Das Seebächle in Obersulm-Willsbach soll renaturiert werden
Das zugewucherte Seebächle am Sportplatz in Obersulm-Willsbach tritt bei Starkregen oft über die Ufer. Jetzt soll es mit Fördermitteln der Stiftung Naturschutzfonds renaturiert werden. Dazu wurden dem Gemeinderat zwei Varianten präsentiert.

Für den nicht kompensierbaren Eingriff in die Natur durch den Bau des Bürgerwindparks Bretzfeld/Obersulm hat die Stiftung Naturschutzfonds vom Windparkbetreiber Bürgerwindpark Hohenlohe eine Ersatzzahlung von 130 400 Euro erhalten. "Als Standortgemeinde kann Obersulm naturschutzfachlich und naturschutzrechtlich geeignete Maßnahmen zur Verwendung der Ersatzzahlung bei der Stiftung Naturschutzfonds einreichen", erläuterte Alexander Bartelmann vom Liegenschaftsamt im Gemeinderat.
Für Maßnahmen sei eine Förderquote bis zu 90 Prozent möglich. Bis 30. Juni muss die Gemeinde einen Förderantrag beim Regierungspräsidium Stuttgart (RP) einreichen. "Auf Verlangen des RP musste ein Landschaftsarchitekt mit ökologischem Schwerpunkt in die Vorplanung einbezogen werden", erklärte Bartelmann.
Bei Starkregen tritt es oft über die Ufer
Die Verwaltung habe zusammen mit Landschaftsarchitekt Roland Steinbach aus Öhringen eine Renaturierung des Seebächles, das bei Starkregen oft über die Ufer trete, und ein Biotop in der Sulmaue für einen Förderantrag ins Auge gefasst. Die mögliche Förderung reiche jedoch nur für ein Projekt.
Roland Steinbach präsentierte dem Gemeinderat zwei Varianten für die Renaturierung des Seebächles. "Das Seebächle soll mäandern, das geht aufgrund seiner Lage an privaten Grundstücken im Westen nur in Richtung Sportplatz und alte Turnhalle", erläuterte Steinbach seine beiden Planentwürfe. In einer Variante schlängelt sich der Bach, der bisher in gerader Linie verläuft, aus Richtung Bahndamm auf einem mehrere Meter breiten Geländestreifen bis zu seiner Verdohlung am Verkehrskreisel. Die zweite Variante sieht den Einbau von zwei Inseln in den Bachlauf vor.
Die Kosten für die Bachrenaturierung schätzt der Architekt auf rund 150 000 Euro. Zusätzlich rund 80 000 Euro würden anfallen, um mit einem Weg und Aufenthaltsbereichen den Bach zugänglich zu machen. Die Kosten für eine Aufwertung des Biotops in der Sulmaue beziffert der Architekt auf rund 18 000 Euro.
Pläne sind mit Investor abgestimmt
"Es ist mir nicht bewusst, dass das Seebächle nicht naturnah ist, wir müssen darauf achten, dass wir uns für die Überplanung des Geländes nichts verbauen", kritisierte Ulrich Hohl (FWV) den Vorschlag. "Wir finden den Vorschlag gut", stimmte Monika Steg (SPD) für die Renaturierung des Bachs. "Die Vorplanung für den Förderantrag wird mit dem Investor, der das Gelände erschließen will, abgestimmt", betonte Bauamtsleiterin Fennja Kromer.
"Die Renaturierung erschließt sich mir nicht", meinte Alexander Heinrich (FWV). "Für die künftige Bebauung ist eine grüne Schutzzone wichtig", erklärte Kromer die Schutzfunktion der Maßnahme gegen Überschwemmungen. Als "sinnvolle Lösung" bezeichnete Lisa Kaczmarek (Grüne) die Planung.
Einstimmig beschloss das Ratsgremium, die Renaturierung des Seebächles als Förderprojekt bei der Stiftung Naturschutzfonds einzureichen und tiefergehende Planungsleistungen mit dem Ziel einzuleiten, das Projekt 2023 umzusetzen.
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