", so Schifferer. Das Vorhaben wurde bereits Anfang 2021 im Gemeinderat vorgestellt. Für die Erstellung von Planunterlagen und zur Einholung der Baugenehmigung wurde in der darauffolgenden Sitzung ein Architekt beauftragt.
Stadt schiebt weiteren Anfragen Riegel vor
Bei der Entscheidung sei Wert darauf gelegt worden, dass sich das Angebot nicht ändert: "Es wird keine Gaststätte werden, sondern ein Kiosk mit Ausgabe", unterstreicht der Bürgermeister. Etwas anderes solle es an dieser Stelle auch nicht geben. Die Stadt bekomme zwar zahlreiche Anfragen, etwa für Verkaufsbuden, die man aber konsequent ablehne. "Wir wollen dort oben ja keinen Rummelplatz haben", so Schifferer.
Nach dem Ortstermin habe die Stadt entschieden, die entsprechenden Vorleistungen in die Wege zu leiten und beim Landratsamt die baurechtliche Genehmigung für den Kiosk zu beantragen. Die Behörde habe letztlich auch den endgültigen Standort festgelegt, den die Stadt lieber etwas versetzt vom Holzkreuz gesehen hätte, wie Klaus Schifferer einräumt. Bauherr ist in diesem Fall die Stadt Löwenstein als Eigentümer des Areals, erläutert der Bürgermeister.
"Wir haben hierbei jedoch keinen weiteren Kapitaleinsatz", fügt er umgehend hinzu. Deshalb sei das Vorhaben auch nicht im Haushalt der Stadt abgebildet.
"Die Hütte refinanziert sich über die vertragliche Vereinbarung selbst", so Schifferer. Heißt: Im Gegenzug für ihre Investition hat die Stadt den Betreibern über einen langfristigen Vertrag ein Nutzungsrecht für die Hütte zugesichert. Wie viel diese in den Bau investieren, dazu möchte sich der Verwaltungschef indes nicht näher äußern.
Keine weitere Zunahme des Verkehrs befürchtet
Dass der Kioskneubau künftig noch mehr Gäste auf die in der Regel ohnehin schon stark frequentierte Platte lockt, befürchtet Klaus Schifferer nicht. "Gerade für Motorradfahrer liegt ja die Attraktivität nicht allein im Besuch der Aussichtsplattform, sondern in der Strecke an sich. Ohne Kiosk wäre der Verkehr dort auch nicht signifikant geringer", ist er überzeugt.
Das Problem des hohen Verkehrsaufkommens wolle aber auch "niemand wegdiskutieren. An den gut besuchten Tagen ist es bisweilen schon grenzwertig, was das Parken und das Verhalten der Besucher angeht". Er habe daher Verständnis für die Anlieger der B39, die in Löwenstein und Hirrweiler neben Tempolimit und Flüsterasphalt weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen fordern.
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Stimme.de
Kommentare
Raphael Benner am 11.01.2023 07:09 Uhr
Endlich. Ich vermisse aber die Angabe über ein WC. Oder ist das Büsche-Pinkeln der Motorradfahrer weiterhin angesagt?
Michael Seher
Motorradfahrer