Wolfgang Beger hält im Reiterverein Bad Friedrichshall seit fast 50 Jahren die Zügel in der Hand
Wolfgang Beger ist eine feste Konstante im Reiterverein. 2024 wird er 50 Jahre in der Vorstandschaft feiern, dann will er aufhören. Doch noch ist der Vorstand im Planungsfieber, wenn vom 15. bis 17. Juli das Jubiläumsturnier im Fokus steht.

Wolfgang Beger ist eine feste Konstante im Reiterverein. 2024 wird er 50 Jahre in der Vorstandschaft feiern. "Dann ist es an der Zeit, einen sanften Übergang hinzubekommen", denkt der 76-Jährige voraus. Doch noch ist der Vorstand im Planungsfieber, wenn vom 15. bis 17. Juli das Jubiläumsturnier im Fokus steht.
Nennungsschluss für das 50. Dressurturnier am Mühlwörth ist der 27. Juni. Aus Erfahrung weiß er, was auf den Verein zukommt: "Wir erwarten um die 400 Pferde." Insgesamt sind 13 Prüfungskategorien von den Führzügelklassen bis zur S-Dressur eingetaktet. "Nach zwei Jahren Corona-Abstinenz glühen auch unsere Mitglieder darauf", versichert er. Zugleich stelle das Turnier mit Bewirtungsbetrieb, das die Wertungsprüfungen zu den Meisterschaften des Pferdesportkreises Franken mit 24 Vereinen einbezieht, eine wichtige Einnahmequelle dar.
Wolfgang Beger kann auf eine lange Vereins- und Turniergeschichte zurückblicken
In fast einem halben Jahrhundert Ehrenamt hat er maßgeblich die Weichen gestellt. 1978 erhielt die Reithalle unter ihm und seinem damaligen Stellvertreter Gerhard Kaminski ein Dach. In den 80er Jahren wurde das Reiterstüble fertiggestellt, das Gastlichkeit und Geselligkeit nicht nur für Reiter bietet.
Seit 2019 ist es in Regie von Miriam Bachmayer. Bis 2016 gab es beim Turnier neben den Dressur- auch Springwettbewerbe auf der Mühlwörth-Insel. "Davon sind wir abgekommen, weil es sehr aufwendig war, die ganze Infrastruktur mit Wasser und Strom auf die Gelände hinüber zu legen und auch die Frequenz merklich nachgelassen hat."
Es gab auch nachdenkliche Momente - einmal kam ein Reiter zu Tode
Es gab auch nachdenkliche Momente, etwa die Baden-Württembergischen Meisterschaften in der Mannschaftsvielseitigkeit von 1979 bis 1981. Ein Todesfall unter den Reitern und ein Pferd, das eingeschläfert werden musste, haben den damals jungen Vorstand geprägt, was das Sicherheitskonzept angeht: "In den ganzen Turnieren danach ist nie mehr etwas Erwähnenswertes passiert." Dass das von Sabrina Auerbach und Astrid Beger geleitete therapeutische Reiten im Zusammenspiel zwischen dem Reiterverein sowie der Astrid-Lindgren-Schule für körperlich und geistig behinderte Kinder und Jugendliche seinen 30. Geburtstag feiert, macht ihn stolz: "Wir sind damit die älteste Kooperation zwischen Schule und Verein in Baden-Württemberg", sagt er zu der Einrichtung. Im Herbst soll es eine kleine Jubiläumsausstellung an der Astrid-Lindgren-Schule geben, bevor zum Weihnachtsreiten der große Auftritt ansteht.
Neben der von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zertifizierten Pferdehaltung im Pensionsbetrieb mit 20 Boxen liegt ihm der Nachwuchs besonders am Herzen. 262 der insgesamt 443 Mitglieder sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Sechs Schulpferde stehen zur Verfügung. "Ein Verein ohne Jugendarbeit ist ein sterbender Verein", ist er überzeugt. Den anstehenden Übergang möchte er weich gestalten und beratend begleiten, nachdem die komplette Vorstandschaft nun erst einmal für ein weiteres Jahr gewählt worden ist. "Bis 2023, dann sieht man weiter."
Langweilig wird Beger auch nach 2024 nicht werden
Er ist Fördervereinsvorsitzender der Astrid-Lindgren-Schule. Für die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Lautenbach am Bodensee hat er im Freundeskreis den zweiten Vorsitz und im Aufsichtsrat den stellvertretenden Vorsitz übernommen. Gern würde er noch öfter in Mudau golfen. Pferde werden indessen nie ganz in den Hintergrund treten. "Opa, gehen wir in den Stall?", fragt immer Enkelin Theresa, wenn sie zu Besuch ist.
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