Ilsfeld stärkt die Themen Kinder, Jugend und Bildung

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Gemeinde Ilsfeld koppelt Aufgaben vom Hauptamt ab und gründet neuen Fachbereich. Noch einige offene Personalstellen.

Im Schnakenest in Auenstein werden die Kinder nachmittags in Spielgruppen betreut, um den Ganztagsbetrieb zu gewährleisten.
Foto: Archiv/Kostner
Im Schnakenest in Auenstein werden die Kinder nachmittags in Spielgruppen betreut, um den Ganztagsbetrieb zu gewährleisten. Foto: Archiv/Kostner  Foto: Kostner

Die Gemeinde Ilsfeld hat innerhalb der Verwaltung einen neuen Fachbereich geschaffen: Die Themen Kinder, Jugend und Bildung wurden vom Hauptamt abgekoppelt und organisatorisch auf eigene Beine gestellt. "Wir reden beim Schulkomplex von knapp 1100 Schülern, mehr als 200 Plätzen in der Schulkindbetreuung, 450 Plätzen in den Kitas und 152 Kollegen", erklärte Bürgermeister Bernd Bordon. "Das zeigt deutlich die Notwendigkeit, diesem Bereich Anerkennung und Struktur zu geben." Auch monetär schlage sich die Betreuung des Nachwuchses im Haushalt am meisten nieder - mit 13 bis 14 Millionen Euro.

Die kommissarische Leitung des neuen Fachbereichs haben Nicole Friedrich und Diana Schlosser. Die beiden verschafften dem Gemeinderat jetzt einen Überblick über die aktuelle Situation. Die 152 Mitarbeiter verteilen sich auf 117 in den Kitas, 21 in der Schulkindbetreuung, neun in der Kinder- und Jugendarbeit, zwei in der Verwaltung und drei Schulsekretärinnen.

Zweite Leitungsebene fehlt

"Die eine oder andere Stelle ist frei, die komplette zweite Leitungsebene fehlt", erläuterte Nicole Friedrich. Jugendhausleiter Bernd Mauch verlasse die Gemeinde zum Jahresende und sei bereits jetzt nicht mehr im Dienst, nannte sie ein weiteres Beispiel. Auch in der Schulsozialarbeit ist ein Stellenanteil von 150 Prozent frei, im Bereich Kita- und Schulkindbetreuung 270 Prozent, bedingt durch Schwangerschaften, Verrentung, Reduzierung, Wechsel auf eine Leitungsstelle sowie zwei Kündigungen. "Gemessen an der Fülle der Stellen haben wir eine relativ geringe Fluktuation", betonte Bernd Bordon.

Auch an den Gebäuden gibt es immer etwas zu tun. Für die Steinbeis-Realschule muss ein Brandschutzkonzept ausgearbeitet werden. "Bei einer Begehung in den Herbstferien wurde festgestellt, dass die in der Baugenehmigung von 1973 erteilten Auflagen niemals realisiert wurden", machte Diana Schlosser deutlich.

Domizil in der Bahnhofstraße 2

Die Bahnhofstraße 2 soll das neue Domizil für den Fachbereich Kinder, Jugend und Bildung werden. Die Leitungsebene und weitere Mitarbeiter, die laut Bordon bisher "über die ganze Gemeinde verteilt sind", sollen dort unterkommen. Nach dem Auszug der Diakoniestation stehen Schönheitsreparaturen und Verkabelungsarbeiten an. Die Beleuchtung muss erneuert, Beschattung nachgerüstet werden. "Für die Ausstattung der Arbeitsplätze werden zum Großteil die vorhandenen Möbel genutzt", versicherte Diana Schlosser.

Im Jugendtreff Gnascht mussten die Öffnungszeiten aufgrund der Personalsituation stark eingeschränkt werden. Gab es bisher Angebote von Montag bis Freitag, sind dort aktuell nur mittwochs die Küchenmeister mit Tanja Scheuermann vom Kinder- und Jugendreferat zugange. Donnerstags ist offener Treff. "Das ist nur möglich, weil ein ehemaliger Bufdi uns unterstützt", erklärte Nicole Friedrich. Erste Bewerbungsunterlagen für die Jugendtreff-Leitung lägen aber vor, ist sie zuversichtlich.

Tolles Ferienprogramm

"Richtig gute Arbeit" bescheinigte Friedrich dem Kinder- und Jugendreferat beim Ferienprogramm 2023. 302 Teilnehmer im Durchschnittsalter von 9,4 Jahren hätten die 91 Angebote genutzt. Die Kosten betrugen 8126 Euro, die Einnahmen 6615 Euro. Dankbar ist Friedrich hier auch für die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen und Institutionen.

Gut laufen in den Augen der kommissarischen Fachbereichsleiterin auch die Spielgruppen. Diese wurden im Februar 2023 eingerichtet, um den Ganztagsbetrieb im Kinderhaus Schnakennest in Auenstein zu gewährleisten. Der Nachwuchs wird montags bis donnerstags ab dem Nachmittag statt von Fachkräften von Frauen betreut, die keine Erzieherinnen-Ausbildung haben.

Immer noch ist das Personal knapp: Die Gruppen sollten mit vier Fachkräften und 350 Prozent besetzt sein, um eine Öffnungszeit von 7 bis 17 Uhr umsetzen zu können. "aktuell haben wir in einer Gruppe 300 Prozent, in der anderen 290 Prozent", so Nicole Friedrich. Ab Januar 2024 werde die Spielgruppenzeit um 30 Minuten nach hinten geschoben.

Leseclub ist sehr gefragt

Der Leseclub in der Mediothek ist so gefragt, dass darüber nachgedacht wird, zum zweiten Schulhalbjahr 2023/2024 eine zweite Gruppe aufzumachen. Seit 2018 gibt es die Leseförderung für Zweitklässler der Grundschulen Ilsfeld und Auenstein. Aber auch bei Drittklässlern sei der Bedarf da, weiß Nicole Friedrich. "Unser Ziel: Das Thema Lesen positiv besetzen."

Geleitet wird der Leseclub von Tanja Scheuermann vom Kinder- und Jugendreferat, mit im Boot sind drei Ehrenamtliche. Die Stiftung Lesen unterstützt das Angebot mit 5000 Euro und einer jährlichen Nachausstattung.

Alle zwölf Plätze sind vergeben. "Aktuell stehen neun Kinder auf der Warteliste", so Scheuermann. "Für eine zweite Gruppe brauchen wir ein neues Team von Ehrenamtlichen und Räumlichkeiten", machte Mediotheksleiterin Miriam Kloiber deutlich. "Wir sind aber guten Mutes." 

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