Untergruppenbach
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Große Vorfreude über Burgfestspiele Stettenfels in Untergruppenbach

In gut zwei Monaten beginnt die aktuelle Spielzeit der Burgfestspiele Stettenfels in Untergruppenbach. Beim Ensemble ist die Vorfreude groß - auch weil nach den Einschränkungen der vergangenen Jahre wieder das volle Kartenkontingent verkauft werden kann.

Andreas Zwingmann
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Lesezeit 2 Min
Freude über ein Stück wiedergewonnene Freiheit
Pünktlich zur ersten Außenprobe für "Honig im Kopf" kamen auch die Flyer für die Spielzeit 2022 aus der Druckerei, die das Ensemble stolz präsentiert. Foto: Zwingmann  Foto: Zwingmann, Andreas

Als Genoveva Haag ihren "Bühnenvater" Markus Hohmann in den Arm nimmt, applaudieren die Kollegen voller Begeisterung. "Das hat uns so gefehlt", sagt Ursula Simon, Intendantin der Burgfestspiele Stettenfels. Das Spiel durch kleine Gesten wie diese zu ergänzen, darauf hatte das Ensemble im vergangenen Jahr noch verzichten müssen. Corona ließ nicht nur im Publikum, sondern auch auf der Bühne im Burggraben keine Nähe zu. Umso größer die Freude bei der ersten Außenprobe für das Stück "Honig im Kopf", das in dieser Saison nochmals zu sehen sein wird.

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Berührungen auf der Bühne wieder möglich

Diese wiedergewonnene Freiheit nutzen die Schauspieler dann auch dankend aus und rücken näher zusammen. Trost, Freude, Euphorie, Trauer - all diese Gefühlslagen können sie wieder szenisch auch über Berührungen darstellen - und müssen nicht mehr penibel darauf achten, dass sie Sicherheitsabstände einhalten.

Anknüpfen an die Zeit vor Corona

Freude weckt aber auch die Aussicht, in diesem Jahr sowohl das Kinderstück "Heidi" als auch die erneute Aufnahme der Filmadaption "Honig im Kopf" vor potenziell vollem Haus spielen zu können. "420 Zuschauer pro Vorstellung sind jetzt wieder möglich", sagt Simon. 2021 konnte aufgrund der geltenden Hygienevorschriften nur jeweils ein Viertel davon eingelassen werden. Das machte sich nach der Absage der Spielzeit 2020 auch in der Kasse bemerkbar. Doch die Intendantin ist optimistisch: "Auch wenn Corona nicht aus der Welt ist, gehen wir derzeit davon aus, dass wir dort anknüpfen können, wo wir aufgehört haben", sagt Ursula Simon.

Zuversichtlich stimme sie auch, dass das Publikum "noch nicht satt" sei und weiter großes Interesse am Erwachsenenstück zeige. Der Vorverkauf lasse sich gut an, berichtet die Intendantin. Die ersten Requisiten sind geliefert, und auch die Bewerbung kann starten. Flyer und Plakate sind gedruckt. Jeweils 14-mal werden "Heidi" und "Honig im Kopf" in dieser Saison zu sehen sein, Premiere für das Kinderstück ist am 2. Juli, das Erwachsenenstück wird am 8. Juli erstmals aufgeführt.

Turbulenzen im Burggraben

Rückblickend zeigt sich das Ensemble mit der Spielzeit 2021 trotz der erschwerten Umstände zufrieden. "Turbulent ging es ja nicht nur bei den Zuschauerzahlen zu, sondern auch beim Wetter", sagt Günther Hörl, der in "Honig im Kopf" unter anderem die Rolle des Arztes spielt. "Wir mussten einmal abbrechen, weil der Wind die Requisiten durch den Graben fliegen ließ", erinnert er sich. "Aber am nächsten Morgen um acht waren alle wieder da, um die Schäden zu beheben."

Dieses Engagement habe die Festspiele auch über die schwere Coronazeit gebracht und dazu beigetragen, die Kulturlandschaft in der Region am Leben zu erhalten, lobt Ursula Simon ihr Team.

Während für die Wiederaufnahme erst einmal geschaut wird, wie gut die Texte noch sitzen, haben die Detailproben für "Heidi" bereits begonnen. "Hier sind wir schon durchgestellt", berichtet die Intendantin. Bis zur Premiere seien es zwar noch gut zwei Monate, aber man habe sich für die Inszenierung des Kinderbuchklassikers viel vorgenommen, wie Simon verrät: "Unter anderem wollen wir ja die Alpen nach Untergruppenbach holen".

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