Untergruppenbach
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In Untergruppenbach mäht bald ein Roboter

Noch kümmert sich der Bauhof in Untergruppenbach regelmäßig um die Pflege der vier Sportplätze im Ort. Um die Mitarbeiter zu entlasten und flexibler einsetzen zu können, soll der Großteil der Rasenflächen künftig von Mährobotern gekürzt werden.

Andreas Zwingmann
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Lesezeit 3 Min
In Untergruppenbach mäht bald Kollege Roboter
Die Rasenflächen von drei Sportplätzen in der Gemeinde werden künftig nicht mehr regelmäßig durch den Bauhof, sondern von Robotern gemäht. Rund 60 000 Euro investiert die Verwaltung in die Anschaffung der Geräte.  Foto: Zwingmann, Andreas

Striegeln, Lockern, Sanden und vor allem Mähen - die Hege und Pflege von Sportplätzen bedeutet gerade in der derzeitigen Wachstumsperiode viel Arbeit. In Zukunft sollen zumindest das Mähen in Untergruppenbach nicht mehr die Mitarbeiter des Bauhofs erledigen, sondern ihr automatisierter Kollege "Echo TM 1050". Drei Mähroboter dieses Typs will die Gemeinde zu diesem Zweck anschaffen und dafür rund 60 000 Euro investieren. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Rund zwölf Stunden pro Woche wird gemäht

Sieben Monate im Jahr werden die vier Sportplätze wöchentlich gemäht. Dafür setzt der Bauhof in der Regel einen Kleinschlepper mit einem speziellen Mähwerk ein. Anschließend wird das Gras aufgenommen und mit dem Unimog abtransportiert. "Pro Woche und Sportplatz benötigt ein Mitarbeiter unseres Bauhofs für diese Aufgaben jeweils rund drei Stunden", rechnete Bürgermeister Andreas Vierling vor. Nach dem Abrechnungsschlüssel entstünden dabei Personalkosten in Höhe von gut 5600 Euro je Sportplatz. Dazu addierten sich noch die Kosten für die verwendeten Maschinen, sprich den Unimog und den Schlepper mit Mähwerk. "In den Haushaltsberatungen haben wir daher darüber gesprochen, inwiefern sich hier der Einsatz von Mährobotern löhnen würde", erläuterte Vierling.

Vereine und Bauhof unterstützen die Anschaffung

Die Anregung dazu sei aus der Nachbarschaft gekommen: "In den letzten Jahren haben einige Gemeinden etwa im Neckar-Odenwald-Kreis bei der Sportplatzpflege auf Mähroboter umgestellt und damit gute Erfahrungen gemacht", so der Bürgermeister. Sowohl die Sportvereine als auch der Bauhof in Untergruppenbach befürworteten die Anschaffung. Denn der daraus erwartete Nutzen liege auf der Hand: Zum einen sollen die Mitarbeiter des Bauhofs entlastet und so Kapazitäten für andere Arbeiten geschaffen werden. Zum anderen soll die automatisierte Pflege gewährleisten, dass die Sportplätze jederzeit in optimalem und bespielbarem Zustand sind, so Vierling. Gerade nach ergiebigen Regenfällen könnten die Spielfelder nicht mit dem Kleinschlepper befahren werden ohne dabei größere Schäden zu verursachen.

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Die Umstellung sei mit relativ wenig Aufwand verbunden, die Funktionsweise der Geräte entspreche der von Mäh- oder Saugrobotern im Haushalt: "An den Spielfeldrändern werden Begrenzungsdrähte in den Boden eingelassen, innerhalb derer sich die Geräte dann selbstständig bewegen", so Vierling.

Steuerung über App möglich

Die Mähzeiten könnten wie auch die Belegungspläne der Plätze sowohl vom Bauhof als auch von den Sportvereinen über eine App eingespeichert werden. Werden die Spielfelder außer der Reihe benutzt, erkennen die Roboter dies über entsprechende Sensoren und fahren zurück in ihre Ladestation.

Da die Geräte täglich im Einsatz sind, wird das Schnittgut gehäckselt und bleibt auf dem Platz liegen. Das bringe mit sich, dass der Bauhof die Flächen dann künftig zwei- statt einmal im Jahr abziehen müsse, so der Bürgermeister. Die Wartung der Roboter, insbesondere Reinigung und Austausch der Messer übernehmen die Vereine ebenso wie das Mähen der Spielfeldränder, wo dies nicht von den Robotern erledigt werden kann. Alles, was darüber hinausgeht, etwa das Vertikutieren oder Sanden, erledige auch künftig der Bauhof oder eine durch die Gemeinde beauftragte Spezialfirma.

Nur jeweils an einem Ort einsetzbar

In einem ersten Schritt sollen zunächst die beiden Sportplätze in Unterheinriet sowie das Stadion mit einem Mähroboter ausgestattet werden, der Trainingsplatz in Untergruppenbach wird vorerst noch zurückgestellt. Mit der Anschaffung und den damit verbundenen Zielen zeigten sich die Gemeinderäte übereinstimmend einverstanden. Im Freibad könnten die Geräte aber nicht eingesetzt werden, wie Vierling auf Nachfrage von Ellen Mangatter (SPD) einräumte.

Zum einen sei dies aufgrund der dortigen Baumbepflanzung nicht einfach und zum anderen könnten die Roboter aufgrund ihrer Größe nicht von einem Platz zu einem anderen transportiert werden. Michael Reißer von der CDU interessierten die Betriebskosten der Geräte, die laut Vierling zwischen 100 und 150 Euro im Jahr lägen. Hermann Steiner (UWG) betonte, dass es wichtig sei, die Bauhofmitarbeiter zu entlasten und der Einrichtung so auch Planungssicherheit zu geben.

Investition nach rund drei Jahren amortisiert

Im Haushaltsplan der Gemeinde sind für die Beschaffung der Mähroboter 40 000 Euro eingestellt. Der Gemeinderat hat sich für das wirtschaftlichste Angebot der Firma Unkauf aus Happenbach entschieden. Dieses kommt bei den Anschaffungskosten einschließlich der Installation der drei Geräte für die beiden Sportplätze in Unterheinriet und das Stadion gegenüber der Stettenfelshalle in Untergruppenbach auf Kosten von knapp 60 000 Euro. Das Gewählte Modell vom Typ "Echo TM 1050" ist mit GPS-Ortungssensoren ausgestattet. Wie Bürgermeister Andreas Vierling betonte, soll sich die Anschaffung pro Platz bereits nach einer Einsatzzeit von drei Jahren amortisiert haben. zwi

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