Endlich wird der Pumptrack in Eberstadt konkret
In Eberstadt soll ein neues Freizeitangebot für Mountainbiker, Skateboardfahrer, Inlineskater und Co. entstehen. Demnächst starten die Planungen. Die künftigen Nutzer sollen dabei mit ins Boot geholt werden.

Lange schon ist er im Gespräch, nun endlich nimmt der Pumptrack in Eberstadt Gestalt an - fürs erste zwar nur planerisch, aber immerhin. Der Gemeinderat erteilte einer Fachfirma für 15.000 Euro den Auftrag, sich der Sache anzunehmen. In einem Workshop sollen auch die künftigen Nutzer - also vor allem Kinder und Jugendliche - in die Konzeption der neuen Freizeitanlage einbezogen werden.
Ein lange gehegter Wunsch soll erfüllt werden
Schon vor ein paar Jahren kam aus der Mitte des Gemeinderates der Antrag, die Rathausverwaltung möge sich Gedanken über einen Pumptrack oder Bikepark machen. Im vergangenen Herbst wurde schließlich - noch unter dem damaligen Bürgermeister Stephan Franczak - ein geeignetes Grundstück gefunden und gekauft: eine knapp 1500 Quadratmeter große Fläche hinter den Tennisplätzen und der Eberfirsthalle, direkt vor dem Pumpenhäuschen. In Sachen Planung tat sich aber nichts.
Das soll nun anders werden. Eine europaweit tätige Fachfirma für derartige Anlagen ist die Firma Schneestern aus Durach in Bayern. In nichtöffentlicher Sitzung im März hatte Schneestern-Projektentwickler Gregor Podlesny den Eberstädter Gemeinderat offensichtlich ausgiebig über Pumptracks informiert und über das, was in Eberstadt in Sachen zukünftiger Sport- und Freizeitmöglichkeit für Inlineskater, Skateboarder, Scooterfahrer oder Mountainbiker denkbar ist. In der jüngsten öffentlichen Sitzung fasst er sich daher eher kurz.
Ein Angebot für alle Altersgruppen
Bürgermeister Patrick Dillig ist es wichtig, dass der Pumptrack von Kindern und Jugendlichen verschiedener Altersgruppen genutzt werden kann. Durch die Lage in der Nähe der bestehenden Sportanlagen und der Grundschule ist es für den Rathauschef denkbar, dass der Pumptrack auch Teil der Grundschul-Ganztagsbetreuung werden könnte, auf die Eltern in absehbarer Zeit einen Rechtsanspruch haben.
Rathauschef und Bürgervertreter wünschen sich, dass die künftigen Nutzer in die Planungen einbezogen werden, zum Beispiel in Form eines Beteiligungsworkshops. Bei Projektentwickler Podlesny rennen sie mit diesem Ansinnen offene Türen ein.

Wie hoch sind die Kosten?
"Mit welchen Kosten müssen wir rechnen?", will Linda Hirschmugl-Weik (Grüne) wissen. Gregor Podlesny steckt an schlüsselfertigen Baukosten einen Rahmen von rund 150.000 Euro ab. "Das ist eine mittelgroße Anlage." Die Grundfläche für die Pumptrack gibt er mit rund 1000 Quadratmetern an. "Davon sind zwischen 350 und 400 Quadratmeter reine Asphaltfläche." Laut Bürgermeister Dillig soll so wenig Fläche wie möglich asphaltiert werden. Ob für das Vorhaben womöglich ein Zuschusstopf angezapft werden kann, das wird laut Dillig gerade geprüft.
Detlef Groth (CDU und Freie), sorgt sich, ob der Pumptrack wegen der Lage des Grundstücks nahe des Schmalbachs Gefahr läuft, überflutet zu werden? Die Verwaltung habe bereits mit Vertretern des Landratsamtes Heilbronn gesprochen, so Dillig: "Die könnten mitgehen."
Verschiedene Stationen und Schwierigkeitsgrade
Das künftige Freizeitangebot soll mit verschiedenen Stationen und Schwierigkeitsstufen ausgestattet sein, so Bürgermeister Dillig auf Nachfrage unserer Zeitung. Auch muss für Aufenthaltsqualität gesorgt werden, etwa mit Sitzgelegenheiten. Schließlich soll der Pumptrack laut Rathauschef zu einem Begegnungstreff werden, wohin auch mal Oma und Opa ihre Enkel begleiten.
Weitere Infos
Ein Pumptrack ist laut Wikipedia eine spezielle, künstlich angelegte Mountainbikestrecke. Ziel ist es, unter Ausnutzung des stark welligen Längsprofils durch koordinierte, pumpende Auf- und Abwärtsbewegungen (englisch "pumping") des Körpers Geschwindigkeit aufzubauen. Ein Pumptrack kann mit einer angeschlossener Jumpline und einem Laufradtrack angelegt werden. Es sind, so heißt es in der Präsentation der Firma Schneestern, wartungsarme, langlebige und formenkreative Einbauten, die durch ihre Bauweise vielen Nutzern, etwa Skateboardern, Scooterfahrern, Inlineskatern, BMX-Fahrern und Mountainbikern, Spaß auf der Anlage erlauben. Die Anlage könne sowohl sportfunktional, aber auch aus Gründen des Gefahrenpotenzials in Bereiche unterteilt werden.


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