Wüstenrot
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Im Februar 2023 soll Spatenstich für den Neubau des Kindergartens Kreuzle sein

Die Gemeinde hat inzwischen die Baugenehmigung für das Projekt im Kreuzle. Die Kostenberechnung wird aktualisiert. Kreuzle 1 ist marode und war als Provisorium gedacht. Die Mängelliste von Kreuzle 2 ist lang.

Sabine Friedrich
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Lesezeit 3 Min
Im Februar 2023 soll Spatenstich für den Neubau des Kindergartens Kreuzle sein
Bürgermeister Timo Wolf, Kindergarten-Leiterin Carmen Fleischhacker und die stellvertretende Fachleiterin Laura Wedekind schauen sich die Planung an. Foto: Friedrich  Foto: Friedrich, Sabine

Wir freuen uns, dass er endlich kommt", sagt Carmen Fleischhacker. Sie und ihre Kolleginnen hätten schon fast nicht mehr an den Neubau geglaubt. In den vergangenen zehn Jahren habe es verschiedene Planungen gegeben, erinnert sich die Leiterin des Kindergartens Kreuzle 1 und 2. Nie wurde etwas daraus. "Zwischendurch war die Luft draußen", beschreibt Fleischhacker die Reaktion auf die immer wieder enttäuschten Hoffnungen. Deshalb werde es jetzt Zeit. Seit etwa fünf Wochen hat die Gemeinde Wüstenrot die Baugenehmigung für das geplante Projekt in der Tasche.

Weil noch ein paar Nachbesserungen im Bauantrag notwendig waren, habe dieser Prozess etwa ein Jahr in Anspruch genommen, berichtet Bürgermeister Timo Wolf. In dieser Zeit wurde nebenher die künftige Konzeption erarbeitet und mit dem KVJS abgestimmt. Der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg erteilt die Betriebserlaubnis.

 

Bleibt es bei 2,8 Millionen Euro?

2,8 Millionen Euro inklusive Außenbereich und Möblierung ergab die Kostenberechnung des Architekturbüros Kraft & Kraft aus Schwäbisch Hall vor eineinhalb Jahren. Seitdem sind die Preise auf dem Bau teilweise explodiert, weshalb vor der Ausschreibung der Arbeiten die Berechnung auf den neuesten Stand gebracht wird, berichtet Wolf. Im Herbst soll der Gemeinderat die ersten Vergaben tätigen.

Zuschüsse machen fast die Hälfte aus

1,329 Millionen Euro bekommt Wüstenrot an Förderung für den Neubau. "Das ist gewaltig", sagt Wolf und freut sich. "Dafür haben wir uns auch gewaltig reingehängt." 232.000 Euro kommen aus einem Investitionsprogramm des Bundes, 900.000 aus dem Ausgleichstock des Landes und 197.000 Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau für die Förderung eines Energieeffizienzbaus.

 

Während der Bauzeit geht es in die Bärenbande

Der erste Schritt auf der Baustelle wird der Abbruch des 1979 eingeweihten Gebäudes Kreuzle 1 sein, in dem aktuell 34 Kinder in einer Ganztagsgruppe und einer Kleingruppe mit verlängerten Öffnungszeiten betreut werden. Ab September kommt nur eine Ganztagsgruppe zustande, die vorübergehend in der Bärenbande in Wüstenrot aufgenommen wird. Dieser Standort wird gerade saniert und erweitert. "Wir wollten keine Übergangslösung mit Containern", sagt der Bürgermeister. Die dafür fälligen 300.000 Euro wolle man lieber in die Außenanlage stecken.

Multifunktional nutzbar

Aus zwei mach eins: Künftig wird es im Kreuzle ein großes Kindergartengebäude für vier Gruppen mit einer Nutzfläche von 1221 Quadratmetern geben. Dazu kommen 14 Park- und 20 Fahrradstellplätze. Den Spatenstich visiert Wolf für Februar 2023 an. Die Räume seien so konzipiert, dass sowohl eine Betriebserlaubnis für einen Kindergarten wie eine Krippe möglich sei. "Das war uns ein großes Anliegen", sagt Laura Wedekind, die Stellvertreterin in der fachlichen Leitung der Kindergärten ist und im September die Führung übernimmt. Elisabeth Knaus geht dann in Altersteilzeit. Die Nebenräume zu den Gruppenräumen können multifunktional genutzt werden, für den Mittagsschlaf, als Bewegungsraum oder für die Sprachförderung.

Der großzügige Flur lasse sich auch für kleine Veranstaltungen nutzten, erklärt Timo Wolf. Kinder-Caféteria, Küche, Sanitärbereich, ein Personal- und ein Besprechungsraum sowie die Büros für die Teamleitung und die fachliche Kindertagesstätten-Leitung beinhaltet das Raumkonzept.

Geheizt wird das Gebäude über Wärmepumpen, die mit dem Strom aus der Photovoltaikanlage gespeist werden. Statisch ist der Neubau so dimensioniert, dass eine Aufstockung möglich ist. Mittelfristig könnte die Grundschulbetreuung hier stattfinden, nennt Wolf die Überlegung.

Separater Essbereich, extra Schlafräume

Die Erzieherinnen und die Drei- bis Sechsjährigen dürfen sich nach dem Einzug in den Neubau auf Essbereich und Schlafräume freuen, wird doch bisher in den Gruppenräumen gegessen als auch geruht.

Der Standort Kreuzle wird ausgebaut. Aus 3,5 Gruppen werden vier mit maximal 85 Plätzen eingerichtet. In welcher Betriebsform, das hänge vom Bedarf ab, sagt Wedekind.

Die Vorgeschichte ist lang

1979 wurde das Gebäude Kreuzle 1 eingeweiht, 1996 kam Kreuzle 2 hinzu. Die Modulbauweise sollte nur ein Provisorium sein. Schon vor mehr als zehn Jahren wurde festgestellt, dass die Container marode sind und abgerissen werden sollten. Hinzu kam die räumliche Enge. Auch die Mängelliste von Kreuzle 1 war lang. Bereits im Dezember 2013 fasste der Gemeinderat die Grundsatzentscheidung, im Kreuzle neu zu bauen anstatt Um- und Anbau vorzunehmen. Dafür war der Kostenunterschied zu gering. Eigentlich sollte der Neubau bei der Grundschule Neuhütten entstehen im geplanten Neubaugebiet "Seewiesen". Das scheiterte jedoch an Grundstücksverhandlungen, so dass der in einem Studentenwettbewerb als Sieger gekürte Neubau in ökologischer Bauweise aus Lehm und Stroh Makulatur wurde. Es musste neu gedacht und geplant werden. Im Dezember 2020 war der Gemeinderat einstimmig dafür, am bisherigen Standort neu zu bauen. Das Gebäude sei mit seinen vier Gruppen so ausgelegt, dass mittelfristig der Bedarf an Kindergartenplätzen in der Gemeinde abgedeckt sei, sagt Bürgermeister Timo Wolf. Er kann sich dennoch vorstellen, noch einmal einen Anlauf für einen Waldkindergarten zu machen.

Plätze und Personal

Inklusive des evangelischen Kinderhauses in Neuhütten gibt es in der Gesamtgemeinde Wüstenrot 11,5 Kindergarten- und drei Krippengruppen. In Kreuzle 1 werden aktuell 34 Mädchen und Buben betreut, in Kreuzle 2 sind es 39. Der Personalschlüssel beträgt 3,93 und 4,94 Stellen.

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