Raum Weinsberg
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Bauland wird knapp im Weinsberger Tal

Die Fortschreibung des gemeinsamen Flächennutzungsplans bringt den Kommunen des Gemeindeverwaltungsverbands Raum Weinsberg Planungssicherheit. Doch alle stehen vor dem gleichen Dilemma: Bauland wird knapp, es können nur noch wenige Hektar ausgewiesen werden.

Von Gustav Döttling
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Bauland wird knapp im Weinsberger Tal
Lehrensteinsfelds Bürgermeister Benjamin Krummhauer möchte im Flächennutzungsplan die Häuslesgartenäcker als neue Wohnbaufläche ausweisen. Foto: Döttling  Foto: Döttling, Gustav

In der vom Eberstädter Vermessungsbüro Braun und Nagel erarbeiteten vierten Fortschreibung des Flächennutzungsplans des Gemeindeverwaltungsverbands Raum Weinsberg (GVV) werden insgesamt 19 Wohn-, Gewerbe-, Misch-, Gemeinbedarfs- und Sonderbauflächen neu beziehungsweise verändert dargestellt. Teilweise weist der Plan an den neuen Bauflächen zusätzlich Grünflächen neu aus. Die Verbandsversammlung des GVV hat in ihrer Sitzung die eingegangenen Stellungnahmen aus der frühzeitigen Bürger- und Behördenbeteiligung abgewogen und den Planentwurf einstimmig gebilligt.

Planer betont: Wunschdenken war einmal, Flächen realistisch planen wird wichtiger

Der Plan wird nun erneut mit Beteiligung der betroffenen Behörden offengelegt. "Wir haben uns in der 4. Fortschreibung des Bebauungsplans nach den eingegangenen Stellungnahmen und Anregungen auf die Ausweisung der realistisch zu verwirklichenden Bauflächen in allen Gemeinden konzentriert", erklärte Vermessungsingenieur Andreas Braun. Daher habe sein Büro im neuen Planentwurf Flächen, die in der 3. Fortschreibung ausgewiesen, aber aufgrund diverser Schwierigkeiten bei Umweltauflagen und Grundstücksverhandlungen nicht wirklich realisierbar waren, zugunsten neuer Wohnbauflächen gestrichen.

Lehrensteinsfeld muss neu geplante Wohnbauflächen reduzieren

In Lehrensteinsfeld habe man die im ersten Entwurf von der Gemeinde angestrebten neuen 3,8 Hektar Wohnbaufläche auf 2,9 Hektar reduzieren müssen. Die Gemeinde sei als Eigenentwicklungs-Gemeinde eingestuft und liege nicht an der Entwicklungsachse entlang der S-Bahnlinie. "Wir begründen die Ausweisung mit der rasanten Einwohnerentwicklung dank der verkehrsgünstigen Lage, in Richtung Abstatt, wo die Firma Bosch angesiedelt ist", erläutert Andreas Braun.

"Lauchäcker V und die Häuslesgartenäcker sollen unsere Ortsränder abrunden", berichtet Lehrensteinsfelds Bürgermeister Benjamin Krummhauer im Gespräch. Ein Kreisel am südlichen Ortseingang Richtung Heinriet sei zudem eine charmante Lösung, um den ortseinwärts fahrenden Verkehr abzubremsen. Der Gemeinderat werde nach Inkrafttreten des Flächennutzungsplans eine Zeitschiene für die Entwicklung der Baugebiete festlegen.

Ellhofen profitiert von seiner Lage und darf etwas mehr Fläche ausweisen

"Da wir an der Entwicklungsachse Heilbronn-Schwäbisch Hall liegen, dürfen wir etwas mehr Fläche ausweisen als beispielsweise Eberstadt. Der neue Flächennutzungsplan sichert uns ab, dass wir neue Flächen entwickeln können, weil sich ein angedachtes Gebiet aufgrund der Eigentumssituation nicht verwirklichen lässt", äußert sich Ellhofens Bürgermeister Wolfgang Rapp zufrieden mit dem neuen Plan.

In Weinsberg kommen Sonderflächen für Psychiatrie, Wein- und Obstbau dazu

Für Weinsberg sind drei neue Sonderbauflächen für das Zentrum für Psychiatrie, das Weingut Leiß und den Obstbaubetrieb mit Hofladen und Hofcafe vorgesehen. "Wir haben nun für die nächsten 15 Jahre Planungssicherheit", betont Weinsbergs Bürgermeister Stefan Thoma.

Die großen Flächen seien alle weg, nun gelte es darauf zu achten, was an welcher Stelle den Gremien vermittelbar und von diesen gewünscht sei. Die Stadt müsse behutsam mit den wenigen noch verfügbaren Ressourcen umgehen.

Eberstadt will ein neues Gewerbegebiet

In Eberstadt wird eine neue gewerbliche Baufläche "Schießmauer" mit einer Planfläche von 2,2 Hektar aufgenommen. "Wir haben nun die Hoffnung, dass wir nach Rechtskraft des Flächennutzungsplans ein kleines Gewerbegebiet ausweisen können und sind in der Diskussion, wo wir es ansiedeln können", berichtet Bürgermeister Stephan Franczak zufrieden. "Wir hoffen, dass wir den Plan im Herbst 2022 rechtskräftig machen können", erläutert der Weinsberger Baurechtsamtsleiter Thomas Goth auf Stimme-Nachfrage.

So sieht die Flächenbilanz in der Summe aus

Von den in der 3. Fortschreibung dargestellten Wohnbauflächen werden in Weinsberg 3,9 Hektar, in Eberstadt 2,6 Hektar und in Ellhofen 4,1 Hektar gestrichen. An neuen Flächen zur Wohnbauentwicklung sind in Weinsberg 3,9 Hektar, in Eberstadt 0,3 Hektar, in Ellhofen 5,1 Hektar und in Lehrensteinsfeld 3,1 Hektar in die 4. Fortschreibung aufgenommen. Insgesamt werden in der 4. Fortschreibung zu bestehenden Wohnbauflächen zusätzlich 1,8 Hektar neue Entwicklungsflächen für Wohnbau ausgewiesen.

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