Warum die Bahnhofstraße in Bad Friedrichshall acht Wochen später fertig wird
Die Bad Friedrichshaller Stadtverwaltung und Anwohner ärgern sich über den Ablauf der Baustelle in der Bahnhofstraße. Die Baufirma hat inzwischen nachgebessert.

Lärm, Baustaub und eine eingeschränkte Zufahrt mit dem Auto haben die Anwohner der Bahnhofstraße in Bad Friedrichshall erwartet, als die Sanierung vor ihren Haustüren begann. Dass es so lang dauern und zeitweise sogar der Zugang zu ihren Häusern erschwert sein würde, war jedoch nicht klar und ärgert jetzt viele. Der Tiefbauservice der Stadt bekommt regelmäßig Beschwerden über die Baustelle, berichtet Fachbereichsleiter Ulrich Feldmeyer.
Als Auftraggeber sei die Stadt auch nicht zufrieden, wie die Sanierung bisher gelaufen ist. Eigentlich sollten die Arbeiten spätestens Anfang August beendet sein, begonnen hatten sie im Herbst 2021, sagt Ulrich Feldmeyer. Es dauere aber mindestens noch bis Mitte Oktober. Investiert werden 1,3 Millionen Euro. Der Grund für die Verzögerungen sei unter anderem, dass die Baufirma zeitweise zu wenig Personal gehabt habe. Auch sei sie aus Feldmeyers Sicht unkoordiniert vorgegangen. "Es wurde überall aufgerissen", beschreibt er. Dabei wäre es besser gewesen, immer einen Teil nach dem anderen fertig zu machen.
Stadt hat mit dem Entzug der Maßnahme gedroht
Unter anderem sei auch die Absicherung am Gehweg mangelhaft gewesen, Anwohner hätten es schwer gehabt, über die Baustelle zu laufen oder in ihre Häuser zu kommen. "Wir haben sogar mit dem Entzug der Maßnahme gedroht", erläutert Ulrich Feldmeyer. Seither habe sich einiges verbessert. Der Zeitverzug sei aber nicht mehr aufzuholen.
Die Baufirma ist inzwischen im zweiten Bauabschnitt zwischen Steiger und Heilbronner Straße zugange. Der erste Abschnitt ist fertig bis auf den Endbelag, sagt der Tiefbauservice-Chef. An der Ecke zur Heilbronner Straße müsse als nächstes ein Schacht eingesetzt sowie eine Verbindungleitung gebaut werden. Dafür werde die Heilbronner Straße für rund zwei Wochen halbseitig gesperrt.
Die Sanierung der Bahnhofstraße ist notwendig, weil der Belag in schlechtem Zustand war und die Wasserleitungen in der Erde marode waren. "Es gab viele Rohrbrüche", erläutert Feldmeyer. Der Kanal sei hingegen in Ordnung gewesen. Für Anwohner, die noch keine Gasleitung hatten, wurde bei Interesse ein Anschluss gemacht. Durch die Ukraine-Krise hätten sich das einzelne während der Bauarbeiten aber noch einmal anders überlegt, berichtet Ulrich Feldmeyer. Für Glasfaser wurden Leerrohre verlegt. So müsse die Straße nicht noch einmal aufgerissen werden, wenn der Netzbetreiber seine Leitungen verlegt. Lediglich für die Anschlüsse ans Haus werde der Gehweg geöffnet. Da hier Pflaster verlegt wird und keine Asphaltschicht, ist das laut Feldmeyer aber nicht so ein großer Eingriff.
Bangen, ob Bäume die Straßensanierung überleben
Insgesamt wird in der Bahnhofstraße nach der Sanierung ein "ganz anderes Feeling" herrschen, ist sich der Tiefbauservice-Leiter sicher. Die Gehwege würden breiter und die Beleuchtung besser. Er hoffe nur, dass die Bäume die Bauarbeiten überleben. "Es ist so eine schöne Allee hier", betont er. Wie gut auf die Wurzeln geachtet wurde, zeige sich aber erst in den nächsten ein bis zwei Jahren.
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