Geplanter Glasfaserausbau in Weinsberg: Bauarbeiten werden überwacht
Nach negativen Erfahrungen in anderen Kommunen sorgt die Stadt Weinsberg vor: Ein externes Büro soll sicherstellen, dass beim Glasfaserausbau alles glattgeht.

Damit es in Weinsberg nicht läuft wie in manch anderer Kommune, baut der Gemeinderat auf Vorschlag der Verwaltung vor: Er hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass ein Fachbüro die Arbeiten des Giganetz-Glasfaserausbaus überwacht. Das kostet 105.000 Euro - und war im Gremium nicht ganz unumstritten.
Wie im Januar berichtet, ist die Stadt Neckarsulm unzufrieden über das, was stellenweise im Auftrag der Deutschen Giganetz passiert: So sei zum Beispiel Material verfüllt worden, das nicht hätte verfüllt werden dürfen. Bauleiter hätten weder Unterlagen noch Pläne vor Ort. Daher tat die Stadt, was ihr die Deutsche Giganetz für das große Infrastrukturprojekt selbst empfohlen hatte: Die Kommune zog einen externen Experten hinzu. Ein Tiefbauingenieur überwacht die Arbeiten. Kritik an der Ausführung gab es zum Beispiel auch in Untereisesheim oder in Untergruppenbach.
Etwa ein Jahr lang wird gebaut
Ähnliches soll nicht passieren, wenn im dritten Quartal diesen Jahres in der Weibertreustadt mit dem Glasfaserausbau begonnen wird. Laut Stadtbaumeister Nicolas Rautenberg wird mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr gerechnet. Die Verwaltung hat verschiedene Büros um ein Angebot für die Baubegleitung gebeten. Es ging nur eines ein. Für 105.000 Euro erhielt das Büro Walter Ingenieure den Zuschlag.
Martin Stäbler (FWV) hat "kein Verständnis" dafür, dass die Stadt die Arbeiten überprüft und dass "wir das aus unserer Tasche zahlen". Fraktionskollegin Birgit Vollert, die als stellvertretende Bürgermeisterin den verhinderten Rathauschef Stefan Thoma vertrat, meinte: "Ja, das ist schlecht nachvollziehbar." Schließlich handle es sich um ein privates Unternehmen. Andererseits müsse die Kommune für den Ausbau nichts zahlen. "Insofern ist die Überwachung ein relativ kleiner Teil." Und "ohne Kontrolle geht mehr schief als mit".
Geringe Personalkapazitäten
Auch Stadtbaumeister Rautenberg setzte die Ausgabe ins Verhältnis: Bei kleineren Projekten würden Kollegen der städtischen Abteilung Tiefbau die Ausführungen überwachen. "Das geht bei dieser Sache aber nicht." Das Projekt sei zu groß, die eigene Personalkapazität zu gering. Die 105.000 Euro seien sozusagen "Kosten für Personal, das wir im Tiefbau nicht haben".
Die Fachleute des Büros sollen nicht nur die Arbeiten überwachen, sondern auch die Verkehrssicherung sowie die Terminplanung. Die Qualitätssicherung der Vermessungsdaten gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben.
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