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Auf der Suche nach dem Herbstfest der Zukunft

Auch in diesem Jahr fällt der Weibertreuherbst in Weinsberg pandemiebedingt aus. Die Stadtverwaltung denkt darüber nach, die Traditionsveranstaltung auf neue Füße zu stellen.

Anja Krezer
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Lesezeit 2 Min
Auf der Suche nach dem Herbstfest der Zukunft
Ausgelassene Stimmung beim Weibertreuherbst: Ein Foto aus einer Zeit, also noch niemand ahnte, dass ein Virus die Traditionsveranstaltung verhindert. Foto: Archiv  Foto: Alternativer Fotograf

Die Schwierigkeit steckt schon im Wort: Weibertreu-HERBST. Herbst - das ist eben nicht mehr nur buntes Laub und Weinlese. Herbst - das ist inzwischen auch die Sorge um Inzidenzen, die in die Höhe schnellen, und um Vorschriften, die strenger werden. Ob es auch 2022 wieder so kommt? Womöglich. Jedenfalls mag die Weinsberger Stadtverwaltung mit dieser Unsicherheit im Hinterkopf keinen Weibertreuherbst planen und auch nicht die jetzt anstehenden Verträge fürs Festzelt und fürs Rahmenprogramm unterschreiben. Sie sagt stattdessen die Traditionsveranstaltung ab - und denkt darüber nach, dass dem Herbstfest grundsätzlich ein Lifting guttäte. Denn die kommunale Kulturarbeit soll im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes ohnehin neu ausgerichtet werden.

Gefahr von Mutationen

Schulter an Schulter im Festzelt schunkeln und gemeinsam Stimmungslieder singen - so hätte es 2022 nach zwei abgesagten Weibertreuherbsten wieder laufen können. Wäre da nicht immer noch dieses Virus. Dürfe man der Einschätzung von Fachleuten glauben, sei "möglicherweise wieder eine erneute Welle von Infektionen" zu befürchten, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Hinzu komme die Gefahr von neuen Mutationen, "vor denen Gesundheitsminister Lauterbach ausdrücklich warnt". Die Form des Herbstfestes - weite Teile spielen sich im Zelt ab - "lässt die Warnglocken bei den Verantwortlichen im Rathaus läuten".

Die Verwaltung habe sich mit den Stadträten abgestimmt und angesichts der Unwägbarkeiten entschieden: auch im dritten Jahr in Folge kein Fest. Zu groß die Gefahr, sich beim kollektiven Kuschelkurs im Zelt anzustecken.

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Auch in diesem Jahr kein Weibertreuherbst

Zu Füßen der Weibertreu wird auch in diesem Herbst nicht gefeiert. Die Stadt Weinsberg hat die beliebte Traditionsveranstaltung abgesagt.

Der Planungsvorlauf ist lang

Alternativ noch ein paar Wochen zuwarten, wie die Lage sich entwickelt und bei Bedarf kurzfristig absagen: Das funktioniert nicht, sagt Bürgermeister Stefan Thoma. Das Herbstfest will lange im Voraus geplant sein; jetzt müssten die Verträge für das Zelt und das musikalische Rahmenprogramm abgeschlossen werden. Da derzeit aber niemand sagen kann, wie die Situation Ende September ist, werden keine Unterschriften unter irgendwelche Verträge gesetzt.

"Wir werden die Gelegenheit nutzen und das Fest auf neue Füße stellen", sagt Bürgermeister Stefan Thoma im Gespräch mit unserer Zeitung. Das wäre nicht das erste Mal in der Geschichte des Herbstfestes. Außerdem ist ohnehin in der Überlegung, den städtischen Kulturbetrieb neu zu konzipieren. Hintergrund ist das Ergebnis zur Umfrage, wie und wohin sich die Stadt entwickeln soll. Die Bürger, die bei der Befragung mitgemacht hatten, waren mit vielen Dingen in der Weibertreustadt sehr zufrieden (wir berichteten). Beim Thema Kultur zeigen die Umfrage-Ergebnisse jedoch Veränderungsbedarf an. Der Tenor sei: "Man macht hochkarätige Veranstaltungen. Aber nicht von allen fühlen sich die Weinsberger angesprochen", erläutert Thoma.

Ein wichtiger Baustein

Die Befragung zur "Stadtentwicklung Weinsberg 2035" war bereits 2020. Dass bisher noch nichts umgesetzt ist, liegt - wen wundert"s - an Corona. Ein wichtiger Baustein des Konzeptes ist, dass sich die Bürger bei der Zukunftsgestaltung einbringen und mitreden. Nun endlich soll das Ganze Fahrt aufnehmen. Der Gemeinderat hat sich bereits in einer Klausurtagung mit der Thematik beschäftigt. Die Ergebnisse werden Ende Juni in öffentlicher Ratssitzung präsentiert. Dann wird auch der Fahrplan festgelegt, wann und wie sich die Bürger beteiligen können.

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Unter freiem Himmel

Viele Veranstaltungen unter freiem Himmel finden derzeit wieder statt oder sollen wie geplant über die Bühne gehen - auch in Weinsberg: so im Juli das fast schon zur Tradition gewordene Dîner en blanc. Oder die Weinsberger Weinwanderung, die im vergangenen Jahr Premiere hatte und sehr gut angenommen wurde. Der Weinsberger Weinsommer des Tourismusvereins Weinsberger Tal mit Weingütern und der Genossenschaftskellerei wurde ebenfalls 2021 aus der Taufe gehoben. Auch er erfreute sich großer Beliebtheit, so dass es in diesem Sommer eine Neuauflage gibt.

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