Weinsberg
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Gemeinsam pflanzen, gießen und ernten

Der Verein Subkulturelles Hilfswerk weiht vier Hochbeete für öffentliches Gärtnern im Stadtseebachpark ein. Künftig will er auch die subkulturelle Szene in Weinsberg fördern.

Von Margit Stöhr-Michalsky
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Lesezeit 2 Min
Gemeinsam pflanzen, gießen und ernten
Gemeinsames Gärtnern steht hinter der Idee des Vereins, in dem auch Sarah Ullmann (Zweite von rechts) aktiv ist. Foto: Margit Stöhr-Michalsky  Foto: Stöhr-Michalsky, Margit

Vier neue Hochbeete aus Holz machen im Stadtseebachtal auf sich aufmerksam. Aufgestellt und für eine Bepflanzung vorbereitet hat sie der Verein Subkulturelles Hilfswerk in Weinsberg. Gemeinsames Gärtnern steht hinter dieser Idee des 2020 gegründeten Vereins. "Die Stadt zeigte sich aufgeschlossen für dieses Projekt, die Stadtgärtnerei suchte mit uns den Standort aus und füllte die Hochbeete mit Erde. Die Rosenkulturen haben uns Pflanzen gespendet", berichtet Sarah Ullman vom Verein. Jetzt rief er zum ersten öffentlichen Pflanztag für alle auf.

Urban Gardening

Urban Gardening - Gärtnern in der Stadt - heißt die neue Form gemeinschaftlichen Gärtnerns. Brach- und Parkflächen sowie Grünstreifen oder auch Parkhausdächer verwandeln sich in Eigenregie in eine grüne, lebensfreundliche Umgebung mit Blumenbeeten und Gemüseanbau. Urbane Gärten sind offene Orte. Sie sollen zur nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen, Natur und erlebbar machen und einen Begegnungsort schaffen. Urban Gardening hat sich von Berlin aus entwickelt. So sind zum Beispiel in Karlsruhe, Heidelberg und Freiburg urbane Gärten entstanden.

Die Stadt Heilbronn stellte vor kurzem eine 100 Quadratmeter große Fläche für öffentliches Gärtnern zur Verfügung. In Weinsberg initiierte der Verein die Form gemeinschaftlichen Gärtnerns mit vier Hochbeeten im Park.

Idealer Ort

Jetzt war Einweihung. Jeder konnte etwas mitbringen und selbst tätig werden. Gartengeräte zum Harken, Rechen und eine Gießkanne stellt der Verein bei den Hochbeeten bereit. Der Stadtseebachpark ist dafür ideal. Familien treffen sich täglich auf dem in der Nachbarschaft gelegenen Spielplatz. Spaziergänger, Hundehalter und Jogger nutzen ebenfalls regelmäßig die Parkanlage. Der Bachlauf des Stadtseebaches plätschert hier entlang, und der ist für die Bewässerung der Pflanzen wichtig. "Da der städtische Kindergarten nur ein paar Schritte entfernt ist, bieten sich die Hochbeete ebenfalls für Besuche der Kinder oder für Naturprojekte an", ergänzt Sarah Ullmann. "Wir wohnen in der Nähe und gehen oft im Park spazieren", sagt Claudia Kottysch. Sie hat Lauch-, Gurken- und Kohlrabi-Setzlinge dabei, die sie zusammen mit der neunjährigen Merle in ein Hochbeet pflanzt. "Ich finde die Idee sehr gut und hoffe, dass sie angenommen wird", meint Claudia Kottysch. Auch Daniela Moser wohnt mit ihrer Familie um die Ecke. "Wir haben davon gelesen und finden das Gemeinschafts-Projekt super." Ihre beiden sechsjährigen Kinder stecken eifrig Radieschen- und Karottensamen in die Erde des Kinder-Hochbeetes. Danach werden die Reihen sorgsam angegossen. Die Junggärtner wollen beobachten, wie demnächst die Samen sprießen.

Ausstellungs- und Veranstaltungsraum

Neben umweltbezogenen Projekten fördert der Verein Künstler aus der regionalen subkulturellen Szene. Dafür braucht es einen Veranstaltungs- und Ausstellungsraum in der Innenstadt, um den Künstlern eine Plattform und kulturelle Begegnungsstätte bieten zu können. In seiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat eine Unterstützung für dieses geplante Vorhaben beschlossen.

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